Coronavirus - Europa-League-Spiele mit italienischer Beteiligung abgesagt

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Coronavirus - Europa-League-Spiele mit italienischer Beteiligung abgesagt

Von Chaled Nahar

Auch international sorgt die Ausbreitung des Coronavirus zunehmend für Absagen und Verlegungen.

Die UEFA hat die für Donnerstag (12.03.3030) geplanten Europa-League-Spiele zwischen dem FC Sevilla und der AS Rom sowie zwischen Inter Mailand und dem FC Getafe abgesagt. Grund sind die in der Folge der Coronakrise drastisch verschärften Reisebestimmungen zwischen Spanien und Italien.

Weitere Informationen zur Austragung der Begegnungen werde es "zu gegebener Zeit" geben, teilte die Europäische Fußball-Union mit. Die Roma hatte zuvor bereits via Twitter bestätigt, dass der Klub von den spanischen Behörden aufgrund der Coronakrise keine Einreiseerlaubnis erhalten hatte. Die Partie sollte um 18.55 Uhr angepfiffen werden.

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Auch Inter - Getafe findet nicht statt

Der spanische Erstligist FC Getafe hatte sogar angekündigt, nicht nach Mailand reisen zu wollen. "Wenn wir deshalb das Duell verlieren, dann verlieren wir es halt", sagte Präsident Angel Torres im Onda Cero Radio: "Wir haben bei der UEFA angefragt, ob das Spiel woanders ausgetragen werden kann und nicht im Epizentrum der Coronavirus-Epidemie."

Die italienische Regierung hatte am Montag eine Aussetzung aller sportlichen Großereignisse bis 3. April verfügt, allerdings sind internationale Fußballspiele von dieser Anordnung nicht betroffen. Sie stehen unter dem Verantwortungsbereich der UEFA.

Damit steht auch ein Spiel in der Champions League infrage: Kommende Woche soll der SSC Neapel am Mittwoch (18.03.2020) beim FC Barcelona spielen. Tags zuvor empfängt Juventus Turin laut Spielplan Olympique Lyon.

Wolverhampton protestiert vergeblich

Die Wolverhampton Wanderers sollen dagegen am Donnerstagabend in Griechenland bei Olympiakos Piräus spielen, ohne Zuschauer im Stadion. Der Klub protestierte bei der UEFA grundsätzlich gegen die Ausrichtung des Spiels - vergeblich, die UEFA lehnte ab. Der Besitzer von Olympiakos Piräus, Evangelos Marinakis, war positiv auf das Coronavirus getestet worden.

"Diese Reise bringt ein unnötiges Risiko für unsere Spieler, Mitarbeiter, Fans und alle Familien der Reisenden. Wir glaube, dass es wichtigere Dinge als Fußball gibt", teilte der Klub mit. Man respektiere aber die Entscheidung der UEFA und werde zu dem Spiel antreten, hieß es in der Mitteilung der "Wolves". Zugleich hoffe man, dass der vergebliche Protest andere Entscheidungen in der Zukunft vorantreibe. "Denn das wird nicht die letzte Begegnung sein, die von dem Coronavirus betroffen sein wird."

Die Pressestelle der UEFA war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

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Arsenal-Spieler nach Kontakt mit Marinakis unter Quarantäne

Das für Mittwochabend geplante Nachholspiel zwischen Manchester City und Arsenal wurde auf einen noch nicht bestimmten Termin verschoben. Bei Arsenals Ausscheiden gegen Olympiakos hatten mehrere Arsenal-Spieler Kontakt mit Klubchef Marinakis. Sie befinden sich wie auch vier Mannschaftsbetreuer nun in häuslicher Quarantäne.

Offen ist, um wie viele und welche Spieler es geht. Bei Arsenal spielen auch die Deutschen Mesut Özil, Bernd Leno und Shkodran Mustafi. Das Spiel gegen Olympiakos fand am 27. Februar statt. Damit endet die Quarantäne am kommenden Freitag, den 13. März. Das Spiel von Arsenal bei Brighton and Hove Albion soll deshalb wie geplant stattfinden.

Europapokal und Ligen brauchen Flexibilität für Nachholspiele

Das Coronavirus wird auf Dauer nicht nur die nationalen Ligen sondern auch die europäischen Klubwettbewerbe vor Probleme stellen. Das Rückspiel zwischen dem FC Basel und Eintracht Frankfurt darf nicht in Basel ausgetragen werden. Es gibt Überlegungen, zwei Mal in Frankfurt zu spielen.

Der europäische Ligaverband forderte wegen des immer größer werdenden Nachholbedarfs in vielen Fußball-Spielplänen "maximale Flexibilität". Europapokal-Spiele müssten am Wochenende und Ligaspiele an Europapokalterminen möglich sein. "Die Situation wird zu einem möglichst flexiblen Ansatz führen müssen", sagt Jacco Swart, Generalsekretär des europäischen Ligaverbandes "European Leagues", im Gespräch mit sportschau.de.

Corona - Schweiz bittet UEFA um Hilfe Sportschau 03.03.2020 02:06 Min. Verfügbar bis 03.03.2021 Das Erste

Spanisches Pokalfinale auf unbestimmte Zeit verlegt

Das für den 18. April in Sevilla angesetzte Finale des spanischen Fußball-Pokals zwischen Real Sociedad und Athletic Bilbao ist auf unbestimmte Zeit verlegt worden. Diese Entscheidung gab der spanische Fußball-Verband (RFEF) am Mittwoch als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus bekannt. Am Dienstag hatte bereits die Liga mitgeteilt, dass die kommenden beiden Spieltage der ersten und zweiten Liga unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden.

Italien schließt Saisonabbruch nicht aus

Die Ligen in der Schweiz, Österreich und Italien ruhen derzeit komplett, zahlreiche andere Länder müssen ihre Spieltage teilweise oder vollständig ohne Zuschauer austragen.

Die Serie A bereitet sich nun darauf vor, dass die Saison nicht zu Ende gespielt werden kann. In einer Stellungnahme des italienischen Fußballverbandes werden mehrere Möglichkeiten angesprochen. Die Verwendung der aktuellen Tabelle als Abschlusstabelle sei genau so möglich wie schlichtweg gar keinen Meister zu küren. Auch denkbar seien Playoffs um den Meistertitel und den Klassenerhalt.

Stand: 11.03.2020, 17:56

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