Kamila Waljewa gewinnt EM-Gold im Eiskunstlauf - die Kür zum Titel

Sportschau 16.01.2022 09:10 Min. Verfügbar bis 16.01.2023 Das Erste

Eiskunstlauf | EM in Tallinn

Eiskunstläuferin Schott bei russischem Dreifachsieg 13.

Stand: 15.01.2022, 21:24 Uhr

Nicole Schott hat bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Tallinn ihren elften Rang aus dem Kurzprogramm in der Kür nicht bestätigen können. EM-Gold gewann eine erst 15 Jahre alte Russin.

Nicole Schott ist bei der Eiskunstlauf-Europameisterschaft im estnischen Tallinn am Samstag (15.01.2022) nicht über Rang 13 hinausgekommen. Beim überlegenen Sieg der Russin Kamila Walijewa verpasste die Essenerin die Top 10 deutlich.

Schott verliert Rang elf aus dem Kurzprogramm

Die sechsmalige deutsche Meisterin leistete sich nach Platz elf im Kurzprogramm in der Kür zu viele Fehler. Keinen der drei Dreifach-Flips in ihrem Programm stand sie sauber, einmal stürzte sie sogar. Zur Musik "Rain in your black eyes" von Ezio Bosso agierte die 25-Jährige zunächst nervös, fand erst im zweiten Teil ihren Rhythmus und die Eleganz. Mit nur 108,32 Punkten blieb Schott deutlich von ihrem im November aufgestellten Saisonbestwert (123,63 Punkte) entfernt.

"Definitiv nicht die beste Kür"

"Es war definitiv nicht die beste Kür. Ich muss aber auch ehrlich sagen, dass die Vorbereitung nicht so gut war", sagte Schott, die durch eine Corona-Booster-Impfung und eine Erkältung gehandicapt war. "Nachdem die erste Sprungkombination nicht Dreifach-Dreifach gewesen ist, bin ich den Rittberger nicht konsequent genug angegangen." Für die Winterspiele in Peking nimmt sich die in Oberstdorf trainierende Schott nun vor: "Mein Ziel ist es, bei Olympia in Topform zu sein."

Eiskunstlauf-EM - die komplette Kür der Frauen

Sportschau 15.01.2022 02:59:35 Std. Verfügbar bis 15.01.2023 Das Erste

Schwierige Saison für Schott

Nicole Schott in Tallinn

Nicole Schott in Tallinn

Mit der 14.-besten Kür wurde Schott, die im vergangenen Sommer durch eine Gürtelrose eine lange Trainingspause einlegen musste, in der Endabrechnung 13. Nur in der ebenfalls durch Verletzungen schwierigen Saison 2018/2019 war sie als 16. bei der EM noch weiter hinten gelandet. Mit insgesamt 170,18 Punkten verpasste sie den zehnten Rang um knapp acht Zähler. Mit einem Rang in den Top 10 hätte sie der Deutschen Eislauf-Union für die EM 2023 einen zweiten Startplatz in der Frauen-Konkurrenz bescheren können.

Russischer Dreifach-Sieg und Vierfach-Feuerwerk

Kür bei der EM in Tallinn: Kamila Walijewa aus Russland in Aktion.

Kür bei der EM in Tallinn: Kamila Walijewa aus Russland in Aktion.

Im Kampf um die Medaillen boten sich später drei Russinnen und eine Belgierin ein Feuerwerk an technischen Höchstleistungen. Ihren ersten Europameistertitel holte sich dabei die erst 15-jährige Kamila Walijewa. Die russische Meisterin, die bereits das Kurzprogramm mit inoffiziellem Weltrekord von 90,45 Punkten gewonnen hatte, setzte sich in 259,06 überlegen gegen die Konkurrenz durch. Die Junioren-Weltmeisterin von 2020 hatte damit mehr als 20 Punkte Vorsprung auf die Konkurrenz.

Weltmeisterin wird Zweite

Silber und Bronze gingen an Anna Scherbakowa (237,42 Punkte) und Alexandra Trusowa (234,36 Punkte). Weltmeisterin Scherbakowa und die WM-Dritte Trusowa hatten in dieser Saison mit Verletzungen zu kämpfen.

Belgierin fällt von Rang zwei auf Platz vier

Die Belgierin Loena Hendrickx, die nach dem Kurzprogramm noch auf einem überraschenden zweiten Platz gelegen hatte, stürzte bei zwei Sprüngen und fiel auf Rang vier (207,97 Punkte) zurück. Damit gingen wie bereits bei der EM 2020 alle Medaillen an russische Athletinnen.

Nicht geimpft - dürfen Russinnen zu Olympia?

Unklar ist noch, ob das russische Trio Walijewa, Scherbakowa und Trusowa an den Olympischen Spielen teilnehmen darf. Das Trio ist nicht gegen das Corona-Virus geimpft. Das Russische Olympische Komitee (ROC) beruft sich dabei auf Absprachen mit den Olympia-Organisatoren in China, wonach minderjährige Athletinnen und Athleten nicht geimpft werden müssten. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) widersprach jetzt dem ROC, nur eine Einzelfallprüfung könne für Ausnahmen von der olympischen Impfpflicht sorgen. Wer bei Olympia teilnehmen möchte, muss geimpft sein. Andernfalls müssen die Sportler in 21-tägige Vorab-Quarantäne in China.

Zeitplan der EM
StartzeitWettbewerbIm Programm
Mittwoch, 12.01.22, 12.00 UhrKurzprogramm MännerONE und Sportschau.de
Mittwoch, 12.01.22, 19.00 UhrKurzprogramm PaareSportschau.de
Donnerstag, 13.01.22, 12.00 UhrKurzprogramm FrauenONE und Sportschau.de
Donnerstag, 13.01.22, 18.00 UhrKür PaareSportschau.de
Freitag, 14.01.22, 13.00 UhrRhythmus Tanz EistanzenONE und Sportschau.de
Freitag, 14.01.22, 18.00 UhrKür MännerSportschau.de
Samstag, 15.01.22, 12.40 UhrKür EistanzenONE und Sportschau.de
Samstag, 15.01.22, 18.30 UhrKür FrauenONE und Sportschau.de
Sonntag, 16.01.22, 14.30 UhrSchaulaufenONE und Sportschau.de

Die deutschen Starter

Frauen:

  • Nicole Schott (Essener Jugend Eiskunstlauf-Verein)

Männer:

  • Nikita Starostin (ERC Westfalen Kunstlauf Dortmund)
  • Paul Fentz (SC Berlin)

Eistanzen:

  • Katharina Müller/Tim Dieck (ERC Westfalen Kunstlauf Dortmund)

Paarlaufen:

  • Minerva Hase/Nolan Seegert (Berliner SV 1892/SC Berlin)
  • Annika Hocke/Robert Kunkel (SC Charlottenburg)
  • Letizia Roscher/Luis Schuster (Chemnitzer EC)

Quelle: Dirk Hofmeister (mit dpa/sid)

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