Gnabry unermüdlich, Werner ein Fremdkörper - die Einzelkritik

Serge Gnabry jubelt nach seinem Treffer

Fußball | WM-Qualifikation

Gnabry unermüdlich, Werner ein Fremdkörper - die Einzelkritik

Von Christian Hornung

Es war ein WM-Qualifkationsspiel, in dem Deutschlands Fußballern viel misslang, aber Bereitschaft war immer spürbar. Werner gelang wenig, Gnabry war unermüdlich: die Einzelkritik.

Marc-André ter Stegen (Tor): Chancenlos beim 0:1, das ihm Hagi mit der "Pike" ins lange Eck einschenkte. Danach praktisch überhaupt nicht mehr gefordert.

Jonas Hofmann (Abwehr): Begann nach einer Viertelstunde, sich auch mal bis an die gegnerische Grundlinie einzuschalten, allerdings etwas glücklos bei seinen Hereingaben. In der Rückwärtsbewegung erst mit leichten Tempodefiziten, steigerte sich aber enorm und war in der größten Druckphase der DFB-Elf sehr präsent. Insgesamt ein starker Antreiber, aber durchaus nicht fehlerlos.

Niklas Süle (Abwehr): In der Defensive total unterbeschäftigt, schaltete sich deshalb immer wieder in die Angriffe ein - aber er wird wohl kein großer Stratege mehr in der gegenrischen Hälfte. Gutes Stellungsspiel kurz nach Wiederanpfiff, als er den Puscas-Konter kurz vor ter Stegen ausbremste.

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Antonio Rüdiger (Abwehr): Sah beim 0:1 durch Hagi kläglich aus, ließ sich im eigenen Strafraum mit einem "Tunnel" vorführen. Als es nach 40 Minuten gegen Puscas wieder brenzlig wurde, blieb er aber stabil im Zweikampf. Danach immer wieder resolut - aber auch mit erstaunlichen Ballverlusten.

Antonio Rüdiger im Zweikampf um den Ball

Thilo Kehrer (Abwehr): Verlor vor dem Gegentor den entscheidenden Zweikampf im Mittelfeld und war dann bei der Rückwärtsbewegung zu langsam, um Rüdiger noch zu retten. In der Vorwärtsbewegung diesmal sehr schwach. Hatte Glück, dass er für seine üble Grätsche in der 88. Minute nicht Rot sah.

Joshua Kimmich (Mittelfeld): Oft der Ballverteiler in der Zentrale, auch gut in der Balleroberung - aber lange Zeit ohne jeden genialen Moment. Musste ordentlich einstecken, Stancius Attacke mit den Stollen von hinten in Kimmichs Wade war eindeutig rotwürdig (41.). Dann traf ihn Puscas in der 65. Minute hart an der Achillessehne. Die Entschädigung: Seine Ecke leitete schließlich den Siegtreffer ein.

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Leon Goretzka (Mittelfeld): Dynamisch, laufstark und sehr aktiv im ersten Durchgang - aber im Abschluss und auch in der Vorbereitung von Abschlusssituationen der Kollegen wirkungslos. Besser im zweiten Durchgang, als er mit dem "second assist" den Ausgleich einleitete und Müller nach Kimmichs Ecke das 2:1 auflegte.

Serge Gnabry (Mittelfeld): Verpasste nach einer Viertelstunde nur knapp den Ausgleich, als er im Sitzen den Ball vorbeispitzelte. Pech auch in der 35. Minute, als ihm der Querpass auf Timo Werner vor dem fast leeren Tor der Rumänen über den Spann rutschte. Er blieb aber unermüdlich - großartig dann sein Vollspannabschluss aus 20 Metern zum 1:1.

Marco Reus (Mittelfeld): An vielen Angriffen beteiligt, gute Laufwege, verlagerte die Angriffe gegen die extrem tiefstehenden Rumänen gut. Klasse-Volleyabschluss in der 33. Minute, den Keeper Nita aber aus dem kurzen Eck boxte. In der 52. Minute legte er Gnabry den Ball zum Ausgleich vor. Gutes Spiel, aber durchaus noch Luft nach oben.

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Leroy Sané (Mittelfeld): Von Beginn an megamotiviert, mit Riesen-Laufpensum, auch wie schon in den ersten drei Flick-Spielen in der Defensive. Allerdings auch mit zu vielen Ungenauigkeiten, Abspielfehlern und taktischem Ungeschick. Schlechte Schusshaltung, als er in der 73. Minute das 2:1 auf dem Fuß hatte. Trotzdem: Seine Arbeitshaltung ist unter Flick um Welten besser als zuvor.

Timo Werner im Zweikampf um den Ball

Timo Werner (Angriff): Zu viel Theatralik in der 5. Minute, als er zunächst einen Elfmeter rausholte, der dann nach Einschreiten des VAR zu Recht wieder einkassiert wurde. Danach lange ein totaler Fremdkörper, sah den Ball nur links und rechts an sich vorbeirauschen. Sinnbildlich seine beiden unglücklichen Abschlussversuche kurz vor seiner Auswechslung.

Einwechselspieler

Müller (ab 67. für Werner): Ein überfälliges Comeback - und gleich wieder der typische Müller. Mal Außen, mal Zehner, mal Spitze, immer gestikulierend und motivierend. Genialer Pass in den Lauf von Havertz eine Viertelstunde vor Schluss - dann mit dem überragender Riecher und Abschluss zum 2:1.

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Havertz (ab 67. für Reus): Sofort enorm torgefährlich, ließ sich aber einmal nach Müllers Steilpass noch ablaufen, dann köpfte er knapp drüber.

Klostermann (ab 85. für Hofmann): Kam für den müde gelaufenen Hofmann, sicherte noch gut nach hinten ab.

Adeyemi (ab 89. für Sané): Bisschen kurz in der Partie, um noch große Akzente zu setzen, leitete aber einen Konter auf Gnabry sehr gut ein. Seine Zeit wird sicher noch kommen.

Stand: 08.10.2021, 23:12

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