Rodeln | Weltcup in Peking

Loch und Geisenberger kritisieren Olympia-Bauten

Stand: 17.11.2021, 10:47 Uhr

Deutschlands beste Rodler blicken vor dem Start in den Olympia-Winter auf die umfangreichen Baumaßnahmen für Peking 2022 - und kritisieren diese deutlich.

"Es ist alles übertrieben, überdimensional, es ist Protz, um der Welt zu zeigen, was sie können", sagte Felix Loch im Gespräch mit dem sid. Der Rekordweltmeister und die Rodler bestreiten an diesem Wochenende ihren Weltcup-Auftakt auf der neuen, komplett überdachten Bahn in Yanqing, auf der im Februar (4. bis 20.) auch die Olympia-Medaillen ausgefahren werden.

In den vergangenen Wochen fanden dort bereits Testwettbewerbe für die Bobsportler und Rodler statt. "Es schaut schön aus", sagte Loch: "Aber es passt einfach nicht mehr in die Welt, die sich ja gerade über Nachhaltigkeit Gedanken macht."

"Was ist mit der Nachhaltigkeit?"

Es gehe dabei "nicht nur um die Rodelbahn, sondern um alle Sportstätten hier." In Yanqing, etwa 70 Kilometer von Peking entfernt, ist neben der knapp zwei Kilometer langen Eisrinne auch das komplette Gebiet für die Ski-Alpin-Wettbewerbe neu entstanden, dazu eines von drei olympischen Dörfern.

Monumentaler Neubau: die olympische Bob- und Rodelbahn im chinesichen Yanqing

Monumentaler Neubau: die olympische Bob- und Rodelbahn im chinesichen Yanqing

Auch aus Sicht von Natalie Geisenberger "erreicht das Dimensionen, bei denen man sich fragt: Was ist mit der Nachhaltigkeit? Wie geht es mit der Bahn nach Olympia weiter, was kostet das alles, wie steht das in einem Verhältnis? Diese Riesenhallen, die Gebäudekomplexe, Säulen, der ganze Beton", sagte die Olympiasiegerin.

Kritik an Neubauten

Loch fordert daher vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eine konsequente Umsetzung dessen ein, was in der Agenda 2020+5 längst niedergeschrieben ist: nachhaltige Lösungen schon bei der Vergabe der Spiele.

"Alles immer wieder komplett neuzubauen, das geht einfach nicht", sagte der 32-Jährige: "Und das braucht man nicht. Warum gehen wir nicht nach Lillehammer und bringen dort die Olympiastätten wieder auf Vordermann. Das wäre auch für den Nachwuchs dort in diesen Wintersportländern ein Riesengewinn. Das ist etwas, das man unbedingt machen muss."

Quelle: sid

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