Deutschlands Schwimm-Star Florian Wellbrock mit WM-Bronze in Budapest

Schwimm-WM in Budapest DSV mit hoffnungsvollem Zwischenfazit

Stand: 29.06.2022 20:43 Uhr

Bei der Schwimm-WM fällt das Fazit nach den Beckenwettbewerben aus deutscher Sicht überraschend positiv aus. Im Freiwasser und beim Springen hofft der DSV auf weitere Medaillen.

Einen großen Erfolg darf der Deutsche Schwimmverband (DSV) schon jetzt für sich verbuchen, bei den Weltmeisterschaften in Budapest: Die Freude an der Arbeit ist offenbar zurück im DSV-Camp. "Das Team ist einfach großartig, die Stimmung war toll, der Staff funktionierte super. Es passte alles", schwärmte Bundestrainer Bernd Berkhahn am Samstag (26.06.2022) nach dem Abschluss der Beckenwettbewerbe - und beschrieb damit nicht weniger als einen kompletten Stimmungswechsel.

Der DSV kämpft ja schon länger mit einer sportlichen Durststrecke, aber vor allem mit Querelen im Verband. Auch Bundestrainer Berkhahn gehörte im vergangenen Jahr zu den Unterzeichnern eines offenen Briefes ans DSV-Präsidium um Marco Troll, darin kritisierten sie neben mangelnder Kommunikation und Fehlentscheidungen des Vorstands "bedenkliche Zustände bei der Führung des Verbandes". Hinzu kamen die Ermittlungen gegen den ehemaligen Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz und eine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs.

Vier Medaillen im Becken - Hoffnung beim DSV

Bei den Olympischen Spielen in Tokio holten Florian Wellbrock und Sarah Köhler, inzwischen mit Wellbrock verheiratet, die einzigen zwei deutschen Medaillen im Becken. Dagegen weckt die bisherige WM-Ausbeute von Budapest Hoffnungen auf eine echte Trendwende. Mit den vier Medaillen von Florian Wellbrock (Silber/800 m und Bronze/1500 m Freistil), Lukas Märtens (Silber/400 m Freistil) und Anna Elendt (Silber/100 m Brust) übertraf das nur zehnköpfige Team die Ausbeute der vorangegangenen WM vor drei Jahren in Gwangju/Südkorea.

Lars Becker, Sportschau, 25.06.2022 18:44 Uhr

"Wir sind sehr zufrieden, was für ein Finish", sagte Bundestrainer Berkhahn und wertete auch die insgesamt 14 Finalteilnahmen als Erfolg, die zum besten Ergebnis seit 2009 beitrugen: "Es war unfassbar. Vor allem auch der letzte Tag. Alle Sportler, die noch nicht abgereist waren, standen in den Finals. Ich weiß nicht, ob es das jemals im DSV schon gegeben hat."

Weitere Medaillenchancen für Wellbrock im Freiwasser

Bei den Freiwasser-Wettbewerben und im Wasserspringen bieten sich dem DSV-Team weitere Chancen, die WM-Bilanz weiter aufzupolieren. Der Bundestrainer traut seinem Magdeburger Schützling Florian Wellbrock nach dessen zwei Medaillen bei den Beckenwettbewerben auch in den Freiwasser-Wettkämpfen einiges zu - auch wenn der Start der 4x1500-Meter-Staffel im Freiwasser im Lupa-See gerade einmal 18 Stunden nach dem Finale im Becken angesetzt ist.

Christina Graf, Sportschau, 25.06.2022 22:46 Uhr

""Er kam raus aus dem Wasser und hat gesagt: Ich habe mich nicht ganz ausgelastet und könnte jetzt weiterschwimmen", sagte der Bundestrainer und wischte mögliche Zweifel an Wellbrocks Kraftreserven vor der Freiwasser-Staffel beiseite. In der Tat führte Wellbrock die Staffel sogar zum WM-Titel. Außerdem geht er am Montag noch über 5 Kilometer und am Mittwoch über 10 Kilometer ins Wasser - vor allem über die längere Distanz istWellbrock als Titelverteidiger und Olympiasieger einer der Top-Favoriten.

Punzel und Hentschel als Medaillenhoffnungen im Wasserspringen

Auch im Wasserspringen beginnen am Sonntag erst die Wettbewerbe. Tina Punzel und Lena Hentschel, die als Duo, das im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett antreten, gelten als Bronzemedaillengewinnerinnen von Tokio als größte Hoffung im DSV-Team. "Ich denke, dass sie weiter auf einem sehr guten Level sind", sagte Patrick Hausding, über viele Jahre Deutschlands besser Wasserspringer. "Für sie ist eine Medaille drin. Wenn man eine Olympia-Medaille gewinnt, will man bei der WM ja nicht Achter werden."

Hausding sieht auch im Mixed mit Tina und Lou Massenberg durchaus Chancen auf eine Medaille. Das erste Edelmetall holten aber Lars Rüdiger und Timo Barthel, Hausdings Nachfolger, im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett - und sorgten damit auch beim Wasserspringen für einen Auftakt nach Maß.

Schwimmen - 200 Meter Freistil der Frauen

Sportschau, 25.06.2022 17:15 Uhr