Verwirrung um Coronatests: Positiv - oder etwa doch nicht?

Serge Gnabry im Training des FC Bayern München

Fußball in Zeiten von Covid-19

Verwirrung um Coronatests: Positiv - oder etwa doch nicht?

Vor einigen Tagen war Serge Gnabry positiv auf das Coronavirus getestet worden und musste in Quarantäne - doch alle weiteren Tests fielen negativ aus. Ähnliches berichten sie aus Heidenheim und Würzburg. Was heißt das für den Profifußball?

Als der FC Bayern am Samstag (24.10.2020) Eintracht Frankfurt 5:0 besiegt hatte, nahm sich der Trainer Hansi Flick Zeit, um die Fragen der Medienvertreter zu beantworten. Es ging dann erstaunlich oft um einen Spieler, der gar nicht gespielt hatte: Serge Gnabry. Vor einigen Tagen war Gnabry positiv auf das Coronavirus getestet worden und anschließend in Quarantäne versetzt worden. Nun war sich Flick allerdings gar nicht mehr so sicher, ob sich Gnabry wirklich infiziert hatte.

"Es ist so, dass die Dinge so sind, wie sie sind, und das müssen wir so annehmen", sagte Flick. Mindestens drei weitere Tests waren seitdem negativ gewesen, auch ein Antigen-Test soll so ausgefallen sein. Also sagte Flick: "Es kann auch sein, dass er einer der wenigen Fälle ist, die falsch positiv getestet wurden." Das sah auch das Münchner Gesundheitsamt so und entließ Gnabry am Sonntagabend aus der Quarantäne.

Für die Bayern und den Spieler Gnabry sind das sehr gute Nachrichten, doch sie sorgen auch für einige Verwirrung. Es stellt sich schon die Frage: Wie soll man damit umgehen, wenn positive Testergebnisse schon kurz darauf nicht mehr positiv sind?

Unstimmigkeiten auch in Heidenheim und bei Türkgücü

Der 1. FC Heidenheim prüft nach eigenen Angaben sogar rechtliche Schritte gegen ein Labor, dessen Testergebnisse in sechs Fällen am Donnerstag positiv waren, während dieselben Personen am Freitag und Samstag im Klinikum der Stadt negativ getestet wurden. Es geht dabei vorerst nur um einen Verdacht und nicht um gesicherte Erkenntnisse. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt trainierten die Heidenheimer am Samstagnachmittag wieder. Zugleich gaben die Behörden grünes Licht für das Spiel gegen Osnabrück: Es endete 1:1. Heidenheims Vorstandschef Holger Sanwald bei "Sky": "Wir haben es so vereinbart, auch in Abstimmung mit der DFL, dass die Task Force Sportmedizin, die im Endeffekt das ganze Konzept erarbeitet hat, sich in aller Ruhe in der nächsten Woche darum kümmert, was die Ursachen sind."

Das Drittliga-Spiel von Türkgücü München beim FSV Zwickau war am Freitag (23.10.2020) wegen drei Corona-Fällen bei den Gästen kurzfristig abgesagt worden. Nach Angaben der Münchner bestätigte das zuständige Labor nun allerdings, dass die Tests "falsch positiv" beziehungsweise negativ gewesen seien. "Sehr traurig" sei deshalb die Spielabsage, "besonders aus sportlicher Sicht, aber auch aufgrund der entstandenen Kosten. Nun gilt es den Fall aufzuarbeiten, um solche Szenarien in Zukunft zu vermeiden", sagte Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny.

In Würzburg hoffen sie auf Aufklärung und die DFL

Ähnlich erging es den Würzburger Kickers. Der Zweitliga-Aufsteiger berichtete am Samstagabend, die vermeintlichen Infektionen des Spielers Douglas sowie der Co-Trainer Kurtulus Öztürk und Philipp Eckart hätten sich als "falsch positiv" herausgestellt. Die Tests waren turnusmäßig am Freitag genommen worden - sie führten dazu, dass Douglas in Hamburg nicht eingesetzt werden konnte. Die Kickers verloren 1:3.

Erst im Anschluss sei man vom zuständigen Labor mündlich darüber informiert worden, dass die Test einen falschen Befund ergeben hätten, teilte der Verein mit. Dass etwas nicht stimmen konnte, dämmerte den Würzburgern bereits am Samstagvormittag, als Schnelltests bei Mannschaft, Trainern und Betreuern negativ ausgefallen waren. Auch die Kickers setzen nun auf eine schnelle Aufklärung. Man habe "vollstes Vertrauen" in die Deutsche Fußball Liga (DFL) und deren "Aufarbeitung des Vorgangs".

Unruhe beim FC Bayern vor erstem CL-Spiel Mittagsmagazin 21.10.2020 02:00 Min. Verfügbar bis 21.10.2021 Das Erste

red/sid/dpa | Stand: 25.10.2020, 20:45

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