Spielende im Volleyball-Pokalspiel zwischen den Baden Volleys Karlsruhe und dem VfB Friedrichshafen.

Zweitligist aus Karlsruhe will in die 1. Bundesliga Trotz Pokalniederlage gegen Rekordmeister - Große Pläne bei den Baden Volleys

Stand: 06.11.2022 16:32 Uhr

Die Baden Volleys haben im Volleyball-Pokal gegen Rekordmeister VfB Friedrichshafen klar 0:3 verloren. Für den Zweitligisten aus Karlsruhe ging es aber um mehr als nur das Spiel.

Es läuft der dritte Satz im Pokal-Achtelfinale zwischen den Baden Volleys und dem VfB Friedrichshafen. Die Baden Volleys machen den Punkt zum zwichenzeitlichen 10:7 und die ganze Halle bebt, als ob die Karlsruher gerade Pokalsieger geworden wären. "Da ist das Ding" brüllt der Hallensprecher ins Mikrofon, auf den Rängen der Lina-Radke-Halle reißen die Zuschauer ihre Arme nach oben.

Am Ende verlieren die Baden Volleys den Satz mit 24:26 und damit auch die Partie. 0:3 gegen den amtierenden Pokalsieger und Rekordmeister aus Friedrichshafen. Die Spieler und das Team um Trainer Antonio Bonelli sind enttäuscht. Aber nur kurz.

Pokalspiel als Test für die 1. Bundesliga

"Es war ein geiles Event", sagt Jens Sandmeier und lächelt. Mit der sportlichen Leistung will er sich nicht lange aufhalten. "Wir wussten, wenn die normal spielen, haben wir keine Chance. Es ist immer noch Friedrichshafen." Für den Kapitän der Baden Volleys steht aber auch fest: Sein Verein hat bewiesen, dass er Großevents austragen kann. "Das ist für die 1. Liga und potenzielle Sponsoren schon wichtig."

Ende Oktober haben die Karlsruher Volleyballer offiziell bekanntgegeben, dass sie in der kommenden Saison in die 1. Volleyball Bundesliga aufsteigen möchten. Mit diesem Schritt haben sich die Mannschaft, die Abteilung und der Verein SSC Karlsruhe lange Zeit gelassen. Jetzt aber gibt es nur noch eine Richtung - und die geht nach vorne. "Wir ziehen das durch", sagt Trainer Antonio Bonelli.

Karlsruher Volleyballer müssen ihr Budget mindestens verdoppeln

Sportlich hätte sich die Mannschaft als Meister der 2. Bundesliga Süd schon letzte Saison für das Oberhaus qualifiziert. Was gefehlt hat, waren das Geld und ausreichend Sponsoren. Das will der Verein in den kommenden Monaten sicherstellen. "Wir haben heute in der VIP-Lounge volle Hütte gehabt", freut sich Bonelli. Das zeige, dass das Interesse in der Politik und der Wirtschaft da sei.

Die Baden Volleys müssten ihren aktuellen Jahresetat von rund 170.000 Euro für die 1. Bundesliga mindestens verdoppeln, sagt Abteilungsleiter Diego Ronconi. "Das sind eigentlich kleine Zahlen im Vergleich zu anderen Sportarten. Deswegen sind wir auch zuversichtlich, dass wir das hinbekommen."

Auch in Sachen Spielstätte haben die Karlsruher Grund zur Freude. Die moderne Lina-Radke-Halle wird auch künftig für große Spiele genutzt werden können. Man sei mit der Stadt Karlsruhe und den Basketballern der PSK Lions, die normalerweise hier spielen, in einem guten Austausch, so Ronconi. Die bisherige Halle am Otto-Hahn-Gymansium genügt den Ansprüchen der Volleyballer nicht mehr. Eine eigene Halle ist schon jahrelang in Planung, wird aber frühestens 2024 fertig.

Viele Zuschauerinnen und Zuschauer zum ersten Mal bei einem Volleyballspiel

Von allen Seiten gibt es nach dem Spiel viel Lob für die Mannschaft und die Veranstaltung. "Die Stimmung war tausendmal besser als in der Halle am Otto-Hahn-Gymnasium", findet eine junge Zuschauerin. Volleys-Trainer Antonio Bonelli gibt das Lob zurück: "Die Zuschauerinnen und Zuschauer waren schon fast Champions-League tauglich!" Nicht nur in der VIP-Lounge, auch in der restlichen Halle, die sind viele Besucherinnen und Besucher zum ersten Mal bei einem Volleyballspiel dabei. "Es war nicht das letzte Mal" ist oft zu hören.