Barcelonas Pierre-Emerick Aubameyang mit einem Salto

Fußball | La Liga Barcas Aubameyang - ein Torjäger als Vortänzer

Stand: 21.03.2022 12:00 Uhr

Sieben Ligaspiele, sieben Tore - für Pierre-Emerick Aubameyang läuft es beim FC Barcelona. Er ist das Gesicht des Aufschwungs, der Trainer Xavi Hernandez nennt ihn ein "Geschenk des Himmels". Über die Wiederentdeckung eines Torjägers.

Vielleicht hatten sie das mit den Trikots in der Aufregung einfach vergessen, womöglich gefiel ihnen das Wortspiel einfach zu sehr. Jedenfalls schrieb die Sportzeitung "AS" aus Madrid nach der Niederlage von Real im Spiel gegen den FC Barcelona von einem "weißen Desaster". Es war natürlich eine Anspielung auf das "weiße Ballett". Auf einen Spitznamen also, der erzählt von einem Fußball, der leichtfüßig war und erfolgreich, und von den weißen Trikots, die man mit Real Madrid verbindet.

Tatsächlich spielte Real bei der 0:4-Niederlage am Sonntag (20.03.2022) im eigenen Stadion ausnahmsweise in schwarzen Trikots, aber gut. Ein Desaster, immerhin das ist unstrittig, war es schon für den Tabellenführer aus der Hauptstadt.

Für den FC Barcelona hatte die "AS" dagegen ein Kompliment übrig. Die Mannschaft von Trainer Xavi habe mit der von Real "getanzt", schrieb die Zeitung. Und der Vortänzer, um bei diesem Bild zu bleiben, war ein Mann, dem man eine solche Rolle gar nicht mehr unbedingt zugetraut hatte.

Aubameyang trifft und trifft und trifft

Auch gegen Real Madrid hat Pierre-Emerick Aubameyang, 32, für Barca getroffen, er war zweimal erfolgreich. So wie er eigentlich immer trifft, seitdem er für Barcelona spielt. In sieben Ligaspielen hat Aubameyang sieben Tore erzielt, es ist eine beeindruckende Quote. Man hatte damit nicht unbedingt gerechnet.

Als Aubameyang kurz vor Ende des Transferfensters im Winter vom FC Arsenal zum FC Barcelona wechselte, lagen hinter ihm einige eher unschöne Wochen. In die Saison war er als Kapitän der "Gunners" gegangen, doch ein Vorbild war er offenbar nicht immer. Mitte Dezember jedenfalls suspendierte der Trainer Mikel Arteta Aubameyang, Kapitän war fortan ein anderer.

Kurz darauf war das mit Aubameyang und dem FC Arsenal Geschichte.

Aubameyang bei Barca: "Ein Geschenk des Himmels"

Das Bild, das sie sich beim FC Barcelona von ihrem Neuzugang gemacht haben, unterscheidet sich davon schon sehr deutlich. Trainer Xavi hat kürzlich erzählt, Aubameyang sei ein Vorbild für andere Spieler und die Arbeit mit ihm ein Privileg. Xavi sagte: "Aubameyang ist ein Geschenk des Himmels."

Gegen Real Madrid spielte Aubameyang dann tatsächlich beinahe überirdisch. Sein zweites Tor, ein gefühlvoller Heber über Torhüter Thibaut Courtois hinweg, wird man so schnell nicht vergessen. Auch seine Vorlage mit der Hacke für Ferran Torres vor dem 3:0 war ein besonderer Moment.

Es liegt auch am Wirken von Aubameyang, dass Barcelona gerade tatsächlich wieder wie Barcelona spielt. Nur eben wie eine moderne Variante: Den Ball hat Barca immer noch sehr oft, nur ist da jetzt auch Tempo, gespielt wird auch mal vertikal.

Aubameyang prägt Barcas Gegenwart

"Das war Barcelona, wie man es sich nach Messi vorstellt", schrieb die Zeitung "Marca" nach dem fünften Ligasieg in Folge. Ein größeres Kompliment hätten sie dem Trainer Xavi kaum machen können. Dabei hatte der unmittelbar vor dem Spiel noch mit einer Rückkehr der Vereinslegende geliebäugelt. Messi, sagte Xavi, sei der "beste Spieler der Geschichte", einer Rückkehr würde er sich als Trainer natürlich nicht verschließen.

Es sind Träumereien, die sie in Barcelona mit einigem Wohlwollen verfolgen werden. Gerade aber ist Messi ein Spieler von Paris Saint-Germain, in der Gegenwart sorgen andere für Schlagzeilen in Barcelona. So wie Aubameyang.