Johannes Thingnes Bö aus Norwegen

Biathlon-Weltcup in Antholz Bö feiert fünften Sieg in Serie - ein Fehler zu viel für Rees

Stand: 20.01.2023 17:10 Uhr

Wer kann Johannes Thingnes Bö schlagen? Beim letzten Weltcup vor der Weltmeisterschaft lief Bö im Sprint zum nächsten Sieg. Roman Rees wurde eine Strafrunde zum Verhängnis.

Diese Form ist für die Konkurrenz beängstigend: Der Norweger Johannes Thingnes Bö hat beim Biathlon-Sprint in Antholz seinen fünften Einzelsieg in Serie gefeiert. Der Weltcupspitzenreiter war am Donnerstag auf der 10-Kilometer-Strecke trotz eines Schießfehlers nicht zu schlagen und lief überlegen zu seinem 62. Weltcupsieg. Bester Deutscher wurde Roman Rees - ein Schießfehler verhinderte aber das Podest.

Rees mit Aufholjagd auf Rang vier

Der 29-jährige Rees war in der Loipe stark, verpasste aber im Liegendanschlag den letzten Schuss. Nach fehlerfreiem Stehendanschlag ging Rees als Zehnter wieder auf die Strecke. Und dort startete er eine Aufholjagd. Als Vierter im Ziel lag Rees 56,7 Sekunden hinter Bö und rund 20 Sekunden hinter dem Podest - genau diese 20 Sekunden ließ er in der Strafrunde liegen.

Rees: "Trauere dem Liegendfehler hinterher"

"Das war ein richtig gutes Rennen, ich trauere dem einen Liegendfehler hinterher – es war gut und ein bisschen schade. Man sieht, was mit einer Null möglich wäre", sagte Rees, der auf der letzten Runde die drittbeste Laufzeit hatte, nach dem Wettkampf im ZDF. "Ich hatte ein recht gutes Gefühl auf der Strecke, gleich von Beginn. Die Anstrengung kommt in der Höhe gleich zu Beginn. Das konnte ich aber ganz gut händeln. Auf der letzten Runde habe ich gedacht, wenn ich mich jetzt nochmal richtig quäle und auf der Huberalm alles raushaue, dann kann ich auch noch ein paar Plätze gutmachen."

Drei Norweger in den Top 5

Aus dem überragend starken norwegischen Team schafften es bei sonnigem Wetter in der Antholzer Traumlandschaft drei Athleten unter die besten fünf: Sturla Holm Laegreid wurde mit fehlerfreiem Auftritt Dritter (+ 37,3 Sekunden), Vetle Sjaastad Christiansen kam knapp hinter Rees auf Rang fünf (+ 57,0 Sekunden). Der Schwede Martin Ponsiluoma verhinderte einen norwegischen Doppelsieg: Der 27-jährige Sprint-Weltmeister von 2021 lief mit einer Strafrunde auf Platz zwei (+ 31,4 Sekunden).

Strelow einziger Deutscher ohne Fehler - "Gutes Rennen"

Aus deutscher Sicht konnte noch Justus Strelow mit seinem Rennen zufrieden sein. Der 26-Jährige kam als einziger aus dem Team von Bundestrainer Mark Kirchner fehlerfrei durch. Im Ziel durfte sich Strelow über Rang neun freuen. "Heute war wieder ein gutes Rennen. Ich habe die Null abgesichert. Das war wichtig für mich", sagte der Thüringer im ZDF und erklärte: "Letztes Jahr habe ich mich wegen der Höhe sehr gequält, es ging gar nicht leicht. Heute ging das besser, ich bin sehr zufrieden. Für die Renneinteilung hat mir unser Trainer Uros heute viele Tipps gegeben, dass man im Berg nicht so drücken soll und lieber die Übergänge mitnehmen."

Doll im Bö-Windschatten

In der Südtiroler Höhe von rund 1.600 Metern durften Benedikt Doll und David Zobel mit den niedrigen Startnummern vier und sechs zeitig auf die Strecke. Beide kamen nicht fehlerfrei durch: Doll musste Liegend einmal und Stehend zweimal in die Strafrunde. Zobel erwischte es im Stehendanschlag mit zwei Fehlern. Doll konnte auf seiner Schlussrunde im Windschatten des nach ihm gestarteten Bö zumindest den Rückstand nach vorn stabil halten und erreichte das Ziel mit der insgesamt drittbesten Laufzeit.

In die Verfolgung am Samstag (21.01.2023) geht Doll als Zwölfter mit einem Rückstand von 1:30,5 Minuten. Zobel liegt mit 2:11,0 Minuten als 33. schon deutlicher zurück.

Nawrath und Kühn abgeschlagen

Philipp Nawrath, der erst am Donnerstag durch eine Erkrankung von Lucas Fratzscher ins Team gerückt war, lag nach einem Fehler Liegend auf Top-25-Kurs. Drei Strafrunden warfen ihn aber zurück, als 39. geht er mit 2:21,5 Minuten Rückstand auf Bö in die Verfolgung. Auch Johannes Kühn ließ vier Scheiben liegen, er kam als 54. mit 2:46,6 Minuten Rückstand ins Ziel.