"Operation Aderlass" - Haftstrafe für Radprofi Denifl

Stefan Denifl im Gericht

Prozessende in Innsbruck

"Operation Aderlass" - Haftstrafe für Radprofi Denifl

Im Innsbrucker Urteil um die "Operation Aderlass" ist Radprofi Stefan Denifl zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der Österreicher gehörte zu den Athleten, die laut Anklage zum Dopingring des Erfurter Arztes Mark Schmidt zählten.

Wegen "schweren Sportbetruges" ist der frühere Radprofi Stefan Denifl aus Österreich am Dienstag (12.01.2021) vom Innsbrucker Landesgericht zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. 16 Monate davon sind zur Bewährung ausgesetzt. Es gibt für Anklage und Verteidigung nun eine dreitägige Frist, um gegen das Urteil Einspruch einzulegen.

Der 33 Jahre alte Tiroler Denifl war im Zuge der "Operation Aderlass" aufgeflogen und hatte später Blutdoping eingestanden. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm zudem vorgeworfen, im Vorfeld der Verhandlung Geld beiseite geschafft zu haben, und hatte deshalb die Anklage auf Betrug ausgeweitet. Von diesem Anklagepunkt wurde Denifl aber freigesprochen.

Auch Münchner Prozess vor dem Ende

Denifl ist einer von 23 Sportlern aus acht europäischen Ländern, die als Kunde des Erfurter Sportarztes Mark Schmidt Blutdoping betrieben haben sollen. Aufgefallen war der Mediziner aus Thüringen durch Ermittlungen der "Operation Aderlass", die im Februar 2019 am Rande der Nordischen Ski-WM in Seefeld eingeleitet worden waren.

Am 15. Januar wird in München das Strafmaß für Schmidt verkündet. Die Staatsanwaltschaft hat fünf Jahre und sechs Monate Haft gefordert.

Hoher Leistungsanspruch als Triebfeder

Denifl soll laut Anklage zwischen 2014 und 2018 Blutdoping betrieben haben. Im Profibereich würden Leistungen verlangt, die ohne Doping nicht mehr möglich seien. Die Teams wüssten darüber Bescheid. Ohne Doping hätte er nach einer Knieverletzung nie einen Vertrag erhalten, sagte der Gewinner der Österreich-Rundfahrt von 2017.

red; sid | Stand: 12.01.2021, 18:19

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