Ironman-WM auf Hawaii Haug wird Dritte bei Überraschungs-Triumph von Sodaro

Stand: 07.10.2022 03:20 Uhr

Anne Haug hat bei einer spannenden Ironman-WM auf Hawaii Rang drei belegt. Die 39-Jährige verlor beim Sieg der Außenseiterin Chelsea Sodaro ein packendes Duell um Rang zwei. 

Von Philip Schmid

Anne Haug hat in der Nacht auf Freitag (07.10.2022/MESZ) bei der Ironman-WM auf Hawaii eine starke Leistung gezeigt, ihren Sieg aus dem Jahr 2019 aber nicht wiederholen können. Die Bayreutherin musste sich in einem spannenden Rennen der Hawaii-Debütantin Chelsea Sodaro und Lucy Charles-Barclay geschlagen geben. Dabei war besonders der Sieg der US-Amerikanerin Sodaro in starken 8:33:46 Stunden eine Überraschung, hatte die 33-Jährige doch vor dem Rennen niemand auf dem Favoritenzettel. 

Haug "sehr zufrieden" mit Platz drei

Hinter der Überraschungssiegerin lieferte sich Haug ein packendes Duell mit Charles-Barclay, kam auf den letzten Kilometern aber gerade nicht mehr an die Britin ran. "Ich habe auf dem Rad offenbar etwas zu viel Kraft gelassen", analysierte Haug nach dem Rennen. "Es war sehr hart, so knapp hinter Lucy herzulaufen und nicht ranzukommen. Aber ich bin sehr zufrieden mit meinem dritten Platz."

Die US-Amerikanerin Chelsea Sodaro im Ziel beim Ironman auf Hawaii

Chelsea Sodaro

Zweitbeste Deutsche wurde Laura Philipp auf Rang vier, die wegen einer Windschatten-Strafe auf der Radstrecke bereits früh kaum noch Chancen auf einen Podiumsplatz hatte.

Neues Format auf Hawaii 

Nach drei Jahren war die Ironman-Weltmeisterschaft aus der Corona-Pause nach Hawaii zurückgekehrt – und zwar mit einem neuen Format. Erstmals treten Frauen und Männer an unterschiedlichen Tagen an. Was sich nicht verändert hat: Die Athletinnen müssen in der Hitze Hawaiis 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und einen Marathon absolvieren.  

Und auch der Rennverlauf sorgte zunächst für keine Überraschungen: Top-Schwimmerin Charles-Barclay dominierte die erste Disziplin. Die Britin verpasste zwar ihren eigenen Schwimm-Rekord, erarbeitete sich aber einen deutlichen Vorsprung auf die anderen Favoritinnen. Fast sieben Minuten lag die Gruppe um Haug, Philipp und Daniela Ryf hinter der Spitzenreiterin. Dazwischen, und zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf dem Radar der meisten Beobachter, lauerte die spätere Weltmeisterin Sodaro. 

Haug beim Radfahren stark, Philipp wird bestraft 

Charles-Barclay prägte gemeinsam mit ihrer Landsfrau Fenella Langridge auch die zweite Disziplin und führte bis kurz vor Schluss. Dahinter lief es für Haug eigentlich perfekt, konnte sie doch lange an Top-Radfahrerin Ryf dranbleiben. Der Star aus der Schweiz hatte erst im Mai die aus dem Jahr 2021 nachgeholte WM in Utah klar gewonnen, doch auf Kona konnte sich Ryf keinen großen Vorsprung in ihrer Paradedisziplin erarbeiten. Haug kam mit nur 5:30 Minuten Rückstand ins Radfinish, für die starke Läuferin eine machbare Aufgabe.  

Anne Haug mit geöffnetem Shirt beim Ironman auf Hawaii

Anne Haug beim Ironman 2022 auf Hawaii

Weniger gut lief es für die zweite deutsche Favoritin Laura Philipp. Die Heidelbergerin war zu nahe auf eine Konkurrentin aufgefahren und bekam wegen dieses Windschattenfahrens eine Fünf-Minuten-Zeitstrafe aufgebrummt. So konnte Philipp nicht mehr ins Rennen um die Spitzenplätze eingreifen. 

Marathon mit Überraschung 

Zu Beginn der Laufstrecke sah es also ganz nach einem Duell zwischen der Führenden Ryf und der auf dem Papier besten Läuferin Haug aus, doch dieses verrückte Rennen hatte weitere Überraschungen parat. Denn Ryf, die gerade noch die zweitbeste Radzeit in der Geschichte des Frauen-Rennens auf Kona hingelegt hatte, brach direkt am Beginn des Marathons ein und fiel am Ende zurück. 

Und während mit Ryf die überragende Athletin der vergangenen Jahre durchgereicht wurde, ging der Stern einer neuen Athletin auf: Hawaii-Debütantin Sodaro stürmte von Rang vier nach dem Radfahren innerhalb weniger Kilometer an die Spitze und knallte eine Marathon-Zeit von 2:51:45 auf den Asphalt. Da konnte auch Haug an diesem Tag nicht mithalten und musste sich früh auf den Kampf um Rang zwei konzentrieren. In einem packenden Duell sah es lange so aus, als würde sie Charles-Barclay noch ablaufen – doch auf den letzten Kilometern gingen ihr die Kräfte aus und sie landete auf Rang drei.