1899 Hoffenheim - VfB Stuttgart 2:1 Hoffenheims Baumgartner schießt den VfB tiefer in die Krise

Stand: 28.02.2022 00:01 Uhr

Ein Doppelschlag von Hoffenheims Christoph Baumgartner hat Stuttgarts Hoffnung auf drei Punkte im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga jäh zerstört.

Durch die beiden Treffer in der 85. und 90. Spielminute drehte Hoffenheims Christoph Baumgartner am Freitagabend (25.02.2022) praktisch im Alleingang das Spiel zum 2:1 (0:0)-Sieg, nachdem Wataru Endo den VfB in Führung gebracht hatte.

Wechsel auf beiden Seiten

Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß stellte seine Startelf nach dem 2:1-Sieg gegen Wolfsburg auf drei Positionen um: Für den verletzten Kevin Vogt (Muskelfaserriss) rückte Florian Grillitsch ins Zentrum der Dreierkette. Zudem begannen Pavel Kaderabek und Dennis Geiger für Diadie Samassekou und Munas Dabbur.

Auch VfB-Coach Pellegrino Matarazzo musste aufgrund von Verletzungen zwei Veränderungen vornehmen: Omar Marmoush ersetzte Silas Katompa Mvumpa (Schulterverletzung). Hiroki Ito rückte für den ebenfalls verletzten Borna Sosa in die Startelf (Knieprellung). Hoffnungsträger Sasa Kalajdzic musste zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Die Gäste aus Stuttgart waren in den ersten Minuten darauf fokussiert, Sicherheit in ihr Spiel zu bekommen. Doch bereits in der zweite Spielminute wackelte die Stuttgarter Verteidigung zum ersten Mal: Waldemar Antons Rückpass auf Florian Müller war etwas zu kurz geraten, doch der VfB-Keeper konnte den Ball in letzter Sekunde klären.

Beide Teams auf Offensive fokussiert

Beide Mannschaften konzentrierten sich auf ihre Offensivqualitäten, suchten den Weg zum gegnerischen Strafraum und konnten sich erste Chancen erarbeiten. Doch weder der Kopfball von Ihlas Bebou (7.) noch Omar Marmoushs Schuss nach der ersten Stuttgarter Ecke (9.) brachten wirklich Gefahr. Anders in der 15. Spielminute. Hoffenheims André Kramaric flankte auf Pavel Kaderabek, Hiro Ito war aber mit dem Kopf dran und fälschte den Ball knapp am eigenen Tor vorbei.

Großchancen auf beiden Seiten

Es folgten spektakuläre Offensiv-Minuten beider Mannschaften. Nach einem Stellungsfehler von Florian Grillitsch war Stuttgarts Tiago Tomas auf der rechten Seite frei und legte den Ball auf den mitgelaufenen Chris Führich quer. Der verpasste freistehend im Hoffenheimer Fünfmeter-Raum (19.).

Im direkten Gegenzug tauchte Benjamin Hübner völlig frei vor Florian Müller auf, konnte den VfB-Keeper aber nicht überwinden. Den Abpraller knallte Kaderabek, der an sehr vielen Hoffenheimer Offensivaktionen beteiligt war, an die Latte.

Hoffenheim dreht das Spiel: Die Audio-Highlights

Ann-Kathrin Rose, Sportschau, 25.02.2022 22:31 Uhr

Wenige Minuten später gab es die nächste Chance für die Gäste, denen es immer wieder gelang, schnell den Ball aus der eigenen Hälfte herauszuspielen. Nach einer Freistoß-Flanke von Hiroki Ito bekam Omar Marmoush den Ball vor die Füße. Hoffenheims Oliver Baumann konnte den nicht ganz präzisen Schuss parieren.

Mangala muss raus - TSG-Treffer zählt nicht

Es folgte der nächste Verletzungs-Schock bei den Gästen: Orel Mangala musste das Feld in der 37. Minute verlassen. Für ihn kam Philipp Förster. Im Folgenden konnten sich die Gastgeber ein wenig in der Stuttgarter Hälfte festsetzen und erspielten sich durch Baumgartner (39.) und Kramaric (41.) weitere Chancen.

In der 43. Minute zappelte der Ball dann im Netz. Doch dem Treffer von Hoffenheims Benjamin Hübner ging eine Abseits-Stellung von Georginio Rutter voraus. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck gab den Treffer zurecht nicht. So ging es mit 0:0 in die Pause.

Geiger muss raus - Stuttgart trifft

Nach der Pause kamen die Hoffenheimer unverändert auf den Rasen zurück. Bei den Gästen kam Sasa Kalajdzic für Chris Führich. Wenige Minuten später musste auch die TSG zum ersten Mal wechseln: Dennis Geiger, der bereits zu Beginn der Partie einen Schlag am Kopf abbekommen hatte, ging nach einem Kontakt im eigenen Strafraum erneut zu Boden und musste mit der Trage abtransportiert werden. Für ihn kam Sebastian Rudy.

Die anschließende Ecke von Omar Marmous verlängerte Sasa Kalajdzic. Am zweiten Pfosten konnte Wataru Endo Hoffenheims David Raum entwischen und den Ball zum 1:0 über die Linie bringen (58.). Die Hoffenheimer brauchten daraufhin etwas weniger als zehn Minuten, um sich von dem Schock zu erholen, ehe Ihlas Bebou die erste Großchance zum Ausgleich hatte. Sein Kopfball war aber zu unplatziert (67.).

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Daraufhin wechselten beide Trainer. Hoeneß gleich doppelt: Er brachte Angelo Stiller für Kaderabek und Munas Dabbur für Ihlas Bebou (70.). Matarazzo musste unterdessen auf die nächste Verletzung reagieren: Er brachte Roberto Massimo für Pascal Stenzel (73.).

Baumgartner trifft doppelt

Mit Jacob Bruun Larsen (für Rutter) versuchte Hoeneß für noch mehr Offensivkraft zu sorgen, doch den Treffer erzielte ein anderer: Baumgartner dribbelte sich im Strafraum an Tiago Tomas vorbei und schloss traumhaft zum Ausgleich in den Winkel ab (85.).

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Doch damit nicht genug. Kurz vor Schluss erreichte die Flanke von Bruun Larsen Konstantinos Mavropanos, der den Ball nicht klären konnte. Der hinter ihm lauernde Baumgartner traf freistehend zum 2:1-Endstand.

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Hoffenheim ist nun beim 1. FC Köln zu Gast am Sonntag (06.03.2022 um 17:30 Uhr). Stuttgart spielt tags zuvor um 18.30 Uhr gegen Borussia Mönchengladbach.