Ironman-WM auf Hawaii Norweger Iden wird Weltmeister mit Streckenrekord

Stand: 09.10.2022 07:45 Uhr

Der neue Ironman-Weltmeister kommt aus Norwegen und heißt Gustav Iden. Der Triathlet siegt auf Hawaii mit neuem Streckenrekord. Routinier Sebastian Kienle wird bei seiner Abschiedsvorstellung starker Sechster.

Von Philip Schmid

Gustav Iden hat sich mit einem famosen Rennen zum Ironman-Weltmeister gekürt. Der Norweger fing nach 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und einem Marathon noch den Überraschungszweiten Sam Laidlow aus Frankreich ab und siegte mit neuem Streckenrekord von 7:40:24 Stunden. Damit ließ er auch Topfavorit und Landsmann Kristian Blummenfelt hinter sich, der auf Rang drei landete.

 "Das war so unglaublich hart. Die letzten Kilometer hat die Insel wirklich versucht, mich niederzuringen", sagte Sieger Iden. "Es war wirklich episch."

Bester Deutscher wurde Sebastian Kienle auf Rang sechs, der mit seinem letzten Rennen auf Hawaii noch einmal ein Ausrufezeichen setzte. Ex-Weltmeister Patrick Lange bekam genauso wie Florian Angert beim Radfahren eine Zeitstrafe aufgebrummt und konnte so nicht mehr in den Kampf um die Spitzenplätze eingreifen.

 Strafen für Lange und Angert

Beim Schwimmen zu Beginn des wichtigsten Ironman-Events des Jahres war keine Vorentscheidung gefallen. Gleich 19 Athleten kamen in einer großen Gruppe, angeführt von Angert und Laidlow, gemeinsam aus dem Wasser. Auch Lange, der nicht in der Gruppe war, hatte mit weniger als 1:30 Minuten Rückstand eine gute Ausgangsposition.

PETER SÄNGER, Sportschau, 09.10.2022 11:51 Uhr

Doch auf der Radstrecke wurden die deutschen Hoffnungen jäh gestoppt. Sowohl Lange als auch der weit vorne platzierte Angert verstießen gegen die Windschattenregeln und mussten für fünf Minuten in die Penalty Box. So fielen beide weit zurück, mussten sich in teils schwächeren Gruppen bewegen und verloren viel Zeit. Deutlich besser lief es für Kienle, der kontinuierlich aufholte und als Achter in den Marathon ging.

 Laidlow macht es bis kurz vor Schluss spannend

Dominiert wurde die zweite Disziplin aber von einem anderen, nämlich dem Franzosen Laidlow. Der 23-Jährige pulverisierte den Radrekord in Hawaii um mehr als vier Minuten und ging mit deutlichem Vorsprung auf die beiden norwegischen Favoriten Iden und Blummenfelt auf den abschließenden Marathon.

Und wer dachte, Laidlow hätte alle Energie für diesen Rekord verbraucht, der hatte sich geirrt. Bis zu Kilometer 35 hielt der Youngster den Attacken der Norweger stand, bevor ihn Iden dann doch noch stellte. Top-Favorit Blummenfelt, der bereits im Mai in Utah die nachgeholte WM aus dem Jahr 2021 gewonnen hatte, war da schon nicht mehr in der Lage, dem Tempo des späteren Weltmeisters zu folgen. Kein Wunder: Neben dem Streckenrekord verbesserte Iden mit 2:36:15 Stunden auch den Marathon-Rekord in Kona.

Lange unter den Top Ten

Dahinter zeigte Kienle auch auf der Laufstrecke eine tolle Leistung und wurde hinter Iden, Laidlow, Blummenfelt, dem überraschend starken Australier Max Neumann und Joe Skipper aus Großbritannien Sechster. Ebenfalls bemerkenswert war der Auftritt von Patrick Lange: Der Weltmeister von 2017 und 2018 lief einen Top-Marathon und rückte so noch auf Rang zehn vor.