DFB-Vizepräsident Koch fordert staatliche Hilfe für Amateurfußball

DFB-Vizepräsident Rainer Koch

Coronavirus

DFB-Vizepräsident Koch fordert staatliche Hilfe für Amateurfußball

Von Marc Schlömer und Marcus Bark

DFB-Vizepräsident Rainer Koch fordert angesichts der Corona-Pandemie staatliche Hilfen für den Amateurfußball in Deutschland. Viele gemeinnützige Vereine würden es nicht schaffen zu überleben, sagte Koch der Sportschau.

Priorität habe für ihn als zuständiges Präsidiumsmitglied im Deutschen Fußball-Bund, dass etwa 25.000 Vereine "in ihrer Existenz gesichert" würden, so Koch. Der 61 Jahre alte Jurist sagte in einem ausführlichen Gespräch mit der Sportschau: "Deswegen die klare Aufforderung: Hier muss auch die Politik, hier müssen die Länder, hier müssen die Kommunen unterstützend eingreifen. Allein werden es viele gemeinnützige Vereine nicht schaffen zu überleben."

Bereits jetzt können Vereine etwa in Nordrhein-Westfalen, gestaffelt nach der Anzahl von Mitarbeitern, finanzielle Mittel bei der öffentlichen Hand beantragen. Vereinsvertreter sagten der Sportschau, dass dies auch schon geschehen und bewilligt worden sei. Teilweise seien auch schon 9.000 Euro oder mehr auf den Konten der Klubs eingegangen.

Umfassende Anpassungen

Am Freitag (02.04.2020) hatte der DFB außer einer bundesweiten Aussetzung des Spielbetriebs "bis auf Weiteres" auch "umfassende Anpassungen" in der Spielordnung bekannt gegeben, um die Vereine in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu unterstützen. So wurde der Automatismus abgeschafft, dass einer Mannschaft Punkte abgezogen werden, wenn der Verein Insolvenz anmeldet.

Stillstand im deutschen Amateurfußball - die Folgen Sportschau 04.04.2020 04:28 Min. Verfügbar bis 04.04.2021 Das Erste

Direkte Hilfen an die Klubs sind dem DFB gemäß der Satzung nicht möglich, sondern nur den Landesverbänden, so Koch. Aber selbst wenn es möglich wäre, gelte: "25.000 Fußballvereine in Deutschland: Wenn unser Schatzmeister nur jedem dieser Vereine 2.000 Euro zukommen lassen würde, wären das 50 Millionen. Das wäre für den DFB auch nicht ansatzweise verkraftbar. Aber 2.000 Euro würden bestenfalls aktuelle Liquiditätsfragen zu überbrücken helfen, aber nicht dauerhaft nützen."

Koch: Keine Ligenaufstockung

Eine Absage erteilte der DFB-Vizepräsident dem Gedanken, Ligen aufzustocken. "Für den Amateurfußball halte ich es für sehr problematisch, eine Lösung dergestalt zu finden, wir lassen einfach nur aufsteigen und wir lassen niemanden absteigen. Dann bekommen wir einen großen Überhang an Mannschaften in Ligen, müssen dann zum verstärkten Abstieg kommen, das ist für sich schon schwierig, aber niemand kann uns garantieren, dass wir die Ligen in normaler Stärke im nächsten Jahr vernünftig zu Ende bringen können", so Koch zur Sportschau.

DFB-Vize Koch: "Zu früh, um über das Szenario Saisonabbruch zu sprechen" Sportschau 03.04.2020 23:10 Min. Verfügbar bis 03.04.2021 Das Erste

Marcus Uhlig hatte etwa als Vorstandsvorsitzender von Rot-Weiss Essen vorgeschlagen, die 3. Liga auf 24 Vereine aufzustocken, um mit dann drei Heimspielen mehr in einer Saison aktuelle Ausnahmeeinfälle zu kompensieren. RWE ist aktuell Tabellendritter der Regionalliga West und hofft auf den Aufstieg.

Stand: 04.04.2020, 13:09

Darstellung: