Laborchefin: Corona-Tests im Fussball sorgen nicht für Verzögerungen

Das Bild zeigt die Durchführung eines PCR-Tests.

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Laborchefin: Corona-Tests im Fussball sorgen nicht für Verzögerungen

Trotz einiger Engpässe in den Labors muss sich die Fußball-Bundesliga wohl weiter keine Sorgen um ihre regelmäßigen Corona-Tests machen.

Der Anteil der Proben der Bundesliga an der Gesamtzahl aller Corona-Tests in Deutschland liege "weit unter einem Prozent - irgendwo im Promillebereich", sagte Cornelia Wanke als Geschäftsführerin der Fachgemeinschaft Akkreditierte Labore in der Medizin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Rückstau in einigen Laboren

Die Proben aus dem Profifußball ließen sich demnach "innerhalb der vorhandenen Testkapazität abbilden, ohne dass es andernorts zu Verzögerungen kommt". Zuletzt war es nach Angaben des Robert Koch-Instituts in einer Reihe von Laboren zu einem Rückstau bei den zu analysierenden Proben gekommen. Dieser Rückstau hatte in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) setzt in ihrem medizinischen Konzept für den Sonderspielbetrieb unter Corona-Bedingungen auf regelmäßige Tests von Spielern und Betreuern, um Infektionen früh zu erkennen und ihre Verbreitung zu verhindern. So soll der Spielbetrieb auf Dauer gesichert werden.

In ihrem überarbeiteten Hygiene-Konzept geht die DFL Ende August bei "hohem oder mittlerem Pandemie-Level von 3.600 Tests pro Woche in der Bundesliga und 2. Bundesliga" aus. In einer Umfrage des Deutschlandfunks hatten im Sommer einige Bundesligisten angegeben, pro Testreihe um die 50 Personen zu testen. Bei zwei Tests pro Woche käme man da bei 36 Klubs aus den ersten beiden Profiligen ziemlich genau auf den Wert von 3.600 Tests pro Woche.

Über eine Million Tests pro Woche möglich

Selbst wenn der Wert höher liegt - etwa, weil ein Spieler eines Vereins positiv getestet und das Umfeld mehrfach getestet werden musste - ist der Anteil der Bundesliga an den wöchentlichen Kapazitäten an Corona-Tests deutschlandweit gering. Laut Robert Koch-Institut (RKI) liegen diese bei über einer Million Tests.

Über die Dauertests an Fußballern hatte es vor allem im Frühsommer eine politische Diskussion gegeben. Kritiker warfen der DFL damals vor, wichtige medizinische Ressourcen zu verbrauchen. Die DFL verwies wiederum auf ungenutzte Überkapazitäten in den Laboren.

DFL-Chef Christian Seifert sagte vor einigen Monaten: "Es wäre absolut ungehörig, wenn wir auch nur einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter aus irgendeiner Klinik auch nur irgendeinen Test wegnehmen würden."

red/sid | Stand: 25.10.2020, 09:40

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