Biathlon-Männer in Antholz Viertes Podest für deutsche Biathlon-Staffel in Serie

Stand: 22.01.2023 17:29 Uhr

Die deutschen Biathleten haben im letzten Rennen vor den Weltmeisterschaften eine gelungene Generalprobe gefeiert und sind mit der Staffel zum vierten Mal in Folge auf das Podium gelaufen.

Von Jonas Schlott

Zweieinhalb Wochen vor dem Start der Heim-WM in Oberhof (8. bis 19. Februar) hat die deutsche Biathlon-Staffel der Männer ihre Medaillenambitionen unterstrichen. Beim Abschluss des Weltcups in Antholz holte das DSV-Quartett am Sonntag (22.01.2023) den vierten Podestplatz im vierten Saisonrennen.

In der Besetzung David Zobel, Johannes Kühn, Benedikt Doll und Roman Rees leistete sich das deutsche Team neben elf Nachladern zwar auch eine Strafrunde, dennoch reichte es für Rang drei. Zuvor hatten sich die deutschen Frauen ebenfalls den dritten Platz gesichert.

Doll: "Das gibt Selbstbewusstsein"

"Wir bekommen mit der Aufstellung sehr solide Rennen hin", blickte Doll im ZDF optimistisch voraus: "Das Setting passt, das gibt auf jeden Fall Selbstbewusstein."

Der Sieg ging einmal mehr an Norwegen. Die Skandinavier absolvierten die 4 x 7,5 Kilometer in 1:11,50 Stunde (sechs Nachlader) und holten ihren vierten Sieg im vierten Staffelrennen. Auf Platz zwei folgte Frankreich (6/+59 Sekunden). Das deutsche Quartett kam mit einem Rückstand von 2:17 Minuten ins Ziel.

Zobel und Kühn bringen DSV-Staffel in Position

Startläufer Zobel konnte das hohe Tempo auf der ersten Runde mitgehen. Im Liegendschlag ging allerdings gleich der erste Schuss daneben. Mit einem Nachlader hielt der Starnberger aber den Kontakt zur Spitze. Während die meisten Staffeln im anschließenden stehenden Anschlag nachladen mussten, lieferte Zobel ein tadelloses Schießen ab und arbeitete sich einige Plätze nach vorne. Als Fünfter übergab er mit 13 Sekunden Rückstand auf die führenden Franzosen an Kühn.

Der hielt sich zunächst clever im Windschatten des Norwegers Tarjei Bö, ehe er kurz vor dem Schießstand vorbei auf Platz zwei zog. Wie Zobel leistete sich Kühn ebenfalls einen Nachlader. Da aber auch die anderen Staffeln nicht fehlerfrei durchkamen, blieb das Feld an der Spitze nahezu unverändert. Vor dem zweiten Schießen hatten Frankreich, Norwegen und Deutschland bereits eine erste Lücke zu ihren Verfolgern gerissen. Die Skandinavier blieben fehlerfrei, Kühn leistete sich wie Fabien Claude einen Fehler. Auf der Strecke machte das Duo aber wieder Sekunden gut und übergab mit knapp zehn Sekunden Rückstand auf Norwegen.

Benedikt Doll läuft auf Position drei der Staffel ins Rennen

Benedikt Doll läuft auf Position drei der Staffel ins Rennen

Doll schrammt an der Strafrunde vorbei

Benedikt Doll hatte es mit niemand geringerem als Johannes Thingnes Bö zu tun. Der Weltcup-Dominator lief seinen Konkurrenten auch gleich davon. Im Liegendanschlag versuchte Doll die verlorenen Sekunden durch ein schnelles Schießen wieder herauszuholen. Doch gleich drei Patronen verfehlten ihr Ziel. Nur mit Mühe konnte der Schwarzwälder die Strafrunde vermeiden. Im Stehen lief es dann deutlich besser. Doll traf alle Scheiben und festigte den dritten Rang. Der Rückstand auf Frankreich und Norwegen war allerdings schon deutlich angewachsen.

Rees macht es spannend

Schlussläufer Rees nahm eine Hypothek von 70 Sekunden auf Norwegen und 30 Sekunden auf Frankreich mit auf die Strecke. Hinter ihm drohte zunächst kein Ungemach, denn Italien folgte erst mit 50 Sekunden Abstand. So konnte Rees sich seine erste Runde in Ruhe einteilen. Allerdings brauchte auch er zwei Nachlader im Liegen am Schießstand.

Beim finalen Stehendanschlag wackelte Rees dann bedenklich. Die berühmte Nähmaschine setzte ein, Rees zitterte, vier Patronen verfehlten das Ziel. So musste er in die Strafrunde. Sein Vorsprung reichte aber aus, um den dritten Platz vor Schweden zu verteidigen.