Bolschunow sorgt für Eklat bei Langlauf-Weltcup

Bolschunow rammt Mäki - der Zielsprint von Lahti Sportschau 26.01.2021 00:30 Min. Verfügbar bis 26.01.2022 Das Erste

Skilanglauf-Weltcup in Lahti

Bolschunow sorgt für Eklat bei Langlauf-Weltcup

Von Sanny Stephan

Die Dominanz der Norweger machte das Staffelrennen in Lahti zunächst unspektakulär, doch auf der Zielgeraden sorgte Weltcup-Spitzenreiter Alexander Bolschunow mit zwei Ausrastern für einen Eklat.

Es ging am Sonntag (24.01.2021) um den zweiten Platz beim Staffelrennen der Langläufer im finnischen Lahti, als Alexander Bolschunow auf der Zielgeraden komplett die Nerven verlor.

Der russische Weltcup-Spitzenreiter fühlte sich von seinem finnischen Kontrahenten Joni Mäki behindert und schlug mit dem Stock nach dem Schlussläufer der Finnen. Doch dabei blieb es nicht: Voller Adrenalin rammte er Mäki im Zielraum auch noch um. Beide stürzten zu Boden.

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DSV-Staffel rückt auf Platz vier vor

Wegen dieser Unsportlichkeiten wurde Russland I disqualifiziert. Davon profitierte auch die deutsche Mannschaft, die auf Platz vier vorrückte. Den Sieg schnappte sich auch hier - natürlich Norwegen mit Paal Golberg, Emil Iversen, Sjur Röthe und Simen Hegstad Krüger.

Team "Norge" gewann mit 40 Sekunden Vorsprung vor Finnland, auf Rang drei rückte Russland II.

DSV-Quartett gibt alles

Das deutsche Quartett mit Jonas Dobler, Janosch Brugger, Florian Notz und Friedrich Moch lief im 4x7,5-km-Rennen solide mit, hatte mit den Podestplätzen aber in keiner Phase des Rennens etwas zu tun.

Mehrere Langläufer beim Rennen in Lahti

Mehrere Langläufer beim Rennen in Lahti

Dobler und Brugger liefen den Klassikteil. Mit den Top-Nationen konnten beide nicht mithalten, doch Brugger hatte mit Dario Cologna aus der Schweiz einen guten Partner. Beide schafften ein ordentliches Polster nach hinten.

Notz hängt Konkurrenten ab

Florian Notz, beim Skiathlon schon gut unterwegs, hing den Schweizer auf seiner 7,5-km-Runde im freien Stil ab und schickte Schlussläufer Friedrich Moch als Fünften auf die Runde.

Der 20-jährige Moch, der am Samstag sein bestes Karriere-Ergebnis verbuchte, lief das Rennen souverän zu Ende und verteidigte den fünften Platz - aus dem nach Bolschunows Ausratser sogar Rang vier wurde.

Mit Blick auf die WM muss sich die deutsche Mannschaft, die mit dem Platz auf dem Podest liebäugelt, steigern. In Lahti waren die Schweden mit einem Rumpfteam am Start, Frankreich und die USA fehlten.

DSV-Frauen laufen auf den sechsten Platz

Die deutsche Laura Gimmler während der Rennens

Laura Gimmler begann mutig und zeigte sich sogar an der Spitze.

Die deutschen Langläuferinnen Laura Gimmler, Katharina Hennig, Victoria Carl und Pia Fink beendeten die 4x5-km-Staffel zuvor als Sechste. Beim Sieg der überlegenen Norwegerinnen platzten die leisen Hoffnungen auf einen Platz auf dem Podest früh. Am Ende kamen die Deutschen mehr als zwei Minuten hinter Norwegen ins Ziel. Schweden wurde Zweiter, Gastgeber Finnland landete auf dem dritten Rang.

Platz sechs früh "gesichert"

Den sechsten Platz hatte die deutsche Mannschaft quasi schon beim ersten Wechsel "sicher". Startläuferin Gimmler lief auf dem ersten Klassikteil mutig an, musste aber bei einer Tempoverschärfung abreißen lassen und schickte die beste deutsche Läuferin, Katharina Hennig, schon mit 26 Sekunden Rückstand auf die Strecke.

Vornweg liefen Norwegen, Finnland, Schweden, Russland und die USA - allerdings noch dicht beisammen.

Johaug kennt keine Gnade

Das änderte sich als Norwegens zweite Läuferin, Therese Johaug, den Turbo zündete. Johaug kannte keine Gnade und sprengte das Feld. Einzig die Finnin Kerttu Niskanen konnte halbwegs mitgehen, für Russland, die USA und Schweden wurde die Lücke immer größer.

Die norwegische Langläuferin Therese Johaug

Die norwegische Langläuferin Therese Johaug

Auch Hennig verlor noch einmal und schickte Victoria Carl mit 1:10 Minuten Rückstand ins Rennen.

Carl und Fink weder vor noch zurück

Carl verteidigte den sechsten Platz auf ihrer fünf Kilometerrunde, konnte nach vorn aber keinen Boden gut machen und schickte die DSV-Schussläuferin Pia Fink als Sechste mit 1;36 Minuten Rückstand ins Rennen. Bei diesem Platz blieb es für die deutsche Staffel.

Skiathlon Damen Seefeld

Pia Fink brachte den sechsten Platz ins Ziel.

An der Spitze baute dagegen Norwegens Helene Marie Fossesholm den Vorsprung Sekunde für Sekunde aus, dahinter rangelten Schweden, Finnland und Russland um die weiteren Plätze auf dem Podest.

Schweden verdrängt Finnland auf der Schlussrunde

Norwegens Schlussläuferin Heidi Weng konnte das Rennen dank des sensationellen Vorsprung von 51,8 Sekunden locker austrudeln lassen, spannend blieb der Kampf um den zweiten Platz. Finnland hatte beim letzten Wechsel nur neun Sekunden Vorsprung auf Schweden und Russland. Und dieser war schnell dahin, weil Ebba Andersson (Schweden) rasch auf Krista Pärmäkosk auflief und die Finnin zwei Kilometer vor dem Ziel abschüttelte.

Schweden jubelte über Platz zwei, den Gastgeberinnen blieb der dritte Platz. Die Russinnen konnte das hohe Tempo nicht mitgehen und fielen auf der Schlussrunde raus aus den Podestplätzen.

Stand: 24.01.2021, 11:57

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