Wintertransfers - Stürmer dringend gesucht

Stürmer Jovic im Trikot von Real Madrid

Fußball-Bundesliga

Wintertransfers - Stürmer dringend gesucht

Bis zum 31. Januar ist das Winter-Transferfenster für die Profiklubs in Deutschland geöffnet. In Pandemiezeiten sind den Klubs die Hände gebunden. Verpflichten würden die Manager trotzdem gerne, und zwar vor allem für eine Position: den zentralen Sturm.

Der Endspurt an der Spielerbörse hat längst begonnen. Noch zweieinhalb Wochen bleibt Zeit, um für die zweite Saisonhälfte auf Shoppingtour zu gehen, danach ist es nicht mehr möglich, vertraglich gebundene Spieler zu verpflichten.

Bis vor Kurzem grübelte auch Fredi Bobic, Chefeinkäufer bei Eintracht Frankfurt, noch. "Einen Spieler wollen wir noch holen, aber es ist derzeit nicht einfach auf dem Markt, auch wirtschaftlich nicht", sagte Bobic. Fehlende Zuschauereinahmen, Verluste beim Merchandising - die Umsätze der Klubs sinken erheblich in Zeiten von Corona. "Es macht Sinn zu leihen, weil wir nicht wissen, was im Sommer ist", steckt der Frankfurter Manager die Rahmenbedingungen ab.

Jovic, die naheliegende Lösung

Bobic' fand eine relativ naheliegende Lösung: Der bei Real Madrid unglückliche Luka Jovic soll auf Leihbasis zur Eintracht zurückkehren. Von den Hessen war der heute 23-Jährige im Sommer 2019 für 63 Millionen Euro zu Real gewechselt. Auch Bayerns Nachwuchsstürmer Joshua Zirkzee soll in Bobic' Überlegungen eine Rolle gespielt haben.

Jovic ist natürlich die sicherere Lösung: Als Teil der "Büffel-Herde" stürmte der Serbe mit Frankfurt in der Bundesliga nach vorn, erzielte 36 Tore in 75 Pflichtspielen mit den Hessen und holte mit der Eintracht 2018 den Pokal. Jovic kennt den Verein, kennt den Trainer. Da ist das Risiko relativ klein, dass etwas schief geht.

Komplizierte Situation bei Schalke

Vedad Ibisevic

Vedad Ibisevic

Komplizierter gestaltet sich die Situation beim FC Schalke 04. Bis zum November hatten die Schalker einen Mann in ihren Reihen, der zumindest vor seinem Engagement in Gelsenkirchen wusste, wo das Tor steht: Vedad Ibisevic. Nach einem Zoff im Training schmissen sie den Stürmer raus. Nun ruhen die Hoffnungen auf Youngster Matthew Hoppe, der am Samstag (09.01.2021) gegen Hoffenheim ungeahnte Torjägerqualitäten zeigte.

Doch kann dieser junge US-Boy auch auf Dauer dem Druck im Abstiegskampf standhalten? Wohl eher nicht, und deswegen gehen auch die Schalker auf die Suche, die noch einmal schwieriger werden dürfte, nachdem der Klub finanzielle Hilfe vom ehemaligen Geldgeber Clemens Tönnies ablehnte.

1. FC Köln: Anderssons Rückkehr ungewiss

Wenig Geld, aber großen Bedarf hat auch der kriselnde 1. FC Köln. Der als Stürmer Nummer eins verpflichtete ehemalige Unioner Sebastian Andersson muss wegen Verletzung nach wie vor pausieren. Wann er zurückkommt, ist unklar. Die Versuche von Trainer Markus Gisdol, den früheren Starstürmer Anthony Modeste zurück in die Spur zu bringen, scheiterten bislang. Auch der junge Jan Thielemann zündet in der vordersten Reihe nicht wie erhofft.

Was tun? "Stand jetzt haben wir nicht vor, auf dem Transfermarkt tätig zu werden – sollten wir nicht auch den einen oder anderen Abgang haben", sagte Sport-Geschäftsführer Horst Heldt zum Jahreswechsel.

Die "Bild-Zeitung" berichtete damals, dass der FC nur aktiv werden wolle, wenn der Start ins Jahr 2021 misslingt. Demnach müssten die Verhandlungen nun schon weiter fortgeschritten sein - vielleicht auch mit Vedad Ibisevic. Oder mit einem Offensivspieler wie Raffael. Auch der frühere Gladbacher ist aktuell vertragslos. Ein richtiger Torjäger war der Brasilianer allerdings auch zu seinen besten Zeiten nicht.

Mainz 05: Verlässt Mateta den Klub?

Und was machen die Mainzer? Dort heißt das Sorgenkind Jean-Philippe Mateta. Offen wird beim Tabellenschlusslicht über einen Wechsel diskutiert. Der neue 05-Coach Bo Svensson setzte Mateta zuletzt nur auf die Bank und brachte ihn erst in der Schlussviertelstunde im Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt.

Angeblich will Neu-Manager Christian Heidel Mateta nicht veräußern, das Vertrauen der Klubführung bekommt der Franzose aber auch nicht. Jüngst gab es Gerüchte um ein Leihgeschäft mit Olympique Marseille. Sollte das klappen, würden auch die 05er auf jeden Fall noch einen neuen Mann nach Mainz lotsen wollen.

Nur wen? Eine Alternative wäre es, die aktuellen Spieler besser zu machen. Eine echte Aufgabe für Männer wie Markus Gisdol, Bo Svensson oder Christian Gross - und gewiss keine leichte. Vorhandene Spieler besser machen - das würde auch Frankfurts Fredi Bobic gefallen. Sein Ratschlag an die Kollegen: "Nur nichts aus Panik machen."

Stand: 12.01.2021, 21:49

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