Spieler von Borussia Mönchengladbach jubeln nach einem Treffer

Notbremse von Upamecano Gladbach landet Coup gegen dezimierte Bayern

Stand: 19.02.2023 22:44 Uhr

Borussia Mönchengladbach bleibt der "Bayern-Schreck" in der Fußball-Bundesliga. Für den FC Bayern München war die Hypothek einer über 80-minütigen Unterzahl gegen effektiv konternde Borussen am Ende zu hoch.

Denn Bayern-Innenverteidiger Dayot Upamecano wurde am Samstag (18.02.2023) in der 8. Minute wegen einer Notbremse vom Platz gestellt. Gladbach nutzte die Überzahl besonders in Hälfte zwei aus, sodass das 3:2 (1:1) in Ordnung ging. Die Gladbacher Tore erzielten Kapitän Lars Stindl (13. Minute), Jonas Hofmann (55.) und Marcus Thuram (84.). Für Bayern trafen Eric-Maxim Choupo-Moting (35.) und Mathys Tel (90.+3).

Matchwinner Hofmann, der neben seinem eigenen Treffer die beiden anderen auflegte, erklärte am Sportschau-Mikro: "Wir haben in den richtigen Momenten die Tore erzielt. Dennoch mussten wir ein bisschen leiden, haben es spät noch unnötig spannend gemacht."

Frühe Upamecano-Notbremse ändert Spieldynamik

Es war ein Spielbeginn mit spielerischen Vorteilen für die Bayern. Allerdings hielt dieses Kräfteverhältnis nicht lange. Denn die frühe Notbremse Upamecanos gegen Alassane Pléa änderte das Spiel grundlegend.

Den strafwürdigen Kontakt sah Schiedsrichter Tobias Welz in Upamecanos Hand an der Schulter Pléas, was den Franzosen im Vollsprint aus dem Gleichgewicht brachte. Auf Beinhöhe war nichts auszumachen, eine schwierige, aber vertretbare Entscheidung.

Nagelsmann entschuldigt sich später für Wortwahl

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann sah das nachher anders: "Wir kriegen aus einer einfachen Situation eine Rote Karte, die keine ist. Upamecano legt die Hand für 0,1 Sekunden auf. Pléa stolpert nur, weil er keinen Körper als Widerstand kriegt."

Ulli Schäfer, Sportschau, 18.02.2023 18:16 Uhr

Später entschuldigte er sich dafür, den Schiedsrichter nach der Partie im Kabinentrakt lautstark angegangen zu sein: "Ich muss ich mich für die Wortwahl gegenüber dem Team rund um Tobias Welz entschuldigen. Da bin ich leider eindeutig zu weit gegangen."

Stindls Direktabnahme schlägt ein

Den folgenden Freistoß parierte der ehemalige Gladbacher Torhüter Yann Sommer. Doch etwa 120 Sekunden nach dem Platzverweis musste der Winterzugang der Bayern doch hinter sich greifen. Hofmann wählte bei einem Freistoß die kurze Variante auf Stindl, der per Direktabnahme traf.

Stephan Kaußen, Sportschau, 18.02.2023 18:23 Uhr
Sportschau

Nagelsmann beorderte Stürmer Thomas Müller als "Bauernopfer" vom Feld, der mit seinem 429. Bundesliga-Spiel Torwartikone Oliver Kahn einholte. Außenverteidiger Joao Cancelo kam für ihn (16.).

Bayerns Risikospiel wird zunächst belohnt

Bayern versuchte sich trotzdem weiter in der Spielgestaltung, hatte mehr Ballbesitzanteile. Die Außenverteidiger Alphonso Davies und Cancelo standen hoch. Risiko barg das allemal, denn Stindl vergab eine Großchance nach Konter über Manu Koné (24.).

Allerdings wurde diese risikoreiche Herangehensweise des FCB auf der anderen Seite belohnt: Choupo-Moting glich nach Vorlage von Davies aus.

Gladbacher Umschaltspiel als Schlüssel

Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Das setzte sich auch in Hälfte zwei fort. Daran hatten auch die eingewechselten Leroy Sané und Jamal Musiala Anteile, die Gravenberch und Gnabry ersetzten (46.) und Gladbachs Defensive mit flinken Dribblings stressten.

Gejubelt wurde aber bei den Hausherren, denn die lauernde Borussia setzte in den richtigen Momenten gegen dezimierte Münchener nach, die zwangsläufig Räume anboten. Hofmann nutzte erst den Assist von Pléa zur erneuten Führung, Ramy Bensebaini traf kurz darauf nach starkem Umschaltspiel die Latte (57.).

München drückte in der Schlussphase nochmal gewaltig, Gladbach hielt die Führung aber mit hohem kämpferischen Aufwand. Und Joker Thuram machte den Deckel mit dem 3:1 drauf – wieder nach einem Konter. Am Spielausgang änderte der Anschlusstreffer von Tel nichts mehr.

Bayern empfängt Union, Borussia in Mainz gefordert

Am 22. Spieltag ist Bayern München im eigenen Stadion im Spitzenspiel gegen Verfolger Union Berlin gefordert (Sonntag, 17.30 Uhr). Mönchengladbach kämpft bereits am Freitag (20.30 Uhr) in Mainz unter Flutlicht um Punkte.