Torwart Peter Gulacsi jubelt.

Fußball | Bundesliga "Pete mit den Riesenhänden" - RB Leipzig mit Gulacsi unbesiegbar

Stand: 28.04.2024 11:30 Uhr

Xavi, Openda, Olmo - Fans von RB Leipzig schnalzen beim Offensiv-Feuerwerk mit der Zunge. Da steht die Defensive um Torwart Peter Gulacsi oftmals im Schatten, dabei ist der Keeper zumindest statistisch gesehen der Schlüssel zum Glück.

Wenn Peter Gulacsi im Tor steht, gewinnt RB Leipzig einfach immer. Am 4. Februar eroberte sich der Torwart seinen Stammplatz bei RB Leipzig zurück und ist seitdem Garant für eine beeindruckende Erfolgsserie.

Elfmal hat Leipzig mit dem 33-Jährigen nicht verloren, beim 1:2 bei Bayern München musste er verletzt passen. Beim im Kampf um Platz vier wohl vorentscheidenden 4:1 gegen Borussia Dortmund am Samstag (27. April 2024) glänzte der ungarische Fußball-Nationalspieler erneut. Es war sein 300. Pflichtspiel für die Sachsen - und eines seiner besten. "Es war ein perfekter Tag für uns. Die Zuschauer hatten viel Spaß", freute sich Gulacsi im Interview mit SPORT IM OSTEN.

Torwart Peter Gulacsi (RB Leipzig) am Ball.

Peter Gulacsi glänzte beim 4:1-Sieg gegen Borussia Dortmund.

Rose: "Pete gibt uns Stabilität"

RB gewann das Prestige-Duell mit Borussia Dortmund deutlich - auch, weil Gulacsi einen Sahnetag erwischt hatte. Der Ungar hielt gegen Niclas Füllkrug (10./18.) und Julian Brandt (18.) großartig, musste nur Jadon Sanchos traumhaften Schlenzer aus 14 Metern ins rechte Dreiangel (20.) passieren lassen und erntete danach reichlich Lob: "Pete mit den Riesenhänden", sagte Sportdirektor Rouven Schröder. "Im Endeffekt hat er zwei Riesenparaden zu wichtigen Zeiten."

Gulacsi sei ein Garant dafür, dass die Defensivleute ein gutes Spiel machen, urteilte Schröder. Trainer Marco Rose fällte ein ähnliches Urteil: "Pete gibt uns Stabilität. So kann er weitermachen. Vielleicht nochmal 300." Die Situation sah vor der Winterpause noch ganz anders aus. Beständig hatten sich Gerüchte gehalten, Gulacsi würde Leipzig nach über acht Jahren verlassen.

Janis Blaswich hatte den Routinier nach dessen Kreuzbandriss sehr gut vertreten, war sogar für die Nationalmannschaft eingeladen worden. Doch dann mehrten sich die Unsicherheiten und Gulacsi bekam seine Chance. Der Routinier wurde von Spiel zu Spiel sicherer und ist mittlerweile zu alter Stärke zurückgekehrt.

Abgänge einkalkuliert

Auch, weil der Ungar derzeit so gut performt, kann RB durch den Sieg gegen Dortmund im Prinzip die Planungen für die kommende Saison richtig anschieben. Diese hingen vakant von der Teilnahme an der neuen Champions League ab, zumal durch die Erweiterung auf 36 Mannschaften Mehreinnahmen von zehn bis zwölf Prozent zu erwarten sind. "Wir möchten auch im nächsten Jahr eine gute Mannschaft haben. Von daher war das eine gute Werbung für uns", sagte Schröder.

Marco Rose (RB Leipzig): "Nach dem Ausgleich war es eine Top-Leistung"

Man müsse allerdings mit Interesse an den jetzigen Spielern rechnen. Leipzig sei laut Schröder eine "perfekte Plattform" zur Entwicklung. Einen Umbruch wie im vergangenen Sommer, als die Leistungsträger Konrad Laimer, Christopher Nkunku, Dominik Szoboszlai und Josko Gvardiol den Club verließen, soll es nicht erneut geben. Intern rechnet man mit einem Transfer von Dani Olmo, der für 60 Millionen Euro gehen kann. Benjamin Sesko besitzt eine Klausel über 50 Millionen.

spio/dpa