Regeln und Termine - das ändert sich im Wintersport

Nordische Kombination, Skispringen

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Regeln und Termine - das ändert sich im Wintersport

Von Dirk Hofmeister

Eine Grundregel im Wintersport ist: in der Olympia-Saison bitte keine großen Regel- oder Disziplinänderungen. Ein paar Anpassungen gibt es aber doch - die wichtigsten im Überblick.

Skilanglauf

Die größten Veränderungen gibt es im Langlauf: Die Tour de Ski findet in diesem Winter nur an sieben Tagen (statt bisher zehn) und mit nur sechs (bisher acht) Wettkämpfen statt. Vom 28.12. bis zum 4.1. geht es um die Tour-Krone. Der Grund für die Verkürzung: "Wir haben von den großen Nationen die klare Botschaft bekommen, dass eine normale Tour de Ski zu dicht an den Olympischen Spielen wäre", erklärte Pierre Mignerey, der Langlauf-Renndirektor des Weltverbandes FIS, auf dem "Forum Nordicum".

In diesem Winter soll es erstmals Langlauf-Mixed-Rennen geben. Das war bereits im Frühjahr 2020 für Canmore (Kanada) geplant, fiel aber Corona zum Opfer. Die Weltcup-Premiere soll nun am 13. März 2022 in Falun steigen. Dann stehen eine Mixed-Staffel und ein Mixed-Teamsprint auf dem Programm.

Die Mixed-Staffel wird von den Frauen begonnen und beendet, die Staffelplätze zwei und drei haben die Männer inne. Im Mixed-Team-Sprint entfällt nach der Qualifikation zudem das Halbfinale, es geht gleich ins Finale. Alle zwei Runden werden allerdings die beiden Teams am Ende des Feldes rausgenommen. So müssen nach zehn Runden zehn Teams die Segel streichen, und es kommt zum Finale einer kleinen Gruppe.

Außerdem soll eine neue Startreihenfolge für die Sprint-Qualifikation dafür sorgen, "dass die TV-Sender mehr Zeit haben, die Top-Athleten zu zeigen." Künftig können sich im 60-köpfigen Starterfeld der Langläufer und Langläuferinnen die Top 30 des Weltcups die ungeraden Startnummern aussuchen, also 1, 3, 5, oder 27 oder 59. Die geraden Startnummern erhalten die schwächeren Athletinnen und Athleten jenseits der Top 30. Statt bisher alle 15 Sekunden soll alle 30 Sekunden gestartet werden.

Skispringen/Nordische Kombination

Nordische Kombination, Skispringen - ein Skispringer vor leeren Traversen

Für alle, die von den Schanzen fliegen, gibt es eine kleine Anpassung, was die Dehnbarkeit der Anzüge betrifft. Bisher war eine geringe Toleranz erlaubt, in dieser Saison müssen die Anzüge körpereng anliegen. "Wir haben in jedem Anzug ein Taillenband, von dort darf es fünf Zentimeter nach unten und fünf Zentimeter nach oben keine Toleranz mehr geben, der Anzug muss eng anliegen", erklärt Guntram Kraus, Equipment Controller der Nordischen Kombinierer. Diese neue Regelung sei bereits im Sommer-Grand-Prix getestet und für gut befunden worden, so Kraus.

Skispringen

Die Frauen bekommen zwischen Weihnachten und Neujahr ein paar Springen hinzu. Die viel diskutierte Einbindung der Frauen in die Vierschanzentournee findet noch nicht statt. Aber: Im slowenischen Ljubno finden zwischen dem 30.12. und dem 1.1. eine Qualifikation und zwei Weltcupspringen statt.

Nordische Kombination

Für die Frauen sind in diesem Winter zehn Weltcups und zwölf Continentalcups geplant. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison fand nur ein Weltcup statt. In Val di Fiemme wird es Anfang Januar zudem zwei Premieren geben: Am 7.1. findet das erste Weltcup-Mixed-Team-Rennen statt, am 8.1. der erste Massenstart der Frauen. Mit den Neuerungen will die FIS ihre Bewerbung für die Aufnahme der Frauen-NoKo in den Olympia-Wettkampfplan unterstützen. Im Jahr 2026 soll es die Olympia-Premiere für die Frauen geben.

Das traditionelle Seefeld-Triple wird angepasst: An den drei Wettkampftagen wird künftig jeweils einmal gesprungen (bisher zwei Sprünge am letzten Tag). In diesem Winter wird zudem das erste Rennen 7,5 Kilometer lang sein (bisher 5), am Finaltag werden 12.5 Kilometer gelaufen (bisher 15). Das 10-Kilometer-Rennen am zweiten Tag wird beibehalten.

Jarl Magnus Riiber aus Norwegen bei der Siegerehrung auf dem Podium.

Siegt Jarl Magnus Riiber wieder so souverän? Auch mit den neuen Regeln?

Zudem werden die Rückstände angepasst – und verkürzt. So geht der Sieger von Freitag mit nur 1,0 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten in das Springen am Samstag. Das sind umgerechnet vier Sekunden, auch wenn der Tagessieger in der Loipe 30 Sekunden schneller war. Der Zweitplatzierte liegt 0,7 Punkte (oder drei Sekunden) vor dem Dritten, usw. Die ersten 15 sortieren sich mit den entsprechenden, festgelegten Abständen ein, der 15. hat noch einen Vorsprung von 0,2 Punkten (1 Sekunde) auf den 16. "Das Rennen wird so hoffentlich noch spannender. Es wird spannend sein zu sehen, ob das funktioniert", sagt Lasse Ottesen, FIS-Renndirektor der Nordischen Kombination.

Ski Alpin

Linus Straßer

Linus Straßer

Der Weltcup findet in diesem Winter ohne die traditionsreiche, aber umstrittene Alpine Kombination statt. Slalom-Spezialist Linus Straßer: "So, wie es aktuell in der Kombination läuft, funktioniert es leider nicht." Bei Olympia 2022 werden die Kombinations-Medaillen noch vergeben. Möglicherweise die letzten.

Biathlon

Im Wettkampfplan gibt es keine Veränderungen, auch nicht die zuletzt im zweitklassigen IBU-Cup getesteten verkürzten Einzel-Rennen, Massenstart 60 oder Super-Sprint. Das hängt auch mit den Unwägbarkeiten eines weiteren Corona-Winters zusammen.

Allerdings ändert sich etwas in der Olympia-Qualifikation: Künftig dürfen nur noch die Top-3-Biathlon-Nationen sechs Starter für die Spiele nominieren, die Top-4 bis -10-Starter dürfen fünf Athleten mitnehmen, die Nationen elf bis 20 bekommen vier Nominierungsplätze. Bisher konnte auch das viertplatzierte Team sechs Athletinnen oder Athleten mitnehmen.

Auswirkungen hat das auf eventuelle Ersatzläufer. Da jede Nation pro Rennen vier Starter stellen darf (plus persönliches Startrecht für die Olympiasieger von 2018), haben die Trainer im besten Fall noch zwei Ersatzsportler dabei. Bei den Männern erreichte das deutsche Team in der vergangenen Saison Rang drei, die Frauen wurden Vierte.

Schatten von zwei schießende Biathlon-Athleten

Stichtag für die Nationenwertung ist der 16. Januar 2022, nach dem Weltcup in Ruhpolding werden pro Nation die zwölf besten Ergebnisse von November 2020 bis Januar 2022 einbezogen und eine Nationenwertung erstellt.

Die Fluor-Wachse

Eigentlich sollten ab dieser Saison die für Mensch und Umwelt schädlichen Fluor-Wachse auf Skiern verboten sein. Das Problem bleibt aber die Kontrolle des Verbots, denn die kann offenbar noch nicht hundertprozentig gewährleistet werden. Der Kompromiss heißt: Alle EU-konformen Wachse, die ab Juli 2020 hergestellt wurden, sind erlaubt. Tests sollen stichprobenartig stattfinden. Beim Weltcup in Lillehammer will die FIS zudem eine neue, verbesserte Testmaschine einsetzen, sagt Guntram Kraus, Equipment Controller beim Weltverband. Ab der Saison 2022/2023 steht dann ein Komplettverbot aller Fluorwachse auf dem Programm.

Stand: 18.11.2021, 07:00

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