Bremen verzweifelt an Heidenheim

Bremens Fin Bartels nach dem 0:0

Werder Bremen - 1. FC Heidenheim 0:0

Bremen verzweifelt an Heidenheim

Werder Bremen ist am Donnerstagabend (02.07.2020) im Hinspiel der Bundesliga-Relegation gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim nicht über ein 0:0-Unentschieden hinausgekommen und muss vor dem Rückspiel am kommenden Montag mehr denn je um den Klassenerhalt bangen.

Die Bremer, die sich erst am letzten Spieltag in die Relegation gerettet hatten, zeigten über 90 Minuten eine enttäuschende Leistung. Die Angst vor dem Abstieg war den Spielern von Trainer Florian Kohfeldt deutlich anzumerken, der Schwung vom 6:1 gegen den 1. FC Köln am vergangenen Samstag war wie weggeblasen.

Zu allem Überfluss sah Werders Kapitän Niklas Moisander kurz vor Schluss nach einem übermütigen Foulspiel im Mittelfeld die Gelb-Rote Karte (87.) und ist damit im Rückspiel gesperrt.

Kohfeldt: "Gefühlt hat jeder gedacht, wir schießen die heute aus dem Stadion"

Sportschau 03.07.2020 00:23 Min. Verfügbar bis 03.07.2021 ARD Von Claus Wilkens


Werder nervös und ohne Ideen

Werder war über weite Strecken überlegen, bemüht um Ballkontrolle, tat sich von Beginn an aber sehr schwer, die aufmerksame Heidenheimer Deckung in Bedrängnis zu bringen.

Kohfeldt hatte zwar wieder auf sein Offensivtrio Milot Rashica, Niclas Füllkrug und Yuya Osako gesetzt, das beim Sieg gegen Köln an allen Treffern beteiligt gewesen war. Doch weil die Grün-Weißen insgesamt viel zu ideenlos auftraten, konnten sich die Stürmer nicht in Szene setzen. Vor allem der neue Hoffnungsträger Füllkrug enttäuschte.

Die Gastgeber wirkten sehr nervös und agierten im Spiel nach vorne viel zu langsam. Werder verzeichnete 73 Prozent Ballbesitz bis zur Pause, hatte aber keine einzige Chance.

Heidenheim mit den größeren Chancen

Stattdessen bekam der Zweitligist, angetrieben vom spielfreudigen Niklas Dorsch, mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr Sicherheit - und hatte auch die besseren Chancen. In der 25. Minute scheiterte Tim Kleindienst mit einem wuchtigen Schuss an Werder-Torwart Jiri Pavlenka. Vier Minuten später verzog Maurice Multhaup in aussichtsreicher Position völlig.

Dies zeigte Wirkung bei den Bremern, bei denen in der Folge die Angst vor einem Heidenheimer Treffer spürbar war, der wegen der Auswärtstorregel doppelt geschmerzt hätte.

Kohfeldt-Wechsel bringen nichts ein

Auch im zweiten Durchgang wurde es aus Sicht der Bremer nicht besser. Bei kräftigem Starkregen und zwischenzeitlichem Gewitter quälte sich Werder zunehmend verzweifelt über den Platz und schaffte es kaum noch, Heidenheim unter Druck zu setzen.

Zwar versuchte Kohfeldt mit einem Dreifachwechsel in der 65. Minute neuen Schwung in die Aktionen seines Teams zu bringen, aber auch diese Maßnahmen verpufften. Erst in der Schlussphase konnte Werder im gegnerischen Strafraum wieder für Gefahr sorgen, Bartels (82. Minute) scheiterte aber mit einem Schuss von der Strafraumgrenze ebenso wie Josh Sargent kurz vor dem Ende, dessen Schuss knapp vor der Torlinie geklärt wurde.

Die Heidenheimer mussten sich am Ende eher noch den Vorwurf machen, gegen einen schwachen SVW eine noch bessere Ausgangsposition für das Rückspiel verpasst zu haben.Timo Beermann vergab in der Nachspielzeit mit einem Kopfball knapp neben das Tor Heidenheims größte Chance zum Sieg.

Heidenheims Schnatterer: "Finale daheim"

Heidenheims Klub-Idol Marc Schnatterer zeigte sich dennoch zufrieden: "Das war wirklich gut. Wir wollten es so hinbekommen, dass wir wirklich ein Finale daheim haben. Das ist uns gelungen, das haben uns wenige zugetraut. Wir sind bereit, am Montag alles reinzuhauen, um dann das Wunder anzugehen."

"Ich habe meiner Mannschaft für den ersten Teil gratuliert. Von der ersten bis zur letzten Sekunde haben wir eine sehr disziplinierte Leistung gezeigt", sagte Heidenheims Coach Frank Schmidt, warnte aber vor dem Rückspiel vor verfrühter Euphorie. "Wir wissen, dass das auch ein extrem gefährliches Spiel für uns wird."

Kohfeldt: "Müssen uns unglaublich steigern"

Bremens Coach redete nach der ernüchternden Nullnummer Klartext: "Es war ein sehr schlechtes Spiel von uns. Der einzige Vorteil ist, dass es 0:0 zur Halbzeit steht. Heidenheim hat kein Auswärtstor geschossen", sagte Kohfeldt. "Wir haben am Montag ein Finale. Wir müssen ein Auswärtstor schießen und uns unglaublich steigern."

Statistik

Fußball · Bundesliga - Relegation 2019/2020

Donnerstag, 02.07.2020 | 20.30 Uhr

Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Pavlenka – Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Friedl (77. Augustinsson) – Bargfrede (65. Groß) – M. Eggestein, Klaassen (65. Bittencourt) – Osako (84. Sargent), Füllkrug (65. Bartels), Rashica

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Wappen 1. FC Heidenheim

1. FC Heidenheim

Ke. Müller – Busch, Mainka, Beermann – Multhaup (69. Schnatterer), Sessa (59. Kerschbaumer), Griesbeck, Dorsch, Theuerkauf (83. Föhrenbach) – Thomalla (69. Otto), Kleindienst

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Fakten und Zahlen zum Spiel

Strafen:

  • gelbe Karte Osako (1 )
  • gelbrote Karte Moisander (87./Wiederholtes Foulspiel)
  • gelbe Karte Multhaup (1 )
  • gelbe Karte Bittencourt (1 )
  • gelbe Karte Beermann (1 )

Schiedsrichter:

  • Felix Zwayer (Berlin)

Vorkommnisse:

  • Das Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Stand der Statistik: Donnerstag, 02.07.2020, 22:24 Uhr

red/sid/dpa | Stand: 02.07.2020, 22:24

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