Die Lemgo-Handballer Gedeon Guardiola, Tim Suton und Bjarki Mar Elisson (v.l.) jubeln

Handball | Bundesliga HBL: Leidenschaftlicher TBV Lemgo Lippe hat Europa im Blick

Stand: 07.06.2022 09:24 Uhr

Der Kampf um Europa in der Handball-Bundesliga ist eng. Dank der eigenen Leistungen hat der TBV Lemgo Lippe gute Karten. Notfalls könnte es aber auch ein bestimmter HBL-Antrag richten.

Von Von Julian Tilders

Mit der Schlusssirene in Lemgo brandete großer Jubel - bei den Spielern des TBV Lemgo Lippe sowie auf den Rängen. Gerade hatte das Team von Trainer Florian Kehrmann ein weiteres Mal gezeigt, mit den großen Mannschaften auf der Platte mehr als nur mithalten zu können.

30:25 (14:13) stand es am Sonntag (05.06.2022) gegen die SG Flensburg-Handewitt (Platz vier), die sich zwar die Champions-League-Teilnahme abschminken musste, einen European-League-Platz aber sicher hat.

TBV-Trainer Kehrmann: "Siegeswille groß"

Beeindruckt von der Leistung seines Teams, das gegen den nordischen Topklub vor allem über hervorragende Defensivarbeit kam und gegen den Top-Rückraum der SG um Mads Mensah und Franz Semper leidenschaftlich verteidigte, zeigte sich Trainer Florian Kehrmann.

Bezeichnend sei der artistische Wurf zum 14:13-Pausenstand von Tim Suton - der zuletzt seinen Kontrakt langfristig verlängert hat - kurz vor der Halbzeit gegen den Flensburger Doppelblock gewesen. So erklärte es der ehemalige Rechtsaußen im Nachgang.

Ebenso groß wie die Unterstützung von den Rängen:

Lemgo Lippe kann European League nun über die Liga schaffen

Der letztjährige DHB-Pokalsieger hat die europäischen Startplätze in der Handball-Bundesliga fest im Visier. Und will wieder auf europäischem Parkett auftreten, nachdem der Pokalsieg den TBV für die nun abgelaufene Saison für die European League qualifiziert hatte. Dort war zuletzt Anfang April im Achtelfinale gegen Wisla Plock (Polen) Schluss.

Zwar gelang im DHB-Pokal in dieser Saison nicht die Titelverteidigung und damit vorzeitig die erneute EL-Qualifikation. Aber dank des Sieges über Flensburg rückten die Westfalen auf den sechsten Platz der Liga-Tabelle vor und haben damit die Möglichkeit, die beste Saisonplatzierung seit dem vierten Rang in der Spielzeit 2008/09 zu erreichen.

Es wäre auch für Trainer und Lemgo-Stabilisator Kehrmann (seit 2014 Coach) das bisher beste Abschneiden. Bis dato waren die besten Platzierungen jeweils Rang neun, einmal 2018 und 2021.

Direktes Duell für TBV gegen FA Göppingen

Die Lipper (6., 34:30 Punkte) streiten sich nun in der Liga um den verbliebenen Europa-Platz fünf mit FA Göppingen (37:27), der diesen Rang im Moment belegt. Am Mittwoch (19.05 Uhr) muss der TBV auswärts beim direkten Konkurrenten zum Topspiel antreten. Danach steht zum Abschluss eine Heimpartie gegen den HSV Hamburg an (Sonntag, 12. Juni, 15.30 Uhr).

Platz sechs könnte Lemgo womöglich auch reichen

Weil der designierte deutsche Meister SC Magdeburg das Finale der European League zuletzt verlor und somit kein vierter Platz in der European League für die HBL heraussprang, schien sich zunächst der Kampf um Platz fünf weiter zuzuspitzen.

Allerdings könnte dem TBV am Ende vielleicht auch Platz sechs doch reichen. Wie die HBL dem "Hessischen Rundfunk" jüngst bestätigte, konnte die Liga trotz der Endspielpleite des SC Magdeburg in der European League einen weiteren Startplatz beantragen - und hat dies bereits getan.

Noch sei die Entscheidung nicht final gefallen, allerdings habe die Erfahrung gezeigt, dass solche Anträge in der Regel auch gebilligt werden. Klarheit wird es jedoch erst nach der Saison geben, die EHF verkündet die Aufteilung der Startplätze laut "HR" erst Mitte Juli.