Johannes Vetter

Leichtathletik | DM in Berlin Sorgen um Vetter: Speerwurf-Star sagt Titelkämpfe ab

Stand: 22.06.2022 11:59 Uhr

Fragt man einen Sportler nach seinen Zielen, sind das meistens Titel und Medaillen. Bei Johannes Vetter sieht das derzeit anders aus. Er wünscht sich nichts mehr, als sich endlich wieder schmerzfrei schinden zu können.

Weil die Schulter Probleme macht, musste der deutsche Speer-Rekordler seine Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften am Wochenende in Berlin absagen. "Es geht um mich und meine Gesundheit, die muss ich einfach schützen", erklärte der 29 Jahre alte gebürtige Dresdner.

Die hartnäckige Entzündung in der Schulter sei "zumindest so ernst, dass wir seit Wochen damit zu kämpfen haben". Den ganz großen Frust will Vetter nicht aufkommen lassen. "Toll ist das nicht, aber wir haben schon ganz andere Sachen überstanden", sagte er.

WM im Juli ungewiss

Nach dem verkorksten Auftritt bei Olympia in Tokio, als Vetter wegen Anlaufprobleme auf dem weichen Bodenbelag chancenlos war und als großer Goldfavorit Neunter wurde, sollte 2022 für den deutschen Rekordhalter (97,76 Meter) wieder ein Glanzjahr werden. Doch jetzt gibt es vor der WM in Eugene/Oregon (15. bis 24. Juli) und der mindestens genauso wichtigen Heim-EM in München (15. bis 21. August) große Fragezeichen.

Ob ein WM-Start gefährdet sein könnte? "Das ist noch völlig offen", sagte Vetter. Erst einmal gilt es für das Kraftpaket, das sich im Training so leidenschaftlich schinden kann, sich auch wieder schmerzfrei schinden zu können. "Ich bin schon in der Lage ein bisschen was zu werfen, aber die schweren Sachen gehen nicht", sagte er.

Johannes Vetter

Skeptischer Blick in die Zukunft: Johannes Vetter.

Vetter ist mit Mitte Mai erzielten 85,64 m hinter dem Mainzer Julian Weber (89,54) und dem Mannheimer Andreas Hofmann (87,32) drittbester deutscher Werfer der Saison. Sein WM-Ticket hat er als Diamond-League-Sieger per Wildcard sicher.

"Finals 2022" in Berlin: 190 deutsche Meistertitel

Die größten Stars der deutschen Leichtathletik versammeln sich am Wochenende in Berlin. Es geht bei den "Finals 2022" um Meisterschaftstitel. Athletinnen und Athleten aus 14 Sportarten kämpfen um insgesamt 190 deutsche Meistertitel.

sst/sid