DFL - Abbruchszenario bleibt offen

Ein Laptop mit dem Logo der DFL und der Livestream der Pressekonferenz der DFL mit Christian Seifert als Geschäftsführer der DFL

Passus in Spielordnung fehlt weiterhin

DFL - Abbruchszenario bleibt offen

Von Marcus Bark

Schon in der vergangenen Saison war es ein heikles Thema, was bei einem Saisonabbruch in den höchsten beiden deutschen Profiligen passieren würde. Nach Informationen der Sportschau wird auch vor der neuen Saison kein neuer Passus in die Spielordnung aufgenommen werden, der rechtliche Klarheit schafft.

Die Termine stehen. Am 18. September startet die Bundesliga mit dem Spiel zwischen dem FC Bayern und Schalke 04 in die Saison 2020/21, auch die 2. Liga legt an diesem Tag los. Neu wird dann sein, dass die Heimvereine auf der Schiedsrichtertafel Werbung zugunsten ihrer eigenen Kasse machen dürfen. Aber das ist eine eher belanglose Änderung in der am 5. August aktualisierten Spielordnung der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Viel wichtiger sind die Neuerungen, die im Zusammenhang mit der Pandemie stehen, die in der vergangenen Saison für eine längere Pause sorgte. Was würde passieren, wenn das Coronavirus gar für einen Abbruch sorgte? Wer steigt dann ab? Steigt überhaupt jemand ab? Gibt es einen Meister?

Seit Mai ist nichts passiert

Das Thema wurde während einer Mitgliederversammlung der DFL im Mai diskutiert, und es soll hoch hergegangen sein. Eine Einigung blieb aus. Am 28. Mai verschickte der Dachverband der 36 Profiklubs aus Bundesliga und 2. Liga eine Mitteilung, nach der sich das Präsidium mit einem Abbruchszenario beschäftigt habe:

"Das Präsidium ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht auf eine detaillierte Regelung im Falle eines nicht abzuwendenden Saisonabbruchs festzulegen und daher vorerst auf eine Empfehlung und eine weitere Befassung der DFL-Mitgliederversammlung mit dieser Angelegenheit zu verzichten."

Seitdem sind mehr als drei Monate vergangenen, der Stand ist nach Informationen der Sportschau gleich geblieben. Mehrere Quellen bestätigten, dass die Frage einer Wertung bei Saisonabbruch nicht auf der Tagesordnung der außerordentlichen DFL-Mitgliederversammlung am Donnerstag (03.09.2020) stehen wird. Es wird aller Voraussicht nach auch die letzte digitale Zusammenkunft vor dem Start in die Saison sein.

"Juristisch wasserdichte Regelung so eine Sache"

Sollten die beiden höchsten deutschen Fußballligen ihre Saisons wegen des Infektionsgeschehens oder aus einem anderen - heute noch nicht vorstellbaren Grund - abbrechen müssen, gibt es also höchstwahrscheinliche keine verbindliche, auch jurisitisch wasserdichte Regelung.

"Die DFL und wir Klubs haben bewiesen, dass wir auch kurzfristig flexibel auf verschiedene Situationen reagieren können", sagte der Geschäftsführer von Zweitligist SpVgg Greuther Fürth zur Sportschau. Schwiewagner gab zu bedenken: "Es gibt ja auch außerhalb der Sportgerichtsbarkeit eine Justiz. Daher ist das mit einer möglichen juristisch wasserdichten Regelung in der Spielordnung so eine Sache."

Von der DFL war am Mittwoch (01.09.2020) keine Stellungnahme zu erhalten.

Stand: 02.09.2020, 12:30

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