Skifliegen | Oberstdorf Kraft siegt beim Skifliegen am Samstag - Geiger kommt etwas näher

Stand: 19.03.2022 18:00 Uhr

Stefan Kraft hat beim Skifliegen in Oberstdorf seine blendende Form erneut unter Beweis gestellt und hauchdünn gewonnen. Karl Geiger hat im Kampf um den Gesamtweltcup minimal Boden gutmachen können.

Karl Geiger hat beim Skifliegen in Oberstdorf einen kleinen Punktsieg gegen seinen Rivalen Ryoyu Kobayashi gelandet. Beim Sieg von Stefan Kraft landete Geiger als Neunter einen Platz vor seinem ärgsten Widersacher im Kampf um den Sieg im Gesamtklassement. Allerdings wäre mehr möglich gewesen. Zur Halbzeit hatte Geiger (211,5/215 Meter) noch fünf Positionen vor dem Japaner (204,5/217,5 m) gelegen, der sich auch dank Patzer der Konkurrenz noch nach vorne schieben konnte.

Um den Sieg konnten Geiger und Kobayashi mit ihren Weiten nicht kämpfen. Den holte sich der im Saisonendspurt sehr stark auftrumpfende Stefan Kraft. Österreichs Weltrekordler flog in Oberstdorf 232 und 207 Meter weit und lag damit in der Endabrechnung hauchdünn vor Ziga Jelar (232/220 m). Nur 1,7 Punkte trennten den Slowenen von seinem ersten Weltcup-Sieg. Dritter wurde Jelars Teamkollege Timi Zajc (222,5/207 m).

Geiger unzufrieden mit Wettkampf

"Ich bin doch ein bisschen enttäuscht, weil es im Training besser gelaufen ist. Ich habe megaviel Spaß gehabt, auch vor den ganzen Leuten hier. Ich habe aber nicht die optimalen Sprünge gehabt und war heute auch nicht der Glücklichste gewesen", lautete das Fazit von Geiger nach dem Springen im ZDF.

In der Gesamtwertung konnte der Skiflug-Weltmeister von 2021 so lediglich drei Pünktchen auf Kobayashi gutmachen. Der Weltcup-Führende hat bei noch maximal 300 zu vergebenen Punkten 55 Zähler Vorsprung (1.504 zu 1.449) und steuert so weiter auf seinen zweiten Gesamtsieg nach 2018/19 zu. "Wenn ich da noch ein Wörtchen mitreden will, muss ich auf das Podest springen", erklärte Geiger. Und genau das sei sein Anspruch.

Jury muss immer wieder reagieren - Huber stürzt

Die Jury zeigte in beiden Durchgängen viel Fingerspitzengefühl und passte den Anlauf mehrfach an die sich stetig wechselnden Windbedingungen an. So konnte den Tausenden Zuschauern ein fairer Wettkampf präsentiert werden.

Eine kurze Schrecksekunde gab es im zweiten Durchgang, als Daniel Huber im Flug stark zu schaukeln begann, bei 189 Metern völlig verdreht landete und stürzte. Er konnte aber selbstständig den Schanzenauslauf verlassen. Auf den ersten Blick hatte er sich lediglich leichte Verletzungen im Gesicht zugezogen.

Eisenbichler mit Steigerung im zweiten Durchgang

Neben Geiger hatten es drei weitere DSV-Springer ins Finale geschafft. Markus Eisenbichler hatte im ersten Durchgang einmal mehr Probleme mit seiner Technik und brachte die Drehung nach dem Absprung nicht ordentlich zustande (200,5 m). Im zweiten Durchgang konnte er sich auf 211,5 Meter steigern. Das bedeutete Platz 14.

Markus Eisenbichler während des Probedurchgangs auf der Heini-Klopfer Flugschanze

"Der zweite Sprung war deutlich besser, vor allem oben heraus. Unten war ich etwas zu gierig. Aber alleine, dass ich es heute in die Punkte geschafft habe, macht mich zufrieden", erklärte der sechsfache Weltmeister im ZDF.

Freund und Wellinger fallen zurück

Severin Freund hatte bei seinem zweiten Sprung mit viel Rückenwind zu kämpfen, der ihn in den Hang drückte und zu einer Landung bei 201 Metern zwang. Das waren 14,5 Meter weniger als noch bei seinem ersten Sprung. So verlor er zwei Positionen und wurde 17.

Ähnlich erging es Andreas Wellinger im zweiten Durchgang, da half auch die Kompensation durch den zusätzlichen Anlauf nichts. Er musste sich nach Sprüngen auf 211 und 200,5 Meter mit Rang 20 zufriedengeben. Damit ging es für ihn noch zehn Plätze nach hinten.

Schmid scheidet nach einem Sprung aus

Constantin Schmid war nach seinem Flug sichtbar sauer. Er kam nicht gut vom Tisch weg, baute so kaum Höhe auf und musste schon bei 192 Metern landen. Damit verpasste er auf Platz 36 als einziger DSV-Athlet den zweiten Durchgang. Ebenfalls nicht ins Finale schaffte es der Weltcup-Dritte Halvor Egner Granerud aus Norwegen nach 189,5 Metern.

Mit insgesamt zwölf Springern war das deutsche Team am Freitag in der Qualifikation angetreten. Sieben von ihnen - darunter auch Stephan Leyhe - hatten den Sprung unter die besten 40 verpasst.

Noch drei Einzelwettkämpfe in diesem Winter

Am Sonntag (ab 16.00 Uhr im Livecenter auf sportschau.de) steht ein weiteres Einzel in Oberstdorf auf dem Programm. Zum Abschluss des Winters reist der Skisprung-Tross nach Slowenien. In Planica finden die zwei abschließenden Einzelspringen und ein Teamwettkampf statt.

Vor dem Wettkampf hatte der frühere Weltklasse-Springer Richard Freitag sein Karriereende verkündet.