Bielefeld-Coach Uli Forte im Gespräch mit Marc Rzatkowski.

2. Bundesliga Punktloses Bielefeld: Fortes Stellschrauben gegen den HSV

Stand: 12.08.2022 09:31 Uhr

In der 2. Fußball-Bundesliga ist Arminia Bielefeld der Saisonstart gründlich misslungen. Gegen den Hamburger SV sollen nun endlich die ersten Punkte unter Trainer Forte her. Und der hat einen Plan.

Von Julian Tilders

Von einer Krise wird im Fußball-Geschäft schnell gesprochen. Doch wo hört ein Fauxpas, ein Fehlstart oder ein Formtief auf – und wo beginnt die Krise? Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld befindet sich gerade wohl irgendwo dazwischen.

Der Bundesliga-Absteiger ist denkbar schlecht aus dem Startblock gekommen. Drei Spiele, drei Niederlagen. In der 2. Bundesliga hat der DSC noch nie viermal in Folge zum Start verloren. Doch am Samstag (13.08.2022, 13 Uhr) kommen die Aufstiegsaspiranten des Hamburger SV nach Ostwestfalen.

HSV kommt für Forte "gerade entgegen"

Gegen die Nordlichter, die letzte Saison knapp in der Relegation den Aufstieg verpassten, wird sich der neue Trainer Uli Forte etwas einfallen lassen müssen. Nach Auffassung des 48-Jährigen kommt dieser Gegner zu diesem Zeitpunkt aber gerade recht. Er begrüßte diese Herausforderung: "Der HSV nimmt das Spiel gerne in die Hand. Das kommt uns gerade entgegen."

Nach schon sieben Gegentoren bei den Niederlagen in Sandhausen und Rostock (jeweils 1:2) sowie gegen Regensburg (0:3) will die Arminia also abwartend agieren, um erstmals unter dem in der Schweiz geborenen Italiener Forte zu punkten.

Hüsing zweikampfstärkster Zweitliga-Verteidiger

Nur zwei Teams fingen sich schon mehr Gegentore als die Arminia, Hannover 96 (acht) und der Karlsruher SC (neun). Gegen den HSV mit Angreifer Robert Glatzel, der alle drei bisherigen Saisontore der Hamburger erzielte, lautet Fortes Marschroute also: "Am Wochenende ist es vielleicht sinnvoll, aus einer stabilen Defensive zu agieren."

Trotz der negativen Tordifferenz liegt in der Defensivabteilung der Bielefelder aber noch lange nicht alles im Argen. So ist beispielsweise Innenverteidiger Oliver Hüsing (kam aus Heidenheim) ein Fels in der Brandung – und der zweikampfstärkste Spieler der Liga nach drei Partien. Er entschied 42 von 52 Zweikämpfen für sich (81 Prozent).

Auch ließen die Arminen ligaweit die wenigsten Flanken aus dem Spiel zu. Sofern das zu diesem Zeitpunkt schon etwas aussagen mag. Doch dieser Zugriff auf den Außenbahnen lässt eben auch darauf schließen, dass Bielefeld während des Saisonstarts oft genug spielerisch und ohne hohe Hereingaben geknackt wurde. Bei über 70 Prozent der Gegentore ging ein Angriff durch die Zentrale voraus.

Zu selten in aussichtsreicher Schussposition

Darüber hinaus gibt es Luft nach oben in den spielerischen Offensivbemühungen des DSC. Beim "xGoals"-Wert, also dem Parameter, der angibt, wie warscheinlich ein Tor aus einer bestimmten Schussposition ist, liegt die Arminia statistisch am Ende der Liga (Wert: 2,3).

Bedeutet: Bielefeld, vor allem natürlich die Angriffsabteilung um Kapitän Fabian Klos und Janni Serra, kommt noch zu selten in aussichtsreiche Schusspositionen, um dann eigene Abschlussstärken zu nutzen.

Klünter vor möglichem Debüt für Bielefeld

Sollte der Arminia gegen den HSV bei der zu erwartenden defensiven Grundausrichtung der ein oder andere Konter gelingen, könnte das schon anders aussehen. Bis auf Manuel Prietl stehen Arminia-Coach Forte jedenfalls alle Spieler zur Verfügung, um den Negativrekord von vier sieglosen Spielen zum Start einer Zweitliga-Saison zu verhindern.

Dabei könnte Rechtsverteidiger Lukas Klünter, der einen Tag nach seiner Verpflichtung in Rostock noch nicht im Kader stand, zu seinem Debüt kommen. "Er hat mich positiv überrascht, er war in einem guten Zustand", sagte Forte über den von Hertha BSC gekommenen Ex-Kölner.