Karl Geiger (l.) ist nur einer von vielen Favoriten auf den Tourneesieg.

Skispringen | Vierschanzentournee

Vierschanzentournee - die größten Favoriten im Check

Stand: 27.12.2021, 11:58 Uhr

Vor genau 20 Jahren flog Sven Hannawald als bisher letzter Deutscher zum Gesamtsieg in der Vierschanzentournee. Bei der diesmaligen Ausgabe, die am Dienstag (28.12.2021) mit der Qualifikation in Oberstdorf beginnt, gehört Karl Geiger zu den aussichtsreichsten Anwärtern auf die Krone im wichtigen Skisprungwettbewerb. Die Favoriten.

Von Sebastian Hochrainer

Karl Geiger

Zweimal schaffte es der 28-Jährige in den vergangenen beiden Ausgaben aufs Treppchen, steigerte sich von Rang drei im Jahr 2020 in der vergangenen Saison auf Platz zwei. Jetzt geht Geiger als Führender im Gesamtweltcup in die Tournee. Mit Platz eins und zwei in Engelberg unterstrich Deutschlands derzeitiger Topspringer seine starke Form.

Sein Augenmerk dürfte in dieser Saison vor allem auf dem dritten Springen liegen. Der Wettbewerb in Innsbruck (03.01.2022) ist traditionell Geigers Problemspringen. In den vergangenen beiden Jahren vergab er dort mit Platz acht (2020) und Rang 16 (2021) die Chance auf den Gesamtsieg.

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Ryoyu Kobayashi

In Engelberg lieferte sich der Japaner einen Zweikampf mit Geiger, am ersten Wettkampftag hatte er noch das Nachsehen, am zweiten sprang Kobayashi dann davon. Ähnlich könnte es auch bei der Vierschanzentournee laufen. Mit drei Weltcupsiegen ist der 25-Jährige in dieser Saison bislang der erfolgreichste Springer, liegt auch nur aufgrund einer Corona-Infektion in der Gesamtwertung hinter Geiger.

Auch in der vergangenen Saison war der Tourneesieger von 2018/19 der große Favorit, scheiterte aber deutlich. Beim Gesamtsieg von Kamil Stoch wurde Kobayashi nur Achter, im Jahr davor schaffte er es auch nur auf Rang vier. Mit der Vierschanzentournee stand er zuletzt also etwas auf Kriegsfuß - vor allem mit den beiden Springen in Österreich.

Halvor Egner Granerud

Der 25-Jährige hat noch eine große Rechnung mit der Tournee offen. In der Saison 2020/21 gewann er alle fünf Weltcupspringen vor dem Event, wurde dann aber seiner Favoritenrolle nicht gerecht und am Ende nur Vierter.

In dieser Saison konnte Granerud erst einen Sieg feiern, gewann beim Auftaktwochenende in Nishny Tagil das zweite Springen. Zuletzt in Engelberg enttäuschte der Norweger als Sechster und Siebter. Sein Problem ist die Konstanz, er scheiterte in dieser Saison auch schon zweimal in der Qualifikation.

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Stefan Kraft

Mit 28 Jahren ist er neben Geiger der erfahrenste Springer in der Spitzengruppe. Kraft zeigte aber vor allem bei seinem Sieg in Klingenthal, dass er noch immer die Klasse hat, um ganz vorne dabei zu sein - auch wenn die Ergebnisse in Engelberg (Platz neun und 14) dagegensprechen.

Der Tourneesieger von 2014/15 weiß, worauf es beim Saisonhöhepunkt ankommt, will sich nach der Enttäuschung der vergangenen Saison auf den vier Schanzen rehabilitieren. Da wurde Kraft nur Achter.

Kamil Stoch

Die Voraussetzungen erinnern gewaltig an das vergangene Jahr. Stoch geht als Elfter im Gesamtweltcup in die Vierschanzentournee und macht nicht den Eindruck, eine Rolle im Kampf um den Sieg spielen zu können. Doch auch im Vorjahr gehörte er als Zehnter nicht zur Weltspitze, meldete sich dann aber bei seinem Lieblingswettbewerb eindrucksvoll zurück.

Damals sicherte sich Stoch zum dritten Mal nach 2016/17 und 2017/18 den Tourneesieg, überflügelte die Konkurrenz mit zwei überlegenen Siegen in Innsbruck und Bischofshofen. Gelingt es dem Polen, bei den deutschen Springen vorne dabei zu sein, muss man ihn wieder auf der Rechnung haben.

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