Jarl Magnus Riiber bejbelt seinen Sieg

Nordische Kombination | Oslo Kombi-"Superman" Riiber trotzt allen Widrigkeiten - Geiger steigt aus

Stand: 06.03.2022 15:25 Uhr

Nach der Enttäuschung am Samstag ging das Dilemma aus Sicht der deutschen Kombinierer am Sonntag weiter. Schon nach dem Springen waren alle Chancen dahin. Der Sieg ging natürlich an Jarl Magnus Riiber.

Von Sanny Stephan

Egal, ob Rückenwind, Sonne, Wind oder Regen: Jarl Magnus Riiber ist in unglaublicher Form und hat auch das zweite Einzel am Holmenkollen in Oslo gewonnen. Der norwegische Kombinierer lief am Sonntag (06.03.2022) nach Platz zwei im Springen noch zum Sieg.

Fast spielerisch ließ er die Konkurrenz stehen. Sprungsieger Mario Seidl - 43 Sekunden vor Riiber gestartet - wurde Zweiter. Jens Luraas Oftebro (Norwegen) landete als Dritter auf dem Podium.

Faißt als Zehnter bester DSV-Kombinierer

Für die deutschen Kombinierer war nach der Farce auf der Schanze nicht mehr als Schadensbegrenzung möglich. Einzig Manuel Faißt hatte als Vierter nach dem Springen aus deutscher Sicht noch Podestplatzchancen. Läuferisch war er aber nicht in der Lage, mit den Besten mitzuhalten. So konnte Faißt mit dem Tempo von Riiber und Franz-Josef Rehrl (Österreich), die direkt vor ihm gestartet waren, nicht mitgehen und fiel auf den zehnten Platz zurück - war damit aber Bester aus dem Team von Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Auch für Julian Schmid ging es einige Plätze zurück. Er war als Zehnter gestartet und musste sich nach dem 10-km-Rennen mit Rang 15 begnügen.

Frenzel, Rydzek und Rießle zu weit weg

Für die drei Oldies im DSV-Team, Johannes Rydzek (24. nach dem Springen), Fabian Rießle (29. nach dem Springen) und Eric Frenzel (33. nach dem Springen), war eine gute Platzierung schon nach dem Springen nicht mehr möglich. Den besten Eindruck auf der Strecke machte Rydzek, der sich im Zielsprint noch vor Rießle schob. Am Ende standen die Plätze 18 und 19 zu Buche. Frenzel erreichte das Ziel als 27.

Geiger und Weber verzichten auf Langlauf

Für Vinzenz Geiger war es ein gebrauchtes Wochenende. Der Einzel-Olympiasieger hatte Probleme mit der Anlaufspur und am Sonntag auch noch Pech mit den Windbedingungen. Mit viel Rückenwind hüpfte er nur auf 95 Meter und hätte erst vier Minuten nach Sprungsieger Seidl starten dürfen. Diese Tortur schenkte sich der Oberstdorfer und verzichtete auf einen Start beim Lauf.

Auch Terence Weber trat nach Platz 37 nach dem Springen nicht mehr zum Rennen an. Seitdem er bei Olympia in Quarantäne saß und sich als Vorspringer in Peking wie auf dem Abstellgleis vorgekommen sein dürfte, läuft es nicht mehr.

Trotz extremer Rückenwind-Bedingungen hatte die Jury die besten Zehn am Morgen beim Springen von der Schanze geschickt. Frenzel und Geiger hatten keine Chance, genauso wie einige andere Top-Kombinierer. Einzig Riiber trotzte den Bedingungen und sprang auf 121,5 Meter und damit auf den zweiten Platz hinter Sprungsieger Seidl, der als einer der Wenigen Aufwind hatte. So trug es den Österreicher auf 131 Meter.

Kampf um den Gesamtweltcup

Um den Gesamtweltcup kämpfen in der Kombination Johannes Lamparter (Österreicher) und Jarl Magnus Riiber. Mit seinem 47. Weltcupsieg machte Riiber weiter Boden gut. Er hat nur noch 19 Punkte Rückstand auf Lamparter, der am Sonntag auf den achten Platz lief.

Neben dem Gesamtsieg hat Riiber noch eine Bestmarke im Blick: Mit 47 Siegen im Weltcup liegt er nur noch einen Siege hinter dem Rekord von Hannu Manninen in der ewigen Bestenliste.

Finale im heimischen Schonach

Nach Oslo freuen sich die Kombinierer zum Abschluss auf ein Heimspiel am 12./13. März in Schonach. Bundestrainer Weinbuch hofft auf dann auf eine Leistungssteigerung. "Wir sind es nicht gewöhnt, dass wir soweit hinten sind. Es ging im Springen nicht besonders und auch im Laufen nicht", sagte Weinbuch, der von einem kleinen mentalen Loch nach Olympia sprach.