Die Weltcup-Sieger aus Nove Mesto: Marte Olsbu Röiseland

Weltcup in Nove Mesto Röiseland gewinnt Verfolgungskrimi - Herrmann-Wick beste Deutsche

Stand: 04.03.2023 16:47 Uhr

Marte Olsbu Röiseland hat schon wieder zugeschlagen. Nach ihrem Sieg im Sprint legte die Norwegerin am Samstag (04.03.2023) beim Weltcup in Nove Mesto in der Biathlon-Verfolgung nach. Hanna Kebinger und Denise Herrmann-Wick "stritten" um den Platz der besten Deutschen.

Auf der Zielgeraden setzte sich Denise Herrmann-Wick in einem Fotofinish denkbar knapp gegen Hanna Kebinger durch und fuhr als Sechste ins Ziel. Kebinger beendete das Verfolgungsrennen in Nove Mesto als Siebte und feierte damit das beste Ergebnis ihrer jungen Karriere. "Ich kann mir gefühlt die Haare ausreißen, so ärgern die zwei Fehler mich", sagte Kebinger, die noch nie in so einer Ausgangsituation war und sich "unter Druck setzen" ließ. "Ich war knapp dran, aber Denise hat auf der Zielgeraden gezeigt, wer der Boss ist", lachte Kebinger.

Am Siegerpodest änderte sich im Vergleich zum Sprint nichts. Marte Olsbu Röiseland gewann das Rennen über zehn Kilometer in 29:22,7 Minuten vor ihrer Teamkollegin Ingrid Landmark Tandrevold (+ 2,2 Sekunden) und der Französin Anais Chevalier-Bouchet (+ 15,3 Sekunden).

Kebinger von Platz zwölf aus sieben

Kebinger, die den Modus "Frau gegen Frau" mag, lieferte bis zum letzten Schießen ein grandioses Rennen ab und schob sich vom zwölften Rang zwischenzeitlich auf den fünften Platz nach vorn. Beim letzten Anschlag blieben zwei Scheiben stehen, damit gingen alle Hoffnungen auf das Podest flöten.

Diese hätten sich allerdings auch bei einer fehlerfreien Serie nicht erfüllt, weil die Top-3 beim letzten Schießen alle Scheiben abräumten und beinahe zeitgleich zurück auf die Strecke gingen. Chevalier-Bouchet konnte dem Tempo der beiden Norwegerinnen dann aber nicht folgen. Auf der Zielgeraden setzte sich Röiseland, die zu Saisonbeginn mit gesundheitlichen Problemen kämpfte, durch.

Drei Fehler werfen Herrmann-Wick zurück

Weltmeisterin Herrmann-Wick wirkte nicht ganz so frisch und geriet mit drei Fehlern ins Hintertreffen. Ein sauberes letztes Schießen und eine starke Schlussrunde bescherten ihr schließlich den sechsten Platz. Für Vanessa Voigt ging es von Platz fünf zurück auf Rang zwölf. Auch Janina Hettich-Walz verlor einiges Plätze. Sie beendete das Rennen als 24. und damit einen Platz vor Anna Weidel, die als 31. gestartet war.

Erstes Schießen: Alle Deutschen treffen

Wie Sprintsiegerin Röiseland räumten auch alle fünf Deutschen alle Scheiben ab. Herrmann-Wick blieb damit in der Spitzengruppe hinter Röiseland. Hanna Kebinger war in der Loipe schnell unterwegs und dazu treffsicher. Kebinger lief auf die ebenfalls fehlerfreie Voigt auf. Für Janina Hettich-Walz ging es vom 18. auf den 15. Platz vor. Anna Weidel machte einen Sprung von Rang 31 auf 16.

Zweites Schießen: Herrmann-Wick muss in die Runde

Der Wind verflachte, doch die Fehler wurden mehr. Herrmann-Wick ließ wie einige Top-Favoritinnen eine Scheibe stehen, dagegen räumte Kebinger wieder schnell ab und schob sich in die Spitzengruppe. Auch Voigt und Hettich trafen, nur Weidel fiel nach einer Strafrunde zurück.

Drittes Schießen: Kebinger bleibt auf Medaillenkurs

Beim ersten Liegendanschlag bewiesen Kebinger und Voigt wieder Nerven wie Drahtseile. Beide kehrten fehlerfrei auf den Plätzen fünf und sechs zurück. Während Kebinger ihren Platz halten konnte, fiel Voigt auf der Streck zurück. Für Herrmann-Wick war der Kampf um die Medaillen nach 300 weiteren Extrametern vorbei. Auch Hettich-Walz musste zwei Mal in die Runde. Weidel kam fehlerfrei durch und schob sich auf den 17. Platz.

Viertes Schießen: Kebinger flattern die Nerven

Kebinger kam als Fünfte zum letzten Schießen, fabrizierte aber zwei Fehler und schoss sich damit aus den Medaillenrängen. Auch Voigt patzte beim letzten Anschlag und fiel mit zwei Fehlern zurück. Herrmann-Wick räumte noch einmal ab und schob sich damit zurück in die Top Ten. Hettich-Walz (1) und Weidel (2) mussten wieder Federn lassen und verpassten damit einen Platz in den Top 20.

Schneider verzichtet auf Start

Auch Sophia Schneider hatte sich für den Verfolger qualifiziert. Die 25-Jährige lag als 46. aber aussichtlos zurück und verzichtete auf einen Start. "Mit Blick auf die beiden verbleibenden Weltcups in Östersund und Oslo wird sie aufgrund anhaltender muskulärer Probleme im Schulter- und Halswirbelbereich nicht mehr starten", sagte Teamarzt Sebastian Torka.