Eiskunstläuferin Aljona Savchenko macht sich große Sorgen um ihre in der Ukraine lebenden Brüder.

Wintersport

Savchenko wird Nationaltrainerin in den Niederlanden

Stand: 14.03.2022, 14:30 Uhr

Paarlauf-Olympiasiegerin Aljona Savchenko kehrt Deutschland den Rücken und geht als Eiskunstlauf-Nationaltrainerin in die Niederlande. In Heerenveen soll sie auch ein neues Trainingszentrum leiten. Das wurde am Montag (14.03.2022) bekannt.

Wie der niederländische Eislauf-Verband in Utrecht bekanntgab, wird die 38-Jährige ein neues nationales Eiskunstlauf-Trainingszentrum in Heerenveen leiten, das im Frühjahr 2023 eröffnet wird. "Ich versuche, so schnell wie möglich in Heerenveen anzufangen. Es ist eine große Herausforderung, den Eiskunstlauf in den Niederlanden auf ein höheres Niveau zu bringen. Diesen Ehrgeiz habe ich. Ich freue mich, dass mir diese Möglichkeit geboten wird", sagte die gebürtige Ukrainerin, die aktuell noch in Oberstdorf lebt.

Dort arbeitete Savchenko zuletzt als Privattrainerin. Nun soll sie ihren Sport in den Niederlanden voranbringen. International spielen die Kunstläufer bislang im Vergleich zu den Eisschnellläufern, die absolute Weltspitze darstellen, nur eine unbedeutende Nebenrolle. Genau das will Savchenko ändern.

Projektpläne in Berlin endgültig hinfällig

Damit sind Bestrebungen hinfällig, die erfolgsbesessene viermalige Europameisterin in Deutschland zu halten. Nach Informationen des Sport-Informationsdienstes (sid) scheiterten Planungen für ein internationales Paarlaufprojekt in Berlin an Vorbehalten in der Deutschen Eislauf-Union (DEU).

Dem als Projektleiter vorgesehenen Alexander König, der Savchenko und ihren Partner Bruno Massot 2018 in Pyeongchang zu Olympia-Gold geführt hatte und der seinen Ex-Schützling in die Arbeit einbinden wollte, wurde gekündigt. Der 55-Jährige steht seit Jahresbeginn als Coach für die Bereiche "Wissenschaft, Aus- und Fortbildung" bei der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) unter Vertrag.

Stark von Ukraine-Krieg betroffen

Das neue Engagement kommt überraschend, denn Savchenko ist als Ukrainerin momentan stark vom Krieg in ihrem Heimatland betroffen. Aus dem Allgäu heraus versucht sie derzeit, ihre Verwandten in der unter dem russischen Angriffskrieg leidenden Ukraine zu unterstützen und Kontakt zu ihnen zu halten.

Die Eltern der sechsmaligen Weltmeisterin befinden sich mittlerweile in Deutschland. "Aber meine drei Brüder dürfen nicht raus und wollen auch nicht. Sie sagen, wir verteidigen unser Land", berichtete Savchenko am vergangenen Wochenende im "ZDF-Sportstudio".

Quelle: wp/sid

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