Martin Kaymer muss sich durch Europa kämpfen

Golf-Star Martin Kaymer beim Abschlag

Mittwoch legt die European Tour der Golfer richtig los

Martin Kaymer muss sich durch Europa kämpfen

Von Christian Hornung

In der Weltrangliste ist Martin Kaymer auf Position 120 abgestürzt. Seine PGA-Tourkarte hat er verloren, 2020 wird er vermehrt in Europa abschlagen. Heute (22.07.2020) startet für ihn eine wichtige Turnierserie.

Es sind nicht die legendären British Open, die ihre Organisatoren mit berechtigtem Selbstbewusstsein auch einfach nur "The Open" nennen. Es ist auch nicht das Masters, die Krönungsmesse der Golfer in Augusta. Die "British Masters" ab dem 22. Juli vereinen die Namen der beiden weltgrößten Golf-Events, ansonsten haben sie mit ihnen nur die Sportart gemein. Für Kaymer sind diese Turniertage am Rand von Newcastle trotzdem eminent wichtig.

Europäisches Essen vermisst

Kaymer spielt gerne in Europa, das hat er immer wieder betont. Auch in seinen sieben Jahren auf der PGA Tour ist er immer wieder zu ausgewählten Events zurückgekehrt. Und dass er in den USA irgendwann und immer drastischer die herausragende Form seiner Triumphe bei der PGA Championship (2010) und bei den US Open (2014) vollkommen verloren hat, begründete der ehemalige Weltranglisten-Erste auch mal mit Heimweh: "Womit ich einfach Schwierigkeiten habe, ist, die ganze Zeit nur in Amerika zu sein, ohne Deutsch zu sprechen oder mal deutsches oder europäischen Essen zu haben. Ich vermisse einfach die Kultur, die bei uns in Deutschland so anders ist als in Amerika."

Jetzt darf er mit seinem eingeschränkten Spielrecht in den USA noch rund 15 bis 18 Turniere spielen, darunter die Majors, die er einst gewonnen hat. In Europa besitzt er eine "Lifetime Membership", aber da Kaymer immer noch mit einer Rückkehr in die erweiterte Weltelite des Golfs liebäugelt, will er natürlich zurück zu der Serie, in der Tiger Woods und Rory McIlroy spielen und Jon Rahm gerade die Nummer eins der Welt geworden ist.

Kaymer kritisiert Wettbewerbsnachteil

Dass die beiden Europäer McIlroy und Rahm schon wieder einige Turniere in den USA spielen durften, die European Tour aber jetzt erst so richtig wieder loslegt (es gab zwei kleinere Events ohne die Top-Spieler in Österreich), hatte Kaymer zuletzt sehr verärgert. Denn es betraf sein Lieblings-Event, in dem er ebenfalls schon Historisches mit dem turnierentscheidenden Putt geleistet hat: den Ryder Cup, also den berühmten Vergleich zwischen Europa und den USA mit einer einzigartigen Stimmung.

Die Europäer, die in Übersee schon wieder Punkte sammeln durften, hätte Kaymer kaum noch einholen können, deshalb haderte er in der "Welt": "Irgendwie fühlt es sich unfair an. Es schwierig, das Team unter wirklich gleichen Bedingungen zu ermitteln. Aber es fehlt einem das Gegenargument."

Kaymer muss Gegenargumente sammeln

Inzwischen ist der Ryder Cup aber wegen der Corona-Pandemie auf das kommende Jahr verlegt worden - gerade dieses Event wollten die Organisatoren nicht ohne Zuschauer austragem. Das kann gut für Kaymer sein.

2021 dann wieder im Team zu stehen, vielleicht auch zurück auf der PGA-Tour zu sein, daran kann Kaymer ab jetzt arbeiten: Die British Masters sind der Auftakt von insgesamt sechs Turnieren in Großbritannien - die Serie heißt UK Swing und endet mit der UK Championship vom 27. bis 30 August in Sutton Coldfield.

Saisonende am 13. in Dubai

Auf der Tour waren wegen der Coronavirus-Pandemie zahlreiche Turniere verlegt und abgesagt worden. Seit dem 8. März war sie unterbrochen. Auch die International Open vor den Toren Münchens und die European Open bei Hamburg können nicht wie geplant stattfinden.

Ursprünglich sollten die Turniere vom 25. bis 28. Juni im Golfclub München Eichenried und vom 3. bis 6. September auf den Green Eagle Golf Courses in Winsen steigen. Die Saison soll nun in Dubai mit der DP World Tour Championship vom 10. bis 13. Dezember enden, wo der Sieger des Race to Dubai ermittelt wird.

Stand: 20.07.2020, 19:18

Darstellung: