Isabell Werth auf Quantaz

WDR-Sport Deutsche Dressur-Equipe muss sich mit Bronze begnügen

Stand: 07.08.2022 20:32 Uhr

Bei der WM in Herning hat die deutsche Mannschaft im Dressurreiten nur Platz drei belegt. Isabell Werth ordnete den verpassten Sieg nicht ale Enttäuschung ein.

Die Siegesserie der deutschen Dressur-Nationalmannschaft ist gerissen - und statt des erhofften Silbers gab es sogar nur Bronze. Das Quartett um Rekord-Reiterin Isabell Werth musste sich am Sonntag bei der WM im dänischen Herning mit dem dritten Platz hinter Dänemark und Großbritannien zufrieden geben.

"Wir haben trotzdem unsere Ziele erreicht", sagte Dennis Peiler, Sportchef des deutschen Reitverbandes FN. "Wie wollten uns für Olympia qualifizieren, das haben wir geschafft. Und wir wollten eine Medaille, das haben wir auch geschafft. Insofern können wir zufrieden sein."

Neue Zeiten in der Dressur

Deutsche Siege schienen in der Dressur lange selbstverständlich, das sind sie aber nicht mehr. "Man muss die Kirche auch im Dorf lassen", sagte Werth. Nach zuletzt sechs Goldmedaillen in Serie bei internationalen Großereignissen befindet sich das Team im Umbruch, so dass die vom Erfolg verwöhnten Deutschen schon im Vorfeld nicht als Favoriten galten. Allerdings galt Platz zwei das Minimalziel.

"Die Hoffnung lag höher", räumte Equipe-Chef Klaus Roeser zu. "Grundsätzlich sind wir aber zufrieden. Mehr war heute hier nicht drin." Auch Bundestrainerin Monica Theodorescu war nicht enttäuscht. "Alle Paare haben geliefert", meinte sie. "Wir sind im Umbruch und haben keine Paare für mehr als 80 Prozent, deshalb wäre mehr utopisch gewesen."

Spannung hilft dem Sport

WM-Debütant Frederic Wandres aus Hagen bei Osnabrück stand mit Duke of Britain als deutscher Schlussreiter enorm unter Druck, konnte aber die Wende nicht schaffen und eine bessere Platzierung nicht mehr retten. "Es ist natürlich auch gut für den Sport, wenn es spannend ist", sagte Werth. "Wir können nicht immer davon ausgehen, dass wir mit vier Paaren anreisen, die 80 Prozent plus holen."

Das gilt auch für sie selber: Nach dem Karriere-Ende ihrer Toppferd Bella Rose und Weihegold musste sich Quantaz einsetzen, der nicht die außergewöhnliche Klasse besitzt und nach Problemen in Aachen bei der WM eine gute Leistung zeigte.