Kamilia Walijewa in Aktion

Eiskunstlaufen

Eiskunstläuferin Kamila Walijewa bei Rückkehr gefeiert

Stand: 28.03.2022, 10:52 Uhr

Eiskunstläuferin Kamila Walijewa hat erstmals seit dem Dopingskandal von Olympia wieder auf dem Eis gestanden. Bei einem Wettkampf in Russland wurde sie frenetisch bejubelt.

Eiskunstläuferin Kamila Walijewa hat fünf Wochen nach dem Dopingskandal bei den Olympischen Winterspielen wieder einen Wettkampf bestritten. Beim sogenannten "Kanal 1 Cup" des russischen Staatsfernsehens ist die 15-Jährige am Sonntagabend (27.03.2022) Zweite geworden.

Walijewa: "Bin sehr glücklich"

Eiskunstlauf-"Wunderkind" Walijewa wurde bei ihrer Rückkehr auf dem Eis im rund 600 Kilometer südöstlich von Moskau gelegenen Saransk von den Zuschauern euphorisch gefeiert. Jedes Element der Europameisterin wurde frenetisch beklatscht.

Walijewa sagte nach dem Wettkampf im russischen Fernsehen: "Ich bin sehr glücklich, auf dem Eis zu sein. Ich bin sehr froh, dass der Wettkampf stattgefunden hat. Die Zuschauer geben dir Energie, wenn du müde bist. Wegen ihnen macht man weiter." Nach ihrer Kür wurde sie minutenlang mit Sprechchören gefeiert, Dutzende Kuscheltiere flogen aufs Eis.

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"Kanal 1 Cup" als WM-Gegenveranstaltung

Der "Kanal 1 Cup" wurde in Russland als Gegenveranstaltung zur Weltmeisterschaft im französischen Montpellier, bei der russische und belarusische Sportler wegen des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine nicht teilnehmen durften, veranstaltet. Walijewa hatte nach der Kurzkür noch geführt, doch nach der Kür musste sie sich mit 173,88 Punkten Olympiasiegerin Anna Scherbakowa (176,12 Punkte) geschlagen geben.

Dopingfall überschattet Olympische Spiele

Die Eiskunstlauf-Wettbewerbe bei Olympia waren im Februar vom Dopingfall Walijewa überschattet worden. In einer Probe von Dezember wurde das verbotene Herzmittel Trimetazidin gefunden. Öffentlich wurde die positive Probe aber erst nach Beginn der Olympischen Spiele Anfang Februar. Danach durfte Walijewa nach tagelangem Wirbel dennoch im Einzel starten, führte nach dem Kurzprogramm, hielt dann aber dem massiven öffentlichen Druck nicht stand und verpasste als Vierte eine Medaille.

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Befürchtung: Verfahren zieht sich lange hin

Das Verfahren gegen Walijewa liegt jetzt bei der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA. ARD-Doping-Experte Hajo Seppelt hatte in der vergangenen Woche die Hoffnungen gedämpft, es könne im Fall Walijewa eine baldige Entscheidung geben. "Das Verfahren wird sich in die Länge ziehen. Nach den Regularien wird es sechs Monate dauern dürfen, bis eine Entscheidung herbeigeführt werden muss", erklärte Seppelt am Mittwoch (23.03.2022).

Zudem befürchtet der Investigativ-Journalist, dass das Verfahren durch die russische Regierung politisiert und Walijewa durch die RUSADA freigesprochen wird.

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Quelle: dh/dpa/sid

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