Enttäuscht: Kielce Torhüter Andreas Wolff nach dem Champions-League Final Niederlage gegen den FC Barcelona
analyse

Handball-Champions-League Barca lässt Wolffs Kindheitstraum platzen

Stand: 20.06.2022 12:31 Uhr

Dem FC Barcelona gelingt als erstes Team die Titelverteidigung beim Final Four in Köln. Dabei hatte Kielces Keeper Andreas Wolff schon eine Hand am Pokal.

Von Maike Elger

Es ist der zehnte Champions-League-Titel für den Rekordsieger. Der vierte Sieg beim Final Four. Der siebte Titel der Saison. Der FC Barcelona ist das Nonplusultra im Vereinshandball.

Doch Kielce rüttelte heftig am Thron der Katalanen. Erst im Siebenmeter-Werfen bezwang Barca KS Kielce mit DHB-Torhüter Andreas Wolff im Finale in der Königsklasse. "Das Spiel muss definitiv verarbeitet werden, es tut gerade unheimlich weh", so Wolff, der seit 2019 im Tor der Polen steht. "Natürlich muss man auch Tribut zollen, dass Barca vielleicht die beste Mannschaft der Welt ist. Wir hatten die Hoffnung, dass wir uns als solche zumindest temporär krönen können."

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Eine Hand am Pokal

Im wahrsten Sinne des Wortes hatte Wolff schon eine Hand am Pokal. Am ersten Penalty-Wurf ist er dran - auch am zweiten Siebenmeter-Wurf durch All-Star-Rückraumspieler Dika Mem, der abgefälscht erst an den Pfosten, dann ins Tor fällt. "Im Nachhinein sehr frustrierend, katastrophal, wie viel Unglück in dem Wurf gesteckt hat", sagt Wolff, "ich denke, wenn der rausfällt, dann gewinnen wir das Ding".

Stattdessen feiern die Katalanen. "Es bedeutet so viel für mich, ich bin stolz auf mein Team. Wir haben heute durch unsere Titelverteidigung Geschichte geschrieben. Wir werden diesen Titel genießen, aber wir wollen noch mehr", sagte Mem, "für mich war es das härteste Spiel, dass ich in meiner professionellen Karriere je gespielt habe".

Erste Titelverteidigung in Köln

Barca ist das erste Team, dem die Titelverteidigung gelingt. Seit der ersten Auflage des Final Fours in Köln 2010 scheiterten alle Titelträger im folgenden Jahr. Von einem "Fluch" wurde gar gesprochen. Auch Favoriten hatten es häufig schwer.

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Schon beim Medientermin vor den Halbfinalspielen wollte Kielces Torwart Wolff davon nichts wissen: "Ich denke, wir sollten die Favoritenrolle zu Barcelona schieben. Dann haben sie zwei Flüche auf einmal. Wobei Minus und Minus auch Plus geben könnte." Dass er Recht behält, bedeutet "nur" Silber bei seiner Final-Four-Premiere.

Neuer Anlauf im nächsten Jahr

"Es waren zwei sehr intensive Tage, eine schöne Zeit. Das ist ein Kindheitstraum gewesen, hier mal spielen zu dürfen", resümiert Wolff das Wochenende, bei dem die Kielcer Fans für Heimspiel-Stimmung in der Kölnarena sorgten. "Ich hoffe, dass wir Kraft aus dieser Niederlage ziehen für die nächste Saison und dann noch stärker zurückkommen", so Wolff.