Trainer Manuel Rost gibt Anweisungen.

Fußball | Regionalliga Germania Halberstadt glaubt wieder an die "Mission Impossible"

Stand: 22.01.2023 09:14 Uhr

14 Spiele, kein Sieg und gerade mal drei Remis! Nach einer trostlosen Hinrunde droht Germania Halberstadt der frühzeitige Abstieg. Doch in der Vorbereitung schöpfte der Letzte neuen Mut für das scheinbar Unmögliche. Ausgerechnet vier junge Neuzugänge sollen die Jagd nach dem rettenden Ufer eröffnen.

Von Patrick Franz

Junge Wilde sollen Gegnern Dampf machen

"Unser Gegentorschnitt war mit 2,4 kassierten Treffern pro Partie deutlich zu hoch. Wir lagen siebenmal zur Pause schon 2:0 zurück. Da hatten wir ein qualitatives Problem und mussten wir auf dem Markt tätig werden", schlussfolgerte Trainer Manuel Rost aus der Misere im Herbst. Verpflichtet wurden mit Fynn Kleeschätzky und dem Deutsch-Russen Nikita Marusenko zwei Defensiv-Experten für Abwehr bzw. Mittelfeld, die beide im Nachwuchs von Hannover 96 ausgebildet wurden. Dazu gibt es in Jona Renner von Eintracht Braunschweig II und Simran Dhaliwal zwei weitere Verstärkungen im U23-Alter. Vielleicht kein Zufall: Die jungen Wilden sollen vor allem unermüdlich gegen den Ball arbeiten und den Gegner in Grund und Boden laufen - so zumindest die forsche Idee.

Nikita Marusenko, FC Gießen, am Ball.

Nikita Marusenko soll Halberstadt zu neuer Stabilität verhelfen und den Abgang von Leistungsträger Stefan Korsch kompensieren.

Voller Aufgabenzettel wurde umgesetzt

Rost meint: "Wir hatten vier Trainingsziele. Dabei ging es darum, eine gute konditionelle Basis aufzubauen, die Neuzugänge schnell zu integrieren, mannschaftlich kompakter gegen den Ball zu arbeiten und Abläufe für Umschaltbewegungen einzustudieren, sodass wir offensiv als auch defensiver besser auf Spielsituationen reagieren können." Der Aufgabenzettel war also prall gefüllt. Der Coach zieht ein zufriedenes Fazit: "Wir hatten ähnliche Testspielgegner wie in der Sommervorbereitung und haben diesmal deutlich besser ausgesehen, vor allem im Defensivbereich."

Germania trotzt Kalkulationsschwierigkeiten

Ob es wirklich zum Nichtabstiegswunder reichen kann, ist dagegen schwer vorherzusehen. Schließlich stecken in der 3. Liga mindestens drei nordostdeutsche Teams bis zum Hals im Abstiegskampf. Dadurch kann die Zahl der Absteiger in der Regionalliga durchaus auf das Maximum von vier Klubs steigen. Der Rückstand auf den Fünftletzten Viktoria Berlin beträgt bei einem Nachholspiel dabei schon satte 14 Zähler. Rost versichert dennoch Optimismus: "Wir, der Verein, das Trainerteam und die Mannschaft, glauben an unsere Chance. Auf dem Weg zum Unmöglichen werden wir aber auch mal wieder ein Tal durchschreiten müssen."

Neuer Schwung auch für "Fußball-Gott" Eilers?

Zunächst muss vor allem der Bann des ersten Sieges endlich durchbrochen werden. Sprich: Erstmal muss der VfB - passend zum Winterwetter - eine Bergstation wieder erreichen, um überhaupt wieder ins Tal zurückfahren zu können. Wobei lange Negativserien ohnehin nicht zu kompensieren sind. Fakt: Neben einer sattelfesten Verteidigung bräuchte die Germania in Dynamos Ex-Aufstiegsheld Justin Eilers einen Torschützen vom Dienst. Rost sagt: "In der Hinrunde hat sich auch bei ihm das Unglück vorm Tor eingestellt, in der gesamten Mannschaft gab es ein mentales Problem. Justin allein wird uns nicht retten können, aber vielleicht bleibt er öfters kühl vor der Kiste."

Justin Eilers

Justin Eilers muss für Halberstadt in der Rückserie noch zur Lebensversicherung werden.

Der neue Schwung soll den Kopf frei machen, die Abwehr dicht und vorne soll der "Fußball-Gott" helfen, wie die Dresdner Fans Eilers einst tauften. Dann könnte die Mission Impossible zur Mission Wunder werden. Selbst das klingt noch anspruchsvoll genug, zumal mit Stefan Korsch ein Stammspieler aus beruflichen Gründen kurz vorm Liga-Restart verloren ging.