Elvira Öberg aus Schweden wärmt sich auf.

Biathlon | Ruhpolding Deutsche Biathletinnen bei Öbergs Sprintsieg abgeschlagen

Stand: 12.01.2022 15:57 Uhr

Zum Auftakt des Biathlon-Weltcups in Ruhpolding hat die Schwedin Elvira Öberg die zuletzt dominierende Marte Olsbu Röiseland geschlagen. Im 7,5-km-Sprint liefen die DSV-Athletinnen einmal mehr hinterher.

Von Wolfram Porr

In Abwesenheit der besten deutschen Skijägerin Franziska Preuß hat den deutschen Frauen auch der Heimvorteil im oberbayerischen Ruhpolding nicht geholfen: Beim souveränen Sieg der Schwedin Elvira Öberg im 7,5-km-Sprint der Frauen kam Franziska Hildebrand als beste Deutsche auf Platz 17.

Öberg zeigte in und um die leere Chiemgau-Arena eine famose Leistung und feierte ihren dritten Weltcupsieg in diesem Winter. Die Schwedin blieb nicht nur fehlerfrei am Schießstand. Sie nahm der im Gesamt- und im Sprint-Weltcup führenden Norwegerin Marte Olsbu Röiseland (0 Fehler) sage und schreibe 21,6 Sekunden ab. Dritte wurde die ebenfalls fehlerfreie Italienerin Dorothea Wierer (0/+29,7).

Öberg spätestens jetzt Topfavoritin bei Olympia

Bei Top-Windbedingungen hatten Experten in Ruhpolding enge Ergebnisse erwartet. Umso überraschender der große Vorsprung von Öberg, die im Weltcup nun in beiden Wertungen - Gesamtweltcup und Sprint - jeweils auf Platz zwei liegt. In dieser Form gehört die 22-Jährige bei den Olympischen Winterspielen in Peking sicher zu den Medaillenanwärterinnen.

Hildebrand beste Deutsche: "Wir tun unser Bestes"

Bei den zuletzt nicht konkurrenzfähigen deutschen Frauen gibt es noch keine nennenswerten Fortschritte zu vermelden. Bezeichnend, dass die Beste an diesem Tag die routinierte Franziska Hildebrand war. Sie kam auf einen zufriedenstellenden Rang 17 (1/+ 1:17,9 Minuten).

"Ich habe mich zuletzt von Rennen zu Rennen immer besser gefühlt. Hier auf meiner Heimstrecke dachte ich, es kann ein gutes Rennen werden", sagte die 34-Jährige, die ja lang aus dem Weltcup herausgenomen wurde und im zweitklassigen IBU-Cup startete, im ZDF.

Sie selbst sieht trotz allem positiv nach vorne: "Wir tun unser Bestes, wir arbeiten hart. Es muss halt irgendwann mal wieder alles zusammenpassen. Dann kann es auch ganz weit nach vorne gehen."

Herrmann kriselt weiter: Es fehlt "der Flow"

Darauf hofft auch Denise Herrmann (2/+ 1:26,7), die eine bessere Platzierung erneut am Schießstand vergab und am Ende 24. wurde: "Es gibt Teildisziplinen, die in Teilen funktionieren", sagte die Sächsin im ZDF. "Beim Liegendschießen lief es gut, stehend läuft es einfach nicht." Auf Nachfrage sagte sie, dass sie schon viel versucht habe, um wieder "in diesen Flow" zu kommen, den man brauche, um gute Ergebnisse zu erzielen. Dafür fehlten vor allem Selbstvertrauen und die richtige Entspannung. "Aber man kann es nicht erzwingen. Ich muss einfach an mich selber glauben; dann kommt der Tag, an dem es wieder aufgeht", blieb sie positiv.

Denise Herrmann aus Deutschland beim Anschießen.

Denise Herrmann aus Deutschland beim Anschießen.

Voigt solide - Hinz bangt lange um Quali für den "Verfolger"

Vanessa Voigt (1/+1:36,7 Minuten) zeigte einmal mehr eine sehr solide Leistung, vor allem beim Schießen. Ihr 29. Platz wurmte sie dann aber doch ein bisschen: "Im Laufen war es heute besser als in Oberhof. Aber ich muss jetzt echt mal was tun in der ersten Runde", zeigte sich die 24-Jährige im ZDF unzufrieden mit ihrer Laufleistung zu Beginn des Rennens.

Vanessa Hinz (3/2:21,0) musste bis zum Schluss um die Qualifikation für das Verfolgungsrennen bangen, die sie als 60. und letzte Läuferin gerade so schaffte. Dies verpassten Marion Wiesenarter (1/+ 2:24,9) und Hanna Kebinger (0/+ 2:31,9) auf den Plätzen 63 und 66.

Eisenbichler: "Sind nicht zufrieden"

"Das war nicht der Wettkampf, den wir uns zum zweiten Heimweltcup gewünscht haben. Wir sind damit nicht zufrieden, man muss das aber individuell analysieren", sagte Bernd Eisenbichler, der Hildebrand und Voigt explizit von seiner Kritik ausnahm. Er wünsche den Frauen ein Erfolgserlebnis, um Selbstvertrauen aufzubauen.