Hat zu viele Defizite gegen den krassen Außenseiter Färöer ausgemacht: Deutschlands Trainer Alfred Gislason.

Handball | WM So läuft die Handball-WM 2023

Stand: 19.04.2022 08:35 Uhr

Knapp neun Monate vor der Handball-WM in Schweden und Polen hat sich das deutsche Team qualifiziert. Was kann man nach der Enttäuschung von 2021 im nächsten Januar von Alfred Gislasons Team erwarten?

Wann und wo ist die WM 2023?

Die 28. Handball-Weltmeisterschaft der Männer soll vom 11. bis 29. Januar 2023 in Polen und Schweden stattfinden. In Polen soll es vier Spielorte geben: Krakau, Danzig, Kattowitz, Plock. Für Schweden wurden fünf Spielstätten ausgewählt: Stockholm, Malmö, Göteborg, Jönköping und Kristianstad. 

Die Teilnehmer

Die WM wird mit 32 Teams ausgetragen. Automatisch qualifiziert sind die beiden Gastgeber sowie Titelverteidiger Dänemark. Hinzu kommen die fünf besten Teams der Afrikameisterschaft 2022 und die fünf besten der Asienmeisterschaft 2022. Dazu Spanien, Frankreich und Norwegen als die drei besten der EM 2022. Plus neun weitere Teams aus Europa: Belgien, Ungarn, Kroatien, Island, Serbien, Deutschland, Portugal, Montenegro und Nordmazedonien. Sieben weitere Tickets erhalten Süd- und Nordamerika und zwei Wildcard-Glückliche.

Deutsche Chancen

Wozu die deutsche Mannschaft wirklich fähig ist, wagt selbst der Bundestrainer nicht vorherzusagen. Was ist drin? Der Titel? Eher nicht. Ein noch schwächeres Abschneiden als der historisch schlechte zwölfte Platz bei der WM 2021? Dafür besitzt die neu formierte Mannschaft eigentlich zu viel Talent.

Welche Figur gibt der Bundestrainer ab?

Alfred Gislason - etwas mehr als zwei Jahre macht der 62-Jährige nun den Bundestrainer-Job, und er arbeitet seitdem unter erschwerten Bedingungen. Dass sich sein Team selbst in den WM-Playoffs gegen einen krassen Außenseiter wie die Färöer mitunter so schwertut, passt gewissermaßen ins Bild. Beim 33:27-Erfolg im Rückspiel am Samstag in Torshavn hatte die DHB-Auswahl zur Halbzeit sogar zurückgelegen. Gislason war genervt, blieb nach außen aber ruhig. Er kennt diese wechselhaften Vorstellungen längst. Seit mehreren Monaten moderiert der Isländer einen gewaltigen Umbruch.

Wie sieht der Kader aus?

Etablierte Spieler wie Patrick Wiencek, Steffen Weinhold oder Hendrik Pekeler traten aus dem DHB-Team zurück, stattdessen baute Gislason etwa ein Zweitliga-Toptalent wie Julian Köster vom VfL Gummersbach ein. Bei seinen bisherigen Lehrgängen hatte der Coach aufgrund von Corona-Fällen, Verletzungen oder sonstigen Gründen nie denselben Kader beisammen. Es verwundert daher nicht, dass ihm und seinen Spielern derzeit eine WM-Prognose schwerfällt.

Wann sind die nächsten Termine?

Erst im Herbst trifft sich die Mannschaft zu ihrem nächsten Lehrgang wieder. Was Gislason bis dahin bleibt: alte Spiele analysieren, aktuelle Bundesliga-Spiele anschauen, mit seinen WM-Kandidaten reden, sich Gedanken machen. Zum Beispiel über eine seiner größten Baustellen. Ohne Wiencek und Pekeler hapert es gewaltig im Zentrum der Abwehr, Kapitän Johannes Golla und sein Nebenmann Simon Ernst harmonieren noch nicht miteinander.

Sportschau, 17.01.2022 08:52 Uhr