US Open - Djokovics Starallüren nerven die Kleinen

Novak Djokovic

US Open in New York

US Open - Djokovics Starallüren nerven die Kleinen

Spielen oder nicht spielen? Die Austragung der US Open Ende August wird heiß diskutiert. Novak Djokovic macht sich dabei gerade wenig Freunde in der Tennis-Szene.

Er ist die Nummer eins im Tennis-Zirkus, mehrfacher Millionär und auch Präsident des Spielerrats der ATP-Serie. Doch Novak Djokovics zunehmende Starallüren stoßen den "Kleineren" der Branche schon länger auf. Jetzt scheint der Streit im Zuge der Diskussionen um die Austragung der US Open zu eskalieren.

"Diejenigen von uns (die meisten Tennisspieler), die nicht mit einer ganzen Entourage reisen, müssen wieder arbeiten", schrieb die US-Amerikanerin Danielle Collins bei Instagram. Die Nummer 51 der Frauen-Weltrangliste fügte an die Adresse Djokovics hinzu: "Und es wäre nett, wenn der beste Spieler der Welt diese Möglichkeit unterstützen und sie nicht für die Spieler und Fans verderben würde."

Hygienemaßnahmen in New York nerven Djokovic

Was war passiert? Djokovic hatte sich in den vergangenen Tagen - am Rande der von ihm selbst organisierten Adria Tour - recht harsch an den Bedingungen gerieben, die für die geplante Austragung der US Open ab dem 31. August in New York aufgerufen worden waren.

Der 33-Jährige deutete neben weiteren Topstars wie Rafael Nadal und Simona Halep an, das Großevent möglicherweise auszulassen. Während Roger Federer verletzungsbedingt passen muss, stoßen Djokovic die "extremen" Hygienemaßnahmen in New York sauer auf. Der Serbe betonte, es sei "unmöglich", nur mit einem Betreuer anzureisen, und auch die Unterbringung in einem neuen Hotelkomplex nahe des Flughafens gefalle ihm nicht.

"Djokovic sollte Verantwortung zeigen"

Augenscheinlich hat Djokovic auch Einfluss auf Spieler wie Alexander Zverev, mit dem er sich auf seinen Social-media-Kanälen gemeinsam jubelnd bei einem Fußball-Jux-Turnier zeigte. Geradezu provozierend gegen jede Regeln aller Corona-Hygieneschutzmaßnahmen im Übrigen. Es sollte wohl zeigen: "Uns geht's gut, wir haben social distancing nicht mehr nötig."

Dies alles kommt gerade nicht gut an in der Tennis-Szene. Bei Dirk Hordorff zum Beispiel, Vizepräsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB). "Man muss eine gewisse Verantwortung zeigen, was man in Zeiten einer Pandemie nach außen transportiert", sagte Hordorff. Und: "Wenn man sich in den USA zur gleichen Zeit noch Sorgen um die Sicherheit der Menschen macht, ist es vielleicht nicht das richtige Zeichen."

Zverev mosert auch

Djokovic-Kumpel Alexander Zverev stellte sich indirekt auf Djokovics Seite: "Ja, es ist toll, wenn wir die Gelegenheit bekommen, zu spielen. Aber unter diesen Umständen glaube ich nicht, dass sich viele Spieler in dem dortigen Umfeld wohl fühlen werden", sagte der Hamburger: "Das ist meine Meinung, aber es liegt auch nicht wirklich an uns Spielern, denn in gewisser Weise entscheiden die US Open sowieso."

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Djokovic provozierte derweil weiter mit einem Anflug von Starallüren. Trotz seiner Position als Präsident des Spielerrats der ATP nahm er nicht an einer Videokonferenz mit 400 Spielern, Trainern und Funktionären teil, um über die Situation zu diskutieren. "Es ist nicht respektvoll, seine Meinung per Interview und WhatsApp kundzutun, wenn solch ein Meeting angesetzt ist", sagte Hordorff.

US Open - Montag soll Entscheidung fallen

Vielmehr gelte es, Solidarität mit den Profis zu leben, die deutlich schlechter in den Ranglisten postiert sind und von einer noch immer möglichen Absage der US Open stark getroffen würden. Am Montag (15.06.2020) soll wohl eine Entscheidung über das Turnier fallen.

sid | Stand: 13.06.2020, 11:36

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