DEL-Chef Tripcke: "Langsam wird es eng und enger"

Sportschau 07.01.2022 08:00 Min. Verfügbar bis 07.01.2023 Das Erste

Eishockey | DEL

DEL-Chef Tripcke: "In die Pause von Olympia retten"

Stand: 07.01.2022, 15:55 Uhr

Drei Mannschaften in Quarantäne, etliche Spiele müssen nachgeholt werden - und das in leeren Hallen. Im Interview mit der Sportschau spricht Geschäftsführer Gernot Tripcke über die Herausforderungen für die Deutsche Eishockey Liga (DEL).

Von Marcus Bark

In schwierigen Zeiten freut man sich auch über wenig. "Bislang", sagt Gernot Tripcke, habe es am Freitag (07.01.2022) keine weiteren schlechten Nachrichten gegeben. Aber, fügt er hinzu, in diesen Tagen wisse ja niemand, ob das "in 20 Minuten" nicht anders sei.

Der Geschäftsführer der DEL führt eine Liga mit 15 Mannschaften, von denen drei aktuell nicht spielen können, da sie sich geschlossen in Quarantäne begeben mussten. Die Grizzlys Wolfsburg, die Iserlohn Roosters und der EHC München sind zu einer Pause gezwungen, die Partien der Klubs für den 40. und 41. Spieltag der Doppelrunde abgesagt. Am Samstag kamen noch die Bietigheim Steelers hinzu.

"Das stellt uns vor Probleme, den Spielplan über die Bühne zu bringen", so Tripcke. "Uns gehen die Spieltage aus. Wir können die Mannschaften ja nicht dauerhaft vier Mal pro Woche spielen lassen."

Zehn von 15 Kadern sind laut Sportschau geboostert

Denn mit den aktuellen Ausfällen stehen nun schon mehr als 30 Nachholspiele an. Einige davon, weil die DEL als erste große Liga in Deutschland ihren Klubs erlaubt hat, nach Absprache Spiele zu verlegen, um die Profis mit Auffrischungsimpfungen zu versorgen.

Nach Informationen der Sportschau sind zehn von 15 Kadern geboostert, weitere sollen in Kürze folgen, so denn keine weiteren Infektionen und Quarantänen einen Strich durch die Rechnung machen. Dies sei bei Iserlohn und Wolfsburg der Fall gewesen, die Boosteraktionen geplant hatten, so Tripcke.

Verkürzung der Playoffs als Plan B

Bei möglichen Notfallszenarien will Tripcke sich noch festlegen. Klar ist: Ein "Plan B wäre eine Verschiebung oder Verkürzung der Playoffs", so Tripcke. Denn hinten raus ist keine Luft, da am 13. Mai die WM in Helsinki beginnt.

Auch eine Aussetzung des gerade erst eingeführten Auf- und Abstiegs könnte eine Option sein. "Das würde einige ruhiger schlafen lassen, aber wir haben einen Vertrag mit der 2. Liga. Auch da ist der Wettbewerb ja ähnlich betroffen wie bei uns", sagt Tripcke.

NHL schickt keine Spieler zu Olympia, DEL schon

Zunächst geht es aber um die nähere Zukunft: "Also langsam wird es eng und enger, und wir müssen gucken, wie wir uns jetzt erst einmal in die Pause von Olympia retten."

Die Spiele in Peking beginnen am 4. Februar. Anders als die nordamerikanische Liga NHL, die keine Spieler nach China ziehen lässt, kommt die DEL aufgrund eines Vertrages mit dem Deutschen Eishockey-Bund nicht daran vorbei. Gleichwohl glaubt Tripcke, dass der Wille der DEL-Spieler, zu Olympia zu fahren, "in Zukunft bröckeln" könne.

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