US Open - Kyrgios kritisiert Austragung in New York

Tennisprofi Nick Kyrgios

US Open in New York

US Open - Kyrgios kritisiert Austragung in New York

Für den australischen Tennisprofi Nick Kyrgios ist es aufgrund der aktuellen Entwicklungen weltweit und speziell in den USA nicht denkbar, die US Open in New York stattfinden zu lassen.

Nick Kyrgios hat die geplante Durchführung der US Open vom 31. August bis 13. September angesichts der drängenden gesellschaftlichen Probleme kritisiert.

"Die ATP will die US Open spielen lassen. Das ist egoistisch angesichts dessen, was dort gerade vor sich geht", schrieb der australische Profi am Donnerstag (11.06.2020) bei Twitter. "Es geht um die Corona-Pandemie, aber auch um die Ausschreitungen", ergänzte Kyrgios mit Bezug auf die Anti-Rassismus-Proteste nach dem Tod von George Floyd. "Wir müssen diese Herausforderungen gemeinsam überwinden, bevor das Tennis zurückkehrt."

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US-Verband plant strenge Auflagen

Der Spielbetrieb ruht seit Mitte März. Die French Open wurden auf Ende September verschoben, Wimbledon wurde gänzlich abgesagt. Die US Open sollen unter strengen Hygiene- und Quarantäne-Auflagen ab dem 31. August in New York ausgetragen werden.

Der Weltranglistenerste Novak Djokovic hat allerdings wegen der aus seiner Sicht "extremen" Maßnahmen einen Startverzicht bereits angedeutet. 14 Tage Quarantäne vor Turnierbeginn würde bedeuten, dass die Spieler in dieser Zeit nicht trainieren könnten. In New York selbst dürften sich die Spieler nicht frei bewegen. "Ich glaube nicht, dass das aufrechtzuerhalten ist", so der 33-Jährige im serbischen Fernsehen.

Auch Titelverteidiger Rafael Nadal aus Spanien sieht die Ideen kritisch. Der Tennisverband der USA (USTA) will am Montag eine Entscheidung bekanntgeben. Sicher ist bereits, dass keine Zuschauer zugelassen wäre, sollte tatsächlich gespielt werden.

Drei Möglichkeiten im Gespräch

In einer angeblich hitzigen Videokonferenz am vergangenen Mittwoch mit mehr als 400 Spielern der ATP-Tour wurden drei Optionen diskutiert. Ein Vorschlag sieht vor, das Masters-Turnier in Cincinnati mit den US Open zusammenzulegen. Dafür müsste die Qualifikation für das Grand-Slam-Turnier gestrichen werden.

Spielerinnen und Spieler sollen dann für vier Wochen in einem Hotel am benachbarten Flughafen La Guardia untergebracht werden. Option zwei wäre eine Durchführung der US Open mit Qualifikation. In diesem Fall würde sich allerdings das Spielerfeld verdoppeln und die Probleme bei der Unterbringung vergrößern. Ohnehin soll den Spielern lediglich die Begleitung durch einen weiteren Betreuer gestattet werden. Ein Vorschlag, der bereits Widerstand hervorgerufen hat.

Für viele stehen Prämien auf dem Spiel

Die dritte Alternative wäre ein komplette Absage. Das lehnten allerdings bei der Videokonferenz zahlreiche Spieler jenseits der Top 100 ab. Sie fürchten um Einnahmemöglichkeiten. Insgesamt sollen bei den US Open bei den Herren 26 Millionen Dollar (22,9 Millionen Euro) ausgeschüttet werden.

sid | Stand: 11.06.2020, 16:50

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