Real nutzt Barcelona-Patzer und setzt sich ab

Madrids Casemiro (l)

La Liga

Real nutzt Barcelona-Patzer und setzt sich ab

Während der FC Barcelona im Titelrennen in Spanien patzt, fährt Real Madrid den nächsten Sieg ein. Die Ablösung des Barca-Trainers Quique Setién soll schon beschlossene Sache sein.

Der spanische Fußball-Rekordmeister Real Madrid hat den Patzer des FC Barcelona im Titelrennen der Primera Division dank Sergio Ramos eiskalt ausgenutzt.

Der Kapitän der "Königlichen" verwandelte einen Foulelfmeter (79. Minute) zum glücklichen 1:0 (0:0)-Erfolg im "kleinen" Stadtderby am Donnerstagabend (02.07.2020) gegen Europa-League-Aspirant FC Getafe.

Vier Punkte Vorsprung vor Barcelona

Der Tabellenführer zieht damit fünf Spieltage vor Saisonende gegenüber dem Erzrivalen auf vier Punkte davon. Barca hatte sich am Dienstag mit einem 2:2 gegen Atletico Madrid bereits seinen dritten Ausrutscher nach dem Restart geleistet und Real so eine Steilvorlage für eine kleine Vorentscheidung im Titelrennen geliefert.

Die Madrilenen nutzten diese Chance mit Nationalspieler Toni Kroos in der Startelf trotz einer spielerisch schwachen Leistung mit dem sechsten Sieg im sechsten Spiel nach dem Restart. Vor der Pause hatte der Außenseiter sogar mehr vom Spiel, doch die beste Chance hatte Real. Vinicius Junior (23.) scheiterte aber aus kurzer Distanz an Torhüter David Soria.

Nach dem Wechsel übernahm das Team von Trainer Zinédine Zidane zunehmend die Spielkontrolle, entwickelte aber offensiv nur selten die nötige Durchschlagskraft. So musste ein Foul von Mathias Olivera an Daniel Carvajal helfen, Innenverteidiger Ramos versenkte den Strafstoß in seinem 450. Ligaspiel für Real souverän zu seinem 9. Saisontor. 

Barcelona nur remis gegen Atletico

Barcelonas Lionel Messi

Barcelonas Lionel Messi

Meister FC Barcelona war am Vortag gegen Atlético Madrid nicht über ein 2:2 hinausgekommen. Dabei lagen die Katalanen gleich zweimal in Front, brachten den Vorsprung aber nicht über die Zeit. Zuvor hatte es schon gegen Kellerkind Celta Vigo trotz zweimaliger Führung nur ein 2:2 gegeben. Aus den jüngsten vier Partien hat Barça bei drei Unentschieden nur einen Sieg geholt. Superstar Lionel Messi konnte sich da nicht sonderlich über sein 700. Karrieretor freuen.

Im Mittelpunkt der Kritik steht Trainer Quique Setién. Spanische Medien berichten, dass es nach dem 2:2 gegen Celta Vigo in der Kabine zum Eklat gekommen sei. So sollen Messi und Stürmerstar Luis Suárez den Coach vor allem wegen seiner Auswechslungen harsch kritisiert haben.

"Wir verlieren auswärts wichtige Punkte, die wir in anderen Spielzeiten nicht verloren haben. Ich bin froh, dass ich versucht habe, der Mannschaft zu helfen, aber da ist das Gefühl von Wut, von Frustration", erklärte Suárez hinterher. Ein klarer Affront gegen den Trainer, denn der hatte Barcelona erst im Januar übernommen.

Xavi steht schon in den Startlöchern

Die Ablösung des Coaches scheint schon eine ausgemachte Sache zu sein. Barcelonas ehemaliger Mittelfeld-Stratege Xavi soll schon in den Startlöchern stehen. "Die größte Hoffnung, die ich jetzt habe, ist es, Barça zu trainieren und ihnen zurück auf den Erfolgsweg zu verhelfen", sagte er der Zeitung "Sport". Schon im Winter galt Xavi als Trainer-Kandidat, doch damals stand er noch beim Al Sadd Sports Club in Katar unter Vertrag.

Machbares Restprogramm für Real

Nicht wenige glauben, dass es vor allem auch in Sachen Champions League noch schneller gehen könnte mit Setiéns Ablösung. Der rechnet allerdings nicht mit einem Rauswurf. "Nein, überhaupt nicht", erklärte der Trainer, gab mit Blick auf das Titelrennen aber zu: "Es wird immer schwieriger." Da hat er Recht. Getafe, Bilbao, Alavés, Granada, Villarreal und Leganés scheinen im Liga-Endspurt machbare Gegner für Real Madrid zu sein. Hinzu kommt, dass der Rekordmeister aus der Hauptstadt den direkten Vergleich gewonnen hat - und der gibt in der spanischen Liga bei Punktgleichheit den Ausschlag.

vdv/sid/dpa | Stand: 02.07.2020, 23:55

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