Frankfurts Trainer Hütter erzürnt über Werders Bank

Bremen - Frankfurt: Hütter mit erhobenem Zeigefinger

Nach dem Spiel in Bremen

Frankfurts Trainer Hütter erzürnt über Werders Bank

Viele Emotionen steckten in der Freitagabendpartie zwischen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt. Eintracht-Trainer Hütter prangerte vor allem das Verhalten der Bremer abseits des Platzes an, die zum wiederholten Male unangenehm auffielen.

Schon während der Partie war es zu Rudelbildungen gekommen. Eintracht-Verteidiger Martin Hinteregger und Werders Stürmer Niclas Füllkrug gerieten dann auch noch auf dem Weg in die Kabine aneinander. "Ich hatte das Gefühl, dass die Bremer es sehr auf Hinteregger abgesehen hatten", sagte Frankfurts Coach Adi Hütter: "Speziell Füllkrug, als er reinkam."

Frankfurts Hütter: "Das hat mit Niveau wenig zu tun" Sportschau 27.02.2021 00:53 Min. Verfügbar bis 27.02.2022 Das Erste

"Irgendwann platzt einem der Kragen"

Am Spielfeldrand diskutierten Werder-Coach Florian Kohfeldt und Hütter immer wieder. Hütter sah dafür in der Schlussphase die Gelbe Karte. "Irgendwann platzt einem der Kragen, das hat mit Niveau nichts zu tun", sagte der 51-Jährige und meinte damit offenbar in erster Linie einen Teil des Werder-Staffs. Dort wurde fortwährend versucht, mit lauten Rufen und Gestikulieren Einfluss auf die Entscheidungen des Schiedsrichters zu nehmen.

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Einem Zeugwart des Gegners sagte Hütter daraufhin nach dem Schlusspfiff einige Takte. Der Österreicher meinte später aber auch, dass Szenen wie solche Teil des Fußballs seien: "Es war ein bisschen Hektik im Innenraum, die Emotionen gehören auch dazu." 

Den Vorwurf der Unsportlichkeit und der Provokation wies Florian Kohfeldt entschieden zurück. "Ein Verein wie Eintracht Frankfurt: Der ist so geil. Aber wir müssen doch alle in der Lage sein, ein Fußballspiel zu spielen und uns danach die Hand zu schütteln", sagte der Bremer Trainer. "Es gibt halt mal die eine oder andere Aussage. Aber man muss auch mit Anstand verlieren können." Denn Beleidigungen hätte es auch von der Frankfurter Bank gegeben.

Kohfeldt: "Frankfurt muss mit Anstand verlieren können" Sportschau 27.02.2021 00:50 Min. Verfügbar bis 27.02.2022 Das Erste

Ähnliche Vorfälle in der Vorsaison

Pikant: Schon in der vergangenen Saison gab es ähnliche Vorfälle beider Kontrahenten beim Bundesliga-Nachholspiel in Bremen im Juni. Auch damals galt Hütters Kritik den Bremer Ersatzspielern und dem Betreuerstab.

"Jeder kämpft für seinen Verein, für seine Mannschaft. Aber man muss nicht bei jeder Entscheidung aufspringen und in unsere Richtung deuten. Das gehört sich einfach nicht. Hier ist eine Grenze überschritten worden. Das hat einfach etwas mit Respekt zu tun", sagte Hütter im Juni.

Torwarttrainer Christian Vander und die Co-Trainer Tim Borowski, Thomas Horsch und Ilia Gruew hatte Hütter als "aufmüpfig" empfunden: "Ich würde das nicht dulden, wenn sie so weit vorne in der Coaching-Zone stehen. Aber das muss jeder selbst wissen."

Empörung bei anderen Klubs

Nicht nur die Frankfurter, auch andere Klubs beschwerten sich bereits über das Verhalten der Bremer Bank. So hatte in der vergangenen Saison Hütters Landsmann Oliver Glasner vom VfL Wolfsburg klar angesprochen, dass im Weserstadion nicht auf der Ersatzbank, sondern auf den Plätzen dahinter, wo die Bremer Teammanager und -betreuer sitzen, ein ziemlich unflätiger Ton herrsche.

Ebenso Julian Nagelsmann, der sich nach einem 3:0-Sieg seiner Leipziger im Februar des vergangenen Jahres das Verhalten der Bremer kritisierte, die vehement eine Rote Karte für einen RB-Spieler forderten. "Ich habe es nicht so gerne, wenn die ganze Bank dasteht und wild rumfuchtelt", sagte Nagelsmann damals.

Verbal aneinander geraten war auch Markus Gisdol, Trainer vom 1. FC Köln, mit seinem Kollegen Florian Kohfeldt beim Bundesliga-Spiel im November. Während der Werder-Coach auf der Pressekonferenz nach dem Spiel - wie jetzt auch - versuchte, die Wogen zu glätten ("Was unter den Trainern passiert, ist immer in Ordnung"), klang Markus Gisdol genervt: "Das muss er mit sich selber ausmachen, wie er sich da verhält", sagte der Kölner Trainer.

mick/dpa/sid | Stand: 27.02.2021, 09:25

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