Lehren aus dem Boykott-Debakel von Winterberg

Luftbild der Bob- und Rodelbahn Winterberg

Rodel-Weltcup

Lehren aus dem Boykott-Debakel von Winterberg

Der (Noch-)Präsident des Internationalen Rennrodelverbands (FIL), Josef Fendt, hatte nach dem Weltcup in Winterberg angekündigt, das Boykott-Debakel mit Athleten-Vertretern, Trainern und sportlich/technisch Verantwortlichen aufarbeiten zu wollen. Dieses Gespräch hat nun stattgefunden.

Weil sich der Eiskanal beim Weltcup in Winterberg (22. - 23.02.2020) in einem teilweise desolaten Zustand präsentierte, hatten u.a. die deutschen Rennrodel-Doppelsitzer Toni Eggert und Sascha Benecken die Wettkämpfe boykottiert. "Das Risiko ist zu hoch" war die weit verbreitete Meinung unter den Athleten. Stürze, die zum Teil schwere Verletzungen nach sich zogen, belegen das. Tobias Arlt bezeichnete die Sicherheitszustände auf der Bahn als "Lotterie".

Die Hintergründe zur Absageflut in Winterberg Sportschau 22.02.2020 04:13 Min. Verfügbar bis 22.02.2021 Das Erste

Imageschaden aufarbeiten

Um diesen enormen Imageschaden für den Rodelsport aufzuarbeiten, hatte FIL-Präsident Fendt Gespräche mit Beteiligten und Verantwortlichen angekündigt. Wie der Vorstandsvorsitzende des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), Thomas Schwab, sportschau.de am Freitag (28.02.2020) bestätigte, haben diese Gespräche stattgefunden. Dabei seien verschiedene Standpunkte erötert worden, die von "man hätte fahren können" bis hin zu "fahren war nicht möglich" reichten. Zudem habe man perspektivische Lösungsansätze diskutiert.

Rodel-Präsident Fendt: "Das ist ein Imageschaden" Sportschau 23.02.2020 08:19 Min. Verfügbar bis 23.02.2021 Das Erste

Winterberg muss nicht um Weltcup bangen

Um in Zukunft ein erneutes Debakel zu vermeiden und um Fehler zu analysieren, soll es Schwab zufolge nach der Saison Gespräche mit den Veranstaltern in Winterberg geben. Als Konsequenz deutete er Fortbildungsmaßnahmen an. Auch "personelle Verschiebungen" stünden im Raum. So wäre es beispielsweise denkbar, erfahrene Eismeister von anderen Bahnen mit einzubinden. Eine perspektivische Absage des Weltcups in Winterberg stehe laut Schwab aber aktuell nicht zur Debatte.

Fendt kündigt Rücktritt an

Personelle Veränderungen wird es dagegen ganz sicher beim Internationalen Rennrodelverband geben. Der Grund: Fendt kündigte am Freitag an, aus privaten Gründen als Präsident zurückzutreten. "Ich werde mein Amt beim FIL-Kongress im Juni 2020 in Berchtesgaden zur Verfügung stellen", sagte der 72-Jährige. Der ehemalige Rennrodler und Silbermedaillen-Gewinner bei den Olympischen Spielen 1976 hat das Amt seit 1994 inne. Nachfolger soll der bisherige Generalsekretär Einars Fogelis aus Lettland werden.

Thema in: Wintersport im Ersten, 23.02.2020, Ab 10.00 Uhr

ten | Stand: 28.02.2020, 18:00

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