Aus der Bundesliga nach England - Aderlass geht weiter

FC Liverpools Trainer Jürgen Klopp

Konaté, Sancho und Bailey folgen De Bruyne, Firmino, Sané und Co.

Aus der Bundesliga nach England - Aderlass geht weiter

Von Marcus Bark

Mit Ibrahima Konaté, Jadon Sancho, und nun Leon Bailey verliert die Bundesliga erneut drei starke Spieler an die Premier League. Der Aderlass geht weiter. Allerdings spülen die Wechsel auch viel Geld in die Kassen, mit dem nun vor allem in anderen Ländern nach Ersatz gesucht wird.

Manche, wie Jérôme Boateng, kamen schnell wieder zurück. Manche, wie Edin Dzeko, blieben der Bundesliga bis heute fern. Vor etwa zehn Jahren wechselten die beiden Spieler aus der Bundesliga in die Premier League, Boateng vom Hamburger SV zu Manchester City, ein paar Monate später traf er dort Dzeko, der vom VfL Wolfsburg kam.

Manchester City, zu einem äußerst erfolgreichen Klub geworden dank der Milliarden aus Abu Dhabi, überwies seitdem einige hundert Millionen Euro an Klubs aus der Bundesliga. Wolfsburg kassierte bei Kevin De Bruyne fett ab, Borussia Dortmund bei Ilkay Gündogan, der FC Schalke 04 bei Leroy Sané.

Hunderte Millionen an Ablösesummen

Einen großen Anteil am Umsatz der Bundesliga in den vergangenen Jahren hat auch Roman Abramowitsch, der russische Eigner des FC Chelsea. Kai Havertz, Timo Werner und Christian Pulisic fanden den Weg nach London. Abgegeben wurden sie von Klubs, die schon zuvor überdurchschnittlich gute Bundesligaspieler an die Premier League verloren hatten.

Dieses Element beinhaltet Daten von Instagram. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Für Bayer Leverkusen spielten etwa Bernd Leno, Heung-min Son und auch Chicharito, bevor sie auf die Insel wechselten. Vor Werner gab Leipzig Naby Keita nach England ab, wie nun Konaté an den FC Liverpool. Dort trainiert Jürgen Klopp auch Joel Matip, einst beim FC Schalke 04 ausgebildet, und Roberto Firmino, der mal für die TSG Hoffenheim Tore schoss.

Pulisic wurde bei Borussia Dortmund zu einem sehr begehrten Spieler, wie vor ihm Gündogan, Henrich Mchitarjan, Pierre-Emerick Aubameyang und noch früher Shinji Kagawa, der 2012 zu Manchester United wechselte, später dann reumütig zurückkam. Das ist bei Jadon Sancho weniger wahrscheinlich. Mindestens 85 Millionen Euro zahlt United für den englischen Nationalspieler. Nur etwa 60 Millionen davon fließen an den BVB, der wiederum etwa die Hälfte davon an die PSV Eindhoven überweist, weil er aus den Niederlanden Donyell Malen holte, der Sancho ersetzen soll.

Ersatz aus Frankreich

Die Premier League bedient sich an der Bundesliga, diese an der Eredivisie, der österreichischen Bundesliga oder an der höchsten Liga in Belgien. Noch beliebter aber ist die Ligue 1 geworden, denn in Frankreich finden sich viele junge Talente, die häufig noch entwicklungsfähig sind, vor allem auch den Marktwert betreffend. Bei RB Leipzig kommt der Sonderfall des Schwesterklubs aus Salzburg, bei dem wie Keita auch Dayot Upamecano spielte, der - eben nicht in die Premier League wechselte, sondern zum FC Bayern.

Der deutsche Rekordmeister ist der einzige Klub, der den Angeboten aus England widerstehen kann. Das war etwa bei Thomas Müller so, den Manchester United mal haben wollte. Sie bekamen ihn aber nicht, anders als Bastian Schweinsteiger, den wiederum die Bayern nicht halten wollten, genau wie Renato Sanches und Pierre Emile Höjbjerg, die ebenfalls den Weg auf die Insel fanden.

Drei Millionentransfers aus dem Breisgau nach England

Es sind aber nicht nur die Anwärter auf häufige Teilnahmen an der Champions League wie Dortmund, Leipzig, Leverkusen und Wolfsburg, die wichtige Spieler an die Premier League verloren und dadurch viel Geld verdienten.

Der deutsche Nationalspieler Robin Koch wechselte für eine zweistellige Millionensumme zu Leeds United, der türkische Nationalspieler Caglar Söyüncü zu Leicester City. Im Winter 2011/12 erlöste der SC Freiburg die damalige Vereinsrekordablöse von zwölf Millionen Euro für Papiss Demba Cissé, der von Newcastle United verpflichtet wurde.

Mainz mit vielen Exporten

Der 1. FSV Mainz 05 sieht mit Klopp und Thomas Tuchel nicht nur zwei ehemalige Trainer in der Premier League an der Seitenlinie, sondern auch viele ehemalige Spieler, die dort ihr Geld verdienen. Das geht von den Torhütern Loris Karius und Jonas Lössl bis zu Jean-Philippe Mateta, Jean-Philippe Gbamin, Leon Balogun, Yoshinori Muto und Shinji Okazaki.

Das ist schon ein ziemlicher Aderlass, der aber immer wieder gut aufgefangen wurde. Ganz im Gegensatz zum FC Schalke 04, der zwar auch viel Geld von englischen Klubs erhielt, etwa für Sané. Joel Matip, Sead Kolašinac und auch Max Meyer verließen den Klub aus dem Revier allerdings ablösefrei. Der Ruf der Premier League war zu verlockend, selbst als die Schalker selbst noch fürstliche Gehälter zahlten.

Auswahl Wechsel aus der Bundesliga in die Premier League 2021
Spielervonzu
Jadon SanchoBorussia DortmundManchester United
Ibrahima KonatéRB LeipzigFC Liverpool
Leon BaileyBayer LeverkusenAston Villa
Havertz (l.) und Werner mit Champions-League-Pokal
Auswahl Wechsel aus der Bundesliga in die Premier League 2020
Spielervonzu
Timo WernerRB LeipzigFC Chelsea
Kai HavertzBayer LeverkusenFC Chelsea
Robin KochSC FreiburgLeeds United
ThiagoFC Bayern MünchenFC Liverpool
Jean-Philippe Mateta1. FSV Mainz 05Crystal Palace
Ex-Hoffenheimer Joelinton (l.) im Zweikampf mit Luke Shaw
Auswahl Wechsel aus der Bundesliga in die Premier League 2019
Spielervonzu
JoelintonTSG HoffenheimNewcastle United
Sébastien HallerEintracht FrankfurtWest Ham United
Jean-Philippe Gbamin1. FSV Mainz 05FC Everton
Kevin De Bruyne (l.), Caglar Söyüncü
Auswahl Wechsel aus der Bundesliga in die Premier League 2018
Spielervonzu
Bernd LenoBayer LeverkusenFC Arsenal
Naby KeitaRB LeipzigFC Liverpool
Caglar SöyüncüSC FreiburgLeicester City
Christian PulisicBorussia DortmundFC Chelsea
Yoshinori Muto1. FSV Mainz 05Newcastle United
Leon Balogun1. FSV Mainz 05Brighton & Hove Albion
Arsenals Pierre-Emerick Aubameyang bejubelt sein Tor mit einem Salto
Auswahl Wechsel aus der Bundesliga in die Premier League 2017
Spielervonzu
ChicharitoBayer LeverkusenWest Ham United
Sead KolašinacFC Schalke 04FC Arsenal
Eric Maxim Choupo-MotingFC Schalke 04Stoke City
Pierre-Emerick AubameyangBorussia DortmundFC Arsenal
Ilkay Gündogan gegen Mahmoud Dahoud
Auswahl Wechsel aus der Bundesliga in die Premier League 2016
Spielervonzu
Ilkay GündoganBorussia DortmundManchester City
Leroy SanéFC Schalke 04Manchester City
Joel MatipFC Schalke 04FC Liverpool
Granit XhakaBorussia MönchengladbachFC Arsenal
Henrich MchitarjanBorussia DortmundManchester United
Loris Karius1. FSV Mainz 05FC Liverpool
Ragnar KlavanFC AugsburgFC Liverpool
Tottenhams Heung-Min Son im Spiel gegen Southampton
Auswahl Wechsel aus der Bundesliga in die Premier League 2015
Spielervonzu
Kevin De BruyneVfL WolfsburgManchester City
Heung-min SonBayer LeverkusenTottenham Hotspur
Philipp WollscheidBayer LeverkusenStoke City
Roberto FirminoTSG HoffenheimFC Liverpool
Christian FuchsFC Schalke 04Leicester City
Shinji Okazaki1. FSV Mainz 05Leicester City
Kevin Wimmer1. FC KölnTottenham Hotspur

Stand: 02.08.2021, 13:11

Darstellung: