Entscheidung in Bremen Rauchfreies Weser-Stadion? "Wir zerren niemanden raus"

Stand: 14.06.2022 17:59 Uhr

Werder Bremen möchte künftig das Rauchen im Weser-Stadion beschränken. Doch ein Verbot wird es zur neuen Saison nicht geben, nur erste Schritte und Empfehlungen.

Von Petra Philippsen

Laut der Deutschen Krebsgesellschaft sind hierzulande 75,2 Prozent der über 18-Jährigen Nichtraucher, also die deutliche Mehrheit. Werder Bremen möchte sich diesem Zeitgeist anschließen und die Themen "Nichtraucherschutz und Gesundheitsförderung" nun stärker in den Fokus stellen.

Dafür plant der Bundesliga-Aufsteiger, das Rauchen im Bremer Weser-Stadion ab der neuen Saison zu beschränken. Das Ziel ist ein rauchfreies Stadion, doch auf Verbote will Werder dabei verzichten.

"Wir wollen das Thema nicht mit drohenden Sanktionen angehen, sondern die Leute mitnehmen und sensibilisieren für den Nichtraucherschutz. Wir wollen sie selber darauf bringen, nicht zu rauchen." (Werders Mediendirektor Christoph Pieper bei Bremen Vier)

Werder appelliert an die Vernunft

Der Verein arbeitet derzeit gemeinsam mit der Bremer Weserstadion GmbH an einem Konzept. Einen sogenannten "Gesundheitsblock" gibt es bereits, in dem rauchen nicht erwünscht ist, zudem gibt es bereits jetzt schon ein Rauchverbot in allen Innenräumen des Weser-Stadions.

Zur neuen Saison im August wird Werder die Fans erst einmal dazu aufrufen, 15 Minuten vor und 15 Minuten nach dem Spiel im Weser-Stadion nicht zu rauchen. Es ist eine freundliche Empfehlung, Werder appelliert an die Vernunft der Fans.

"Wir werden Leute nicht aus dem Stadion zerren, wenn sich jemand eine Zigarette anzündet." (Werders Mediendirektor Christoph Pieper bei Bremen Vier)

Der Plan, dass das Stadion rauchfrei wird, soll stufenweise umgesetzt werden. Und bei Werder macht man sich auch keine Illusionen, dass es eine ganze Weile dauern wird, bis die Appelle vielleicht Wirkung zeigen werden. "Wenn es in der nächsten oder übernächsten Saison klappen würde, wäre es schön", sagt Mediendirektor Christoph Pieper, "aber wir wissen nicht, wie lange es dauern wird."