US Open - die Macht des Ahornsirups

Leylah Fernandez bei den US Open

Tennis

US Open - die Macht des Ahornsirups

Bei den US Open schreiben Leylah Fernandez und Felix Auger-Aliassime gerade kanadische Tennis-Geschichte. Über zwei Nachwuchsspieler, ihr Tennis und über Ahornsirup.

Leylah Fernandez sank auf die Knie, ungläubig schlug sie unter dem Jubel der Zuschauer im Arthur-Ashe-Stadium die Hände vors Gesicht. Fernandez, 19, sah für einen Moment so aus, als könne sie das selbst kaum glauben. Dass sie nun bei den US Open im Halbfinale steht.

Beim 6:3, 3:6, 7:6 (7:5) gegen die an Nummer fünf gesetzte Jelina Switolina aus der Ukraine zeigte Fernandez in New York wieder spektakuläres Power-Tennis und sorgte für die nächste Überraschung. Zuvor hatte sie schon ließ Angelique Kerber in drei Sätzen besiegt.

Auger-Aliassime über seinen Erfolg: "Nie gedacht"

Zwischen dem Sieg von Fernandez und dem von Felix Auger-Aliassime sollten nur wenige Stunden liegen. Für Auger-Aliassime war es eine Premiere, nie zuvor hatte er bei einem der vier Grand-Slam-Turniere das Halbfinale erreicht. Der 21-Jährige profitierte im Viertelfinale von der verletzungsbedingten Aufgabe seines spanisches Gegners Carlos Alcaraz. Der 18-Jährige, der im Achtelfinale den deutschen Qualifikanten Peter Gojowczyk in fünf Sätzen ausgeschaltet hatte, musste beim Stand von 3:6, 1:3 aus seiner Sicht wegen Beschwerden am Bein passen.

Felix Auger-Aliassime bei einem Aufschlag

Felix Auger-Aliassime bei einem Aufschlag

"Ich hätte nie gedacht, dass so ein Tag einmal kommen würde", sagte Auger-Aliassime. "Ein kleines Mädchen und ein kleiner Junge, beide aus Montréal, beide zum gleichen Zeitpunkt im Halbfinale der US Open - unglaublich", sagte der Kanadier, der es nun mit dem an Nummer zwei gesetzten Russen Daniil Medwedew zu tun bekommt. Medwedew gewann gegen den niederländischen Qualifikanten Botic van de Zandschulp mit 6:3, 6:0, 4:6, 7:5.

Fernandez ist die jüngste US-Open-Halbfinalistin seit 16 Jahren

Im Fokus stand aber Fernandez, vor den US Open allerhöchstens Insidern ein Begriff. Doch nach ihren Siegen gegen Naomi Osaka, Kerber und nun Switolina ist die Linkshänderin auf einmal der neue Star im Damen-Tableau. Es ist eine Mischung aus Unbekümmertheit und spielerischer Klasse, mit der sie auch die Prominenz weit über das Tennis hinaus verzückt.

"Ich habe einfach versucht, immer weiter an mich zu glauben", sagte die Kanadierin, jüngste Halbfinalistin bei den US Open seit der Russin Maria Scharapowa vor 16 Jahren. Im Kampf um den Finaleinzug bekommt es Fernandez jetzt mit der Mitfavoritin Aryna Sabalenka zu tun. Die 23-Jährige aus Belarus bezwang French-Open-Siegerin Barbora Krejcikova aus Tschechien klar mit 6:1, 6:4.

Auch dann will Fernandez wieder unbekümmert auf den Platz gehen. Vor zwei Jahren gewann in Bianca Andreescu schon einmal eine Kanadierin in New York. Natürlich wurde Fernandez nun gebeten, sie möge doch bitte das Erfolgsgeheimnis des kanadischen Tennis entschlüsseln. Und Fernandez reagierte Fernandez genauso schlagfertig wie zuvor auf dem Platz auf die Bälle von Switolina. Sie sagte: "Ich würde sagen, es ist der Ahornsirup."

dpa/red | Stand: 08.09.2021, 10:30

Darstellung: