Fußball | Relegation zur 2. Bundesliga 0:2 gegen K'lautern: Dynamo Dresden steigt ab

Stand: 25.05.2022 01:40 Uhr

Dynamo Dresden hat die Last-Minute-Rettung verpasst. Nach einer Heimpleite im Relegationsrückspiel gegen Kaiserslautern steigen die Schwarz-Gelben aus der 2. Bundesliga ab. Am Ende musste die Partie unterbrochen werden.

Dynamo Dresden steigt nach nur einem Jahr aus der 2. Fußball-Bundesliga wieder ab. Am Dienstag unterlag die SGD im Relegationsrückspiel Drittligist 1. FC Kaiserslautern 0:2. Nach dem 0:0 im Hinspiel reichte das nicht. Die jüngsten 19 Partien konnte Dresden nicht gewinnen, die Zahl eines Absteigers. Nach dem FC Erzgebirge Aue ist es der zweite Zweitliga-Absteiger aus Mitteldeutschland, der 1. FC Magdeburg schaffte dagegen den Aufstieg.

Daferner verpasst früh die Führung

Von Beginn an entwickelte sich im Pyro-Nebel, der zunächst im Stadion waberte, ein echtes Kampfspiel. Beide Teams schenkten sich rein gar nichts. Die Stimmung tat ihr Übriges, die Fans ließen ihr Herz auf den Tribünen. Im Gegensatz zum dezenten Hinspiel-0:0 suchten beide konsequenter den Weg nach vorne. Dynamo hätte, wie am Vortag Hertha in Hamburg, früh in Führung gehen können: Ransford Königsdörffer bediente nach einem Fehlpass der Gäste Christoph Daferner, dessen Schuss aus 18 Metern nur knapp links vorbei flog (4.). Kaiserslautern hielt dagegen, nach einem Kopfball von Terrence Boyd im Anschluss an eine Ecke musste Königsdörffer vor der Linie klären (11.).

Es ging mit Tempo und Intensität hin und her. Nur die Abschlussaktionen blieben in der Folge zu halbgar. Dresden ging gerne auf die zweiten Bälle, agierte dann aber zu hektisch. Nach einer halben Stunde wurde die komplett neue Doppel-Sechs der Sachsen auseinander gerissen, weil Yannick Stark verletzt vom Feld musste. Der gebürtige Kaiserslauterer Oliver Batista Meier, der aber schon mit 15 vom FCK zu Bayern München wechselte, kam neu herein, er übernahm die Position von Patrick Weihrauch, der auf die Stark-Position rotierte.

Je länger die erste Halbzeit dauerte, umso mehr Spielanteile eroberte sich Dresden. Königsdörffer hatte noch eine Gelegenheit, als er die Kugel schön annahm, links an Zimmer vorbei ging, dann aber den kurzen statt des langen Pfostens anviesierte - so landete der Ball knapp links daneben, Schlussmann Matheo Raab wäre aber auch da gewesen (45.).

Zweikampf, Hikmet Ciftci Kaiserslautern, 6 gegen Patrick Weihrauch, Dresden, 10

Kaiserslautern bestrafte Passivität von Dynamo

Die ersten Minuten in der zweiten Hälfte verliefen noch ausgeglichen. Dann aber wurde Dresden immer passiver. Terrence Boyd zwang Kevin Broll per Kopf schon zu einer Glanztat, eine Minute später war es dann aber soweit: Daniel Hanslik hatte eine Kombination mit einem Schuss ins kurze Ecke vollendet (59.). Dynamo hätte kurze Zeit später antworten können, aber Daferner scheiterte nach einem Abwehrfehler an einer starken Reaktion von Schlussmann Matheo Raab (63.).

Kaiserslautern jubelt zum 0:1.

Raab verhindert 1:1 - Entscheidung in der Nachspielzeit

Die Gastgeber warfen nun alles nach vorne. Batista Meiers Freistoß kratzte Raab an die Latte (71.). Und einen hatte die SGD auch noch: Nach einen Zuspiel von Chris Löwe stand Vlachodimos frei vor Raab, aber das Torwart-Talent entschärfte auch diese Chance (86.). Den Deckel drauf machte dann Philipp Hercher (90.+2) bei einem Konter. Kaiserslautern kehrt nach vier Jahren Drittlassigkeit in die 2. Liga zurück.

Unterbrechung nach dem 0:2

Nach dem 2:0 in der Nachspielzeit sorgten die Dynamo-Anhänger für eine mehrminütige Unterbrechung, zudem brannte es im Fanblock an zwei Stellen. Die Mannschaften blieben in dieser Pause auf dem Rasen und diskutierten mit Schiedsrichter Daniel Siebert, der sich gegen einen Abbruch entschied. Wegen der Problemfans in beiden Fanlagern war die Polizei mit über 1.000 Beamten im Einsatz. Der Fokus lag auf einer strikten Fantrennung auch bei der An- und Abreise. Es wurde ein Polizeihubschrauber eingesetzt und vorsorglich auch Wasserwerfer im Einsatzraum platziert. In der Stadt blieb es zunächst friedlich, im Stadion wurde jedoch ständig Pyrotechnik gezündet. Ein Feuerwerkskörper flog sogar vom FCK-Fanblock auf einen Zuschauerrang mit Dresdner Anhängern.

Dynamo steigt aus der 2. Liga ab

Das sagten die Trainer: "Trauer, Enttäuschung, Wut"

Guerino Capretti (Dresden): "Ich gratuliere zum Aufstieg. Fällt mir extrem schwer, in die Analyse zu gehen. Da sind einfach starke, negative Emotionen, Trauer, Enttäuschung, Wut, alles mit drin. Gerade in der 2. Halbzeit haben wir es wieder versucht, wir hatten Chancen, die Chancen zum Ausgleich waren da, gute Chancen, die haben wir nicht genutzt. Der Ball ging nicht über die Linie, extrem enttäuschend. Ich will jetzt gar nicht in die Analyse gehen, weil die Enttäuschung so groß ist. Die Zeit der Analyse wird kommen, aber nicht so frisch nach dem Spiel. Am Ende war es zu wenig, wenn wir es nicht schaffen - bei allen Respekt für Lautern - uns gegen einen Drittligisten durchzusetzen, dann ist es extrem bitter und wir sind enttäuscht. Da ist dann absolute Leere, die Jungs sind am Heulen, da geht einfach nichts mehr. Wir mussten uns sammeln in der Kabine, es war Totenstille, da findest du keine Worte. Das ist eine Situation, die musste du erstmal sacken lassen. Es geht nicht um die Spieler, es geht nicht um mich, man muss erstmal alles sacken lassen. Alles andere steht jetzt nicht zur Debatte."

Dynamo-Trainer Capretti: "Enttäuschung ist so groß"

Dirk Schuster (Kaiserslautern): "Ich glaube, wir können unendlich stolz sein auf das, was die Mannschaft in den zwei Spielen abgeliefert hat. Von der Seite, was sie alles beeinflussen kann, von der Laufbereitschaft her, vom Willen, von der Einsatzbereitschaft. Auch, wie sie zeitweise gut Fußball gespielt hat, wie sie sich vom Publikum nicht hat verrückt machen lassen, hat immer an ihre Chance geglaubt. Ich denke, dass wir wieder eine gute Leistung abgerufen haben. Dynamo hatte ein, zwei richtig starke Möglichkeiten, wo wir das Glück gebraucht haben, um nicht den Ausgleich zu kassieren. Aber im Endeffekt auch nicht unverdient in die 2. Liga aufgestiegen sind. Ich denke, Dynamo hätte es genauso verdient wie wir. Sie haben auf dem Betzenberg ein großartiges Spiel gemacht, speziell in der 2. Halbzeit. Aber es kann halt nur eine Mannschaft hochgehen. Ich würde mir wünschen, Dynamo so schnell wie möglich in der 2. Halbzeit wiederzusehen."

FCK-Trainer Schuster: "Können unendlich stolz sein"

cke