Tennis legt wieder los - mit Breitensport und Profi-Turnieren

Die Füße einer Tennisspielerin beim Aufschlag

Tennis zu Zeiten der Corona-Pandemie

Tennis legt wieder los - mit Breitensport und Profi-Turnieren

Von Volker Schulte

Nach mehreren Wochen Stillstand wegen der Corona-Pandemie kommt Bewegung in den Tennissport. Mancherorts öffnen die Plätze - und der DTB plant eine eigene Serie mit prominenten Profis.

Dass sich Tennisspieler bei ihrem Sport nur selten in die Quere kommen, wirkt sich derzeit zu ihrem Vorteil aus. Während die meisten Hallen- und Mannschaftssportarten angesichts der Coronavirus-Krise wohl noch lange auf eine Lockerung der Verbote warten müssen, besteht für Tennisklubs die Hoffnung auf einen baldigen Saisonstart. Die meisten Bundesländer zögern noch, aber Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern erlauben das Tennisspielen bereits ab Montag, 20. April. Schleswig-Holstein plant eine Öffnung für den 4. Mai.

Neben dem Breitensport soll auch der Leistungssport erwachen. Rheinland-Pfalz plant bereits für den 1. Mai ein Showturnier in der Kleinstadt Höhr-Grenzhausen im Westerwaldkreis. Unter anderem sollen die deutschen Profis Dustin Brown und Yannick Hanfmann aufschlagen. Mitorganisator Rodney Rapson sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Wir wollten in erster Linie etwas für die Spieler machen."

Keine internationalen Turniere 2020?

Sämtliche Profiturniere auf der Tour bis mindestens 13. Juli sind abgesagt oder verschoben. Davis-Cup-Spieler Jan-Lennard Struff erwartet gar, dass 2020 kein internationales Spiel mehr stattfinden wird. "Einfach weil es nicht möglich sein wird, dass Spieler aufgrund der unterschiedlichen Reisebeschränkungen zu den Turnieren reisen können. Und weil es auch an den Turnierorten genug Probleme gibt."

Entsprechend froh dürften die Profis über Alternativen sein - so wie etwa über die Pläne des Deutschen Tennis Bundes für eine nationale Serie ab dem 8. Juni. "Wir planen mit 32 Herren und mit 24 Damen, am Montag werden die Einladungen verschickt", sagte DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff. "Mit Jan-Lennard Struff und Philipp Kohlschreiber haben wir gesprochen, sie sind interessiert und haben ihre Bereitschaft bekundet."

"Für den guten Zweck"

Die Serie solle sechs Wochen lang dauern und nur wenige Reisen nötig machen, sagte Hordorff. Zunächst sind Gruppenspiele mit jeweils vier Akteuren geplant. "Die Spieler sollen Trainingsmatches auf hohem Niveau ohne Zuschauer und für den guten Zweck absolvieren können", sagte Hordorff. Weitere Details will der DTB am Montag gemeinsam mit dem österreichischen Verband bekannt geben. In Österreich soll eine vergleichbare Serie bereits ab dem 25. Mai gestartet werden.

Auch in anderen Ländern entstehen Pläne für die Zeit ohne internationale Turnier. Starspieler Rafael Nadal und Patrick Mouratoglou, Coach von Serena Williams, kündigten beispielsweise an, auf Mallorca respektive in Nizza Matches veranstalten zu wollen.

Vorschläge für Tennis in Coronazeiten

Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, gelten bei der DTB-Serie besondere Regeln. So sollen bei den Partien nur die jeweiligen beiden Kontrahenten auf den Plätzen stehen sowie ein Schiedsrichter. Zuschauer sind nicht erlaubt. Wie Tennis in Corona-Zeiten auch im Breitensport aussehen könnte, hat der DTB in einem offenen Schreiben an die Politik in sieben Punkten aufgeschrieben:

  1. Der Mindestabstand zu anderen Spielern von mindestens 1,5 Meter muss durchgängig, also beim Betreten und Verlassen des Platzes, beim Seitenwechsel und in den Pausen eingehalten werden.
  2. Die Spielerbänke sind mit einem genügenden Abstand (mindestens 1,5 Meter) zu positionieren.
  3. Auf den bisher obligatorischen Handschlag wird verzichtet.
  4. Die Nutzung der Klubgaststätten richtet sich nach den jeweils gültigen gesetzlichen Verordnungen für die Gastronomie.
  5. Die Nutzung von Sanitäranlagen richtet sich nach der jeweils gültigen gesetzlichen Bestimmung. Desinfektionsmittel werden zur Verfügung gestellt. Es sind ausschließlich Einweg-Papierhandtücher zu verwenden.
  6. Der Trainingsbetrieb und die Durchführung der Mannschaftsspiele erfolgen ebenfalls unter Berücksichtigung der unter Ziffer 1 bis 5 genannten Bedingungen.
  7. Jeder Verein benennt einen Corona-Beauftragten zur Sicherstellung aller Vorschriften.

mit sid, dpa | Stand: 19.04.2020, 22:48

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