Der 1. FC Köln gewinnt gegen Bremen mit 7:1

Nach 7:1-Gala gegen Bremen Jetzt plant Köln den Bayern-Überfall

Stand: 22.01.2023 11:21 Uhr

Der 1. FC Köln feierte beim Kantersieg gegen Werder Bremen einen perfekten Jahreseinstand. Im zweiten Spiel muss das Team zum FC Bayern München.

Von Sebastian Hochrainer

Sollte Steffen Baumgart in der Zukunft noch erklären müssen, wie die Idealform seines Fußballs aussieht, muss er nur das Video des Spiels gegen Werder Bremen zeigen. Am Samstag (21.01.2023) startete der 1. FC Köln perfekt ins neue Jahr, besiegte den Aufsteiger im eigenen Stadion mit 7:1. Und das nicht, weil das Baumgart-Team den Gegner fußballerisch vorführte, sondern weil es genau das tat, was ihr Trainer fordert.

Der 51-Jährige lässt seine Spieler stets hoch und intensiv anlaufen, schnörkellös auf schnellstem Wege Richtung gegnerisches Tor spielen. Mal funktioniert das nicht, gegen Werder dafür aber in Perfektion. Die Treffer waren vor allem die Folge von Balleroberungen - Bremen machte die Fehler, Köln nutzte sie eiskalt.

Ein perfektes Spiel des 1. FC Köln

"Jeder weiß, dass so ein Ergebnis nur bedingt der Realität entspricht. Das ist ein schönes Ergebnis. Aber wir haben diese Saison auch schon zweimal auf den Arsch gekriegt", sagte Baumgart. "Aus den ersten fünf Torschüssen haben wir fünf Tore gemacht, das hast du nicht jedes Mal. Deshalb sollten wir das Ergebnis nehmen, aber schon genau hingucken, was funktioniert hat und was nicht."

Nach 7:1 gegen Bremen: Baumgart - "So ein Spiel hast du mal, aber selten"

Fakt ist in diesem Falle aber: Es hat nahezu alles funktioniert. Und das war auch die Folge dessen, dass Köln die lange Winterpause dafür nutzen konnte, um wieder Kräfte zu sammeln. Schon vor der Partie hatte Baumgart betont, dass die Misserfolge der letzten Spiele im vergangenen Jahr auch die Folge der hohen Belastungen waren, seine Mannschaft hatte nicht mehr die nötige Power um seinen Stil erfolgreich umzusetzen.

Leistungsexplosion dank zurückgewonnener Kräfte

Keine andere Mannschaft hatte mehr Pflichtspiele (24) im ersten Halbjahr der Saison. Und weil Baumgart selbst klarstellt, dass sein Kader nicht auf die Teilnahme am Europapokal ausgerichtet ist, sind Ergebnisse wie am Ende des vergangenen Jahres, als der FC in den letzten fünf Ligaspielen nur einen Punkt holte, erklärbar.

Gegen Bremen hat Köln gezeigt, was mit aufgeladenen Akkus möglich ist - wobei auch der Gegner einen großen Anteil daran hatte. "Wir haben uns in der Zweikampfführung ergeben und vorne kaum einen Ball an den Mann gebracht. Unterm Strich eine wirklich desaströse Leistung von uns. Nichts, aber wirklich gar nichts hat funktioniert", sagte Werder-Trainer Ole Werner.

Gleiche Herangehensweise in München

Auf Köln wartet derweil die größtmögliche Prüfung der eigenen Leistungsfähigkeit. Am Dienstag (24.01.2023) geht es für die Rheinländer zum Auswärtspiel bei Rekordmeister und Tabellenführer Bayern München. Die Marschroute ist aber auch da klar: Attacke wie gegen Bremen.

"Wir haben am Dienstag eine Mannschaft vor der Brust, die auf diese Weise schon einige Gegner abgeschossen hat. Bei den Bayern kommt sowas häufiger vor", sagte Baumgart. "Aber wir werden versuchen, selbst gegen die Bayern zu gewinnen." Und auch Steffen Tigges, Doppeltorschütze gegen Bremen, fährt mit großem Mut nach Bayern: "Wir werden uns in München nicht verstecken und alles raushauen."

Offenheit von Baumgart wird belohnt

Was auch für das enorme Selbstvertrauen der Kölner spricht: Schon Tage vor dem Spiel gegen Bremen hatte Baumgart seine Aufstellung öffentlich preisgegeben. "Ich brauche diese Geheimniskrämerei nicht. Ich habe noch kein Spiel wegen einer bekannten Aufstellung gewonnen oder verloren", so Baumgart, der anders als seine Trainerkollegen auch weitgehend auf Geheimtrainings verzichtet. Auch nach München reist der Trainer mit offenem Visier - und plant mit seinem Team dort auch den Bayern-Überfall.